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Sogar Franzosen planschen gern mal im Regiser Freibad

Regis-Breitingen Sogar Franzosen planschen gern mal im Regiser Freibad

Ohne den Förderverein würde heute niemand mehr im Freibad Regis-Breitingen planschen. Seit zwölf Jahren engagieren sich die Vereinsakteure gemeinsam mit der Stadt für den Erhalt des Areals. Dafür gibt es Lob von Gästen, die aus Frankfurt am Main und sogar Frankreich kommen.

Spaß im großen Becken: Sogar Familien aus Frankfurt am Main und Frankreich kommen ins Regiser Freibad.

Quelle: Andreas Döring

Regis-Breitingen. „Das ist ein tolles Bad, wir kommen sehr gern hierher“, sagt Karl Christoph und lacht, als seine drei Kinder sich im großen Becken des Regiser Freibades mit Wonne vollspritzen. Die Familie lebt in Frankfurt am Main. Weil seine Frau aus Regis stammt, kommen sie oft auf Urlaub in ihre alte Heimat. Weihnachten, Ostern und im Sommer, „eigentlich immer, wenn Ferien sind“, erzählt der Gast. Bei schönem Wetter sei das Freibad geliebte Pflicht. Diesmal haben Christophs sogar eine befreundete Familie aus Frankreich mitgebracht. Auch deren Kinder tollen vergnügt im Wasser oder schwimmen mit den Eltern um die Wette auf der 25-Meter-Bahn.

Ansonsten geht es an diesem Tag eher ruhig zu, sowohl im großen Schwimmbecken als auch im Planschbecken, auf der Liegewiese, an den Tischtennisplatten und Fußballtoren. Dabei sind Ferien. „Es müsste noch wärmer sein, die Sonne intensiver scheinen“, weiß Schwimmmeister Andreas Erlewein. Man bräuchte eben richtiges Badewetter.

Ungünstig: Sommer macht immer mal Pause

Der 54-Jährige muss es wissen mit seiner langen Erfahrung. Schon als Jugendlicher wurde er Rettungsschwimmer, absolvierte später seine Ausbildung als Schwimmmeister und arbeitete im Hallenbad Altenburg. Seit 1992 ist er bei der Stadt Regis-Breitingen angestellt, betreut im Sommer die Badegäste und ist sonst Mitarbeiter des Bauhofes. Ein Freibad braucht durchgehend heiße Temperaturen, „wenn der Sommer immer mal Pause macht, ist es ungünstig“.

Luft 25 Grad, Wasser 20 Grad verkündet die Anzeigetafel die Morgenwerte am Eingang. Blauer Himmel mit einigen Wolken. Eigentlich ganz behaglich. Doch nur wenige Familien und Kindergruppen wollen an diesem Tag baden. Schon der vergangene Sommer war durchwachsen, „zum Ende zu wurde es aber besser, das hat die Saison gerettet“, erinnert sich Erlewein – und hofft auch dieses Jahr noch auf eine heißere Zeit. Schließlich sollen möglichst viele Leute das Freibad nutzen. Der Förderverein, in dem er selbst schon lange Mitglied ist, macht sich seit zwölf Jahren für den Bad-Erhalt stark.

Das ist selten. Meist kümmert sich eine Kommune komplett um ihr Freibad – oder eben auch nicht. In Zeiten der wachsenden Seen hat so mancher Ort auf sein Bad verzichtet. Auch in Regis sollte die Wasseroase 2002 schließen, die Stadt hatte kein Geld. Doch es gründete sich dieser Förderverein, rettete das Areal und betreibt es in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung bis heute erfolgreich.

Planschbecken muss saniert werden

2007 wurde das große Becken erneuert. Einst konnte man dort 50 Meter am Stück schwimmen, auch gab es einen Sprungturm. Saniert und umgebaut wurde eine kleinere 25-Meter-Variante mit Wasserrutsche. Der Besucherrekord liegt bei 14 000 Leuten im Jahr 2013. Sie kamen nicht nur aus dem 4000-Einwohner-Städtchen Regis-Breitingen, sondern auch von außerhalb. 2015 war ebenfalls ein gutes Jahr mit knapp 13 000 Badegästen.

Das nächste große Projekt des Fördervereins ist das Planschbecken, das in die Jahre gekommen ist und dringend eine Erneuerung braucht, sagt Ronny Räßler, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Die Planung dafür ist fertig, Verein und Stadt bemühen sich nach wie vor um eine Finanzierung.

Im Regiser Freibad wird nicht nur geschwommen und geplanscht. Am 2. September startet ein großes Neptunfest. Dabei tauft der König der Meere kleine und große Besucher, auch Akteure der Highlandgames werden wieder zu Gast sein. Anschließend steigt das Stadtfest im Badgelände.

Übrigens läuft nach langer Zeit wieder ein Rettungsschwimmerkurs im Regiser Bad, organisiert von der Bornaer Ortsgruppe der DRK-Wasserwacht. Für Kurzentschlossene gibt es noch freie Plätze. Der Kurs läuft bis 14. September. Die Unterrichtsstunden finden jeweils donnerstags von 19 bis 20 Uhr statt. Erfolgreiche Teilnehmer erhalten das Rettungsschwimmer-Abzeichen in Bronze oder Silber.

Von Claudia Carell

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