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Borna Solarboot düst mit zehn Stundenkilometern über den Hainer See
Region Borna Solarboot düst mit zehn Stundenkilometern über den Hainer See
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00:32 29.10.2015
Aufbruch ins Solarzeitalter auf dem Wasser: Rigo Herold (l.) und Matthias Würfel bereiten die "Helios" auf ihren ersten Einsatz auf dem Hainer See vor. Quelle: Roger Dietze
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Nicht nur aus Nachhaltigkeitsgründen, sondern auch und vor allem vor dem Hintergrund, dass das mit einem Verbrennungsmotor betriebene Boot nicht nur im Leipziger Neuseenland umstritten ist, sondern auch deutschlandweit von immer mehr Gewässern verbannt wird. Wie berichtet, ging am Sonnabend auf dem Hainer See die Jungfernfahrt des mit Solarzellen bestückten Bootes "Helios", eines ehemals in Skandinavien gefertigten Ruderbootes, über die Bühne.

Wobei Jungfernfahrt die Sache nicht ganz trifft. "Das Boot war über viele Jahre hinweg auf einem Zwickauer Teich für Touristen und Ausflügler im Einsatz, für die neuen Testfahrten haben wir die Solartechnik aber grundlegend überarbeitet", erläutert Matthias Würfel, seines Zeichens Professor für Leistungselektronik und Dekan der Fakultät Elektrotechnik an der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Eine Bildungsstätte, die deutschlandweit einer der universitären Vorreiter auf dem Gebiet der Solarforschung ist. "Wir sind eine der ganz wenigen Hochschulen im Land wenn nicht gar die einzige, in der der Studiengang Elektromobilität angeboten wird", so Rigo Herold, Professor für Digitale Systeme, der am Hainer See ein Feriengrundstück erworben und damit günstige Voraussetzung für die Fortführung der Testreihen im nächsten Jahr geschaffen hat.

"Wir können das Boot dann hier auch für einige Tage unter stellen und meine Studenten zudem problemlos übernachten", so der passionierte Segler, der mit seinem Team jedoch nicht nur aus diesem Grund dem Hainer See den Vorzug vor der Talsperre Pöhl als Testgewässer gegeben hat. "Der Hainer See ist infrastrukturell sehr gut erschlossen, zudem ist das Gewässer hinsichtlich der Größe ideal, um bei einem Technikausfall in eine überschaubaren Zeit das Ufer mittels Muskelkraft wieder zu erreichen", so Herold, der vorgestern zudem eine von ihm entwickelte Datenbrille für Bootslenker einem ersten Praxistest unterzog.

Mittels der Brille kann der jeweilige Steuermann - ganz gleich ob er nun Segler oder Führer eines Motorbootes ist - Informationen über den Kurs und die Wassertiefe abrufen, ohne sich in eine - auf einem Segelboot in der Regel eh nicht vorhandene - Kabine zurückziehen zu müssen. Nach der gut vierstündigen Testfahrt bei idealen Wetterbedingungen hatte das Hochschulteam erste Erkenntnisse insbesondere den Solarantrieb betreffend gewonnen. "Wir haben die auf dem See zulässige Höchstgeschwindigkeit von zehn Stundenkilometern nur knapp verfehlt, im nächsten Jahr planen wir den Einsatz von Solarmodulen, die bis zu 50 Prozent mehr Leistung bringen", sagte Rigo Herold weiter.

Roger Dietze

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