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Borna Sozialamt hat Umzug ins Bornaer Ex-Finanzamt gut bewältigt
Region Borna Sozialamt hat Umzug ins Bornaer Ex-Finanzamt gut bewältigt
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00:20 22.09.2017
Sachbearbeiterin Julia Saz bearbeitet im Sozialamt BaföG-Anträge. Ihr Büro befindet sich im ehemaligen Finanzamt – mit direktem Blick aufs Bornaer Rathaus. Quelle: Jens Paul Taubert
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Landkreis Leipzig/Borna

Im ehemaligen Finanzamt in der Bornaer Brauhausstraße 8 ist seit wenigen Wochen das Kreis-Sozialamt untergebracht. Der Behördenbau unmittelbar hinter dem Bornaer Rathaus wird inzwischen rege frequentiert. Mit dem Bezug der Immobilie, in der sich auch noch das Kommunale Jobcenter befindet, wurde ein Teil des Unterbringungskonzepts des Kreises umgesetzt. Ämter, die bisher in Borna und Grimma untergebracht waren, sind nun an jeweils einem Standort vereint. Dies trifft auch auf das Sozialamt zu, das in der ersten Etage des Ex-Finanzamtes Einzug gehalten hat.

„Bisher“, erläuterte dessen Leiterin Karina Keßler, „waren unsere Mitarbeiter in der Bornaer Stauffenbergstraße und in Grimma untergebracht.“ Die vier Sachgebiete waren auf mehrere Standorte aufgesplittet, was organisatorisch nicht als Glücksfall galt. Im Unterbringungskonzept, das der Kreistag 2016 verabschiedete, war dies als Mangel benannt worden. „Eine Aufteilung der einzelnen Sachgebiete auf mehrere Standorte ist aus fachlicher und personalwirtschaftlicher Sicht in Verbindung mit der hohen Beschäftigtenzahl des Sozialamtes nicht zu empfehlen“, hieß es zur Ausgangssituation. Die Gutachter rieten dazu, auch die Trennung des Bereichs BAföG zwingend aufzuheben.

Insgesamt zählt das Sozialamt 77 Mitarbeiter sowie drei Auszubildende, deren Berufsziel der Verwaltungsfachangestellte ist. In Grimma, wo bisher 22 Beschäftigte saßen, befinden sich nur noch sechs Mitarbeiter. „Lediglich der Bereich Grundsicherung/Sozialhilfe ist in Grimma verblieben“, erläutert Karina Keßler. Die Ansprechpartner sind unter neuer Anschrift in der Bahnhofstraße 5 zu finden.

Amtsleiterin Karina Keßler (l.) im Beratungsgespräch mit Jana Zegula. Quelle: Jens Paul Taubert

„Den Umzug und die Zusammenführung haben wir sehr gut bewältigt“, fasst die Amtschefin die vergangenen Wochen zusammen. „Die Verhältnisse in der Stauffenbergstraße waren zuletzt sehr beengt“, erläuterte sie. Nunmehr werden die Mitarbeiter durch helle und freundliche Büros entschädigt. Sämtliche Räume in der Brauhausstraße wurden nach dem Auszug des Finanzamtes auf Vordermann gebracht. „Es ist schon ein sehr angenehmes Arbeiten“, bestätigt Sachbearbeiterin Julia Saz, die von ihrem Schreibtisch aus direkt auf das Bornaer Rathaus blickt und BAföG-Anträge bearbeitet.

Durch die Zentralisierung seien natürlich weitere Wege entstanden, räumt Karina Keßler ein. „Kritische Stimmen aus der Bevölkerung hat es dazu aber nicht gegeben“, resümiert die Amtschefin. Ein möglicher Grund: Auf die neue Situation hat man frühzeitig reagiert. „Bereits seit einiger Zeit bieten wir Termine in den einzelnen Sozialräumen an, so dass die Bürger dezentrale Anlaufpunkte haben.“ So gehört zum Beispiel das Multiple Haus in Böhlitz zu den regelmäßigen Stationen des Kreissozialamtes auf Rädern. „Besonders ältere Bürger, die nicht mehr so mobil sind, wissen diesen Service zu schätzen.“ Monatlich versuchen Karina Keßler und Pflegekoordinator Nils Neu, zwei bis drei Regionen abzudecken. Vor Ort werden dann Anträge ausgereicht, Fragen beantwortet: „Besonders Senioren schwören auf die Papierform und sind dankbar, wenn wir die Papiere gleich gemeinsam ausfüllen.“ Zunehmend mehr Bürger würden ihre Anliegen aber auch auf elektronischem Wege vortragen. „Man muss nicht zwangsläufig auf dem Amt erscheinen, vieles lässt sich online erledigen.“

Mit dem Pflegestärkungsgesetz und Änderungen bei den Vermögensfreigrenzen für Sozialhilfeempfänger hätten sich im Übrigen etliche gesetzliche Grundlagen geändert. „Hier gilt es, viele Fälle neu zu bearbeiten.“ Zu den Zahlen des Vorjahres erklärte Karina Keßler: „Insgesamt wurden 8900 Anträge auf Wohngeld sowie 6500 Anträge auf einen Schwerbehindertenausweis gestellt. In 4400 Fällen wurde Elterngeld und in 3500 Fällen Sozialhilfe beantragt.“ Eine Übernahme der Pflegekosten machte sich in rund 500 Fällen nötig. Zuschüsse nach dem BAföG-Gesetz wurden etwa 1000 Studierenden genehmigt.

Die nächsten Beratungstermine des Kreissozialamtes finden am heutigen Dienstag von 15 bis 17 Uhr in der Stadtverwaltung Kitzscher, Ernst-Schneller-Straße-1, und am 17. Oktober von 15 bis 17 Uhr in der Stadtverwaltung Brandis, Markt 1, Ratssaal statt.

Von Simone Prenzel

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