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Borna So lebten Soldaten vor dem Ersten Weltkrieg in Borna
Region Borna So lebten Soldaten vor dem Ersten Weltkrieg in Borna
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16:27 09.11.2018
Der frühere Brigadegeneral Wolfgang Gülich spricht im Bornaer Stadtkulturhaus. Quelle: Nikos Natsidis
Borna

Es muss für die Stadt Borna ein gewaltiger Einschnitt gewesen sein. Als die Soldaten des Karabinierregiments vor einem knappen Jahrhundert in der Folge des Ersten Weltkriegs die Stadt verließen und die Einheit aufgelöst wurde, spürten vor allem die örtlichen Bäcker und Fleischer, aber auch die Gastwirte die Verluste.

Immerhin war das Regiment nahezu 70 Jahre in Borna stationiert, wie Wolfgang Gülich, Brigadegeneral der Bundeswehr außer Dienst, am Mittwochabend am Rande eines Vortragsabends im Bornaer Stadtkulturhaus deutlich machte. Zu der Veranstaltung hatten das Museum sowie der Heimatverein des Bornaer Landes und der Förderverein des Museums eingeladen.

800 Soldaten und 700 Pferde in Borna

In Expertenkreisen ist Gülich längst als Militärhistoriker mit Spezialgebiet sächsische Armee bekannt. Mitte der 90er-Jahre war er Befehlshaber aller Bundeswehreinheiten in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Er berichtete von den Lebensbedingungen der königlich-sächsischen Soldaten, von denen immerhin 800 Mann in der heutigen Stauffenbergstraße stationiert waren. „Dazu kamen 700 Pferde“, so Gülich, was auch den Landwirten in und um Borna nutzte, weil deren Weideland gebraucht wurde.

Die Postkarte zeigt das Bornaer Karabinier-Regiments bei der Ablösung der Wache. Quelle: Andreas Döring

Von den 800 Soldaten in Borna gehörten 250 zum Offizierskorps. Sie lebten mit ihren Familien in der Stadt, und waren gewissermaßen die Zierde der Stadtgesellschaft. In Borna wie im gesamten Deutschen Reich, weil das Militär im Gegensatz etwa zu DDR-Zeiten einen außerordentlich guten Ruf hatte.

Wehrpflicht war damals zwei Jahre

Die Wehrpflichtigen in Borna dienten zwei Jahre, so wie es im gesamten Reich üblich war. Sie kamen weitgehend aus der Umgebung, „das waren also Einheimische“, so Militärhistoriker Gülich, Zwei Wochen Urlaub hatten die Landser, etwas weniger als der durchschnittliche NVA-Gefreite. Ausgang gab es für die Mannschaften von 18 bis 22 Uhr, sofern es die Vorgesetzten gestatteten.

Gülich stellte in Borna den letzten seiner drei Bände zur Geschichte der königlich-sächsischen Armee vor, in dem es um die Truppe in der Zeit des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reichs bis zum Ende des Ersten Weltkriegs geht. Zu dieser Zeit, so der Militärhistoriker, war die sächsische Armee weitgehend dem preußischen Militär angepasst. Lediglich in Kleinigkeiten wie der Uniform unterschied sie sich noch von den Preußen.

Von Nikos Natsidis

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