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Sorgen eines Röthaer Schäfers

Sorgen eines Röthaer Schäfers

Es ist kalt, alles friert. Die gefühlte schlechte Stimmung, die der nicht enden wollende lange Winter zurzeit bei vielen Menschen hinterlässt, geht auch an Schäfer Gerhard Baumann aus Rötha nicht spurlos vorüber.

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Auf der Weide in Kahnsdorf: Schäfer Gerhard Baumann. Ohne Hütehund ist eine Herde Schafe nicht beherrschbar.

Quelle: Jakob Richter

Rötha. Aus einem ganz profanen Grund: Das Futter für seine Tiere ist alle. Nicht nur bei ihm. "Alle haben die Vorräte an Heu aufgebraucht", erzählt der 67-Jährige. Er muss inzwischen nachkaufen, um die 500 Schafe in diesen frostigen Tagen satt zu kriegen. Ein ziemlich teurer Spaß, der hoffentlich bald endet, sagt der erfahrene Schäfer.

Ostern waren für ihn ganz normale Tage. Tiere kennen halt keinen Feiertag. Natürlich kam auch Lamm auf den Tisch. Er habe noch etwas Fleisch eingefrostet, erzählt Baumann. Denn Osterlämmer, die der Normalsterbliche gern mit Ostern in Berührung bringt, "kommen im Dezember auf die Welt." Er selbst habe momentan gar keine. Sie hätten Probleme auf dem gefrorenen Boden. Die Herde lebt immer draußen, Baumann besitzt keinen Stall. Um der Kälte etwas aus dem Weg gehen zu können, hat er einen anderen Rhythmus für die Zucht gefunden. Mitte Dezember deckten die fünf Böcke die Mutterschafe, erst im Mai kommen die neuen Lämmer zur Welt. Im Frühjahr werden die Tiere wieder im Umkreis von rund 30 Kilometern - auf Wiesen, von Markkleeberg bis Borna gelegen - weiden. Sie fressen das, was draußen wächst. Bio im besten Sinne. Von den Lebensmittel-Skandalen der jüngsten Vergangenheit hat Baumann eigenen Worten zufolge nichts bemerkt. Die Kundschaft, die von ihm kaufe, sei zufrieden mit der Qualität. Seine Tiere der Rasse Coburger Fuchs sind drahtig, das Fleisch schmecke gut. Es sei eine anspruchslose und widerstandsfähige alte Rasse, die früher in kargen Mittelgebirgslandschaften weit verbreitet und vom Aussterben bedroht war. Die Zeiten seien auch für Schäfer schwieriger geworden. Baumann ist im Rentenalter. Gestern würde er aufhören, sagt er auf eine Nachfrage. Ein Nachfolger scheint mit einem jungen Kollegen (35), der seit einem Jahr bei ihm arbeitet, gefunden. Er soll ein ordentliches Auskommen haben, wünscht sich Baumann. "Wir brauchen neue Flächen." Er bemühe sich zurzeit ums Grün am Flughafen Leipzig/Halle. Im Übrigen mache der ständig wachsende bürokratische Aufwand zu schaffen. In Zeiten, in denen es um den Nachwuchs in der Zunft nicht gerade gut bestellt sei, will ihm manche Vorschrift nicht einleuchten. "Wenn ich das wollte, hätte ich mir gleich einen Bürojob gesucht", sagt er und ergänzt, dass er im Prinzip jemanden einstellen könne, der zwei Tage pro Woche im Büro sitzt. Computerarbeit - auch für einen Schäfer sei sie heute normal. Bedauern schwingt in seinen Worten mit. Bis heute muss der neue Weideplan abgegeben werden - papierne Mühen der Ebenen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.04.2013

Saskia Grätz

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