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Borna Sozialkaufhaus braucht mehr Platz
Region Borna Sozialkaufhaus braucht mehr Platz
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16:25 19.05.2015
Steffi Oberreich, Lillie Bachmat, Frank Edler und Uwe Kaltenborn (v.l.) kümmern sich im Sozialkaufhaus in Borna-Gnandorf um den Aufbau und das Auspreisen der Möbel. Quelle: Julia Tonne

Nachdem im Februar der Bürgertreff in Borna-Gnandorf eröffnet wurde (die LVZ berichtete), verkauft das Sozialkaufhaus seit März Schrankwände, Elektrogeräte, Küchen und Haushaltswaren. Und die Nachfrage wächst stetig.

Für Wolfgang Osterkamp, Geschäftsführer der Initiative, beweist der Andrang, dass eine Außenstelle des Bürgertreffs mit einem Sozialkaufhaus dringend notwendig war. "Viele, die hier wohnen, sind zum Teil gesundheitlich nicht in der Lage, jedes Mal in die Schulstraße zu kommen, um dort zum Beispiel Mittag zu essen oder Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zum Anderen ist der finanzielle Aufwand für öffentliche Verkehrsmittel zu hoch", begründet er.

Daher wurde ein Großteil der Angebote aus Borna-Ost nun auch in der Raupenhainer Straße 98 in Gnandorf übernommen. Die Hilfen können von Menschen genutzt werden, die Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe beziehen oder deren Einkommen unter der Pfändungsfreigrenze liegt. Das Spektrum umfasst neben dem Bürgertreff unter anderem eine Mittagsküche, den Verkauf von Kleidung und Hilfe bei Antragsstellungen. Neu ist zudem, dass seit kurzem auch Backwaren verkauft werden. Außerdem ist es möglich, Renovierungs- und Umzugshilfen zu bekommen.

Um das alles zu ermöglichen, gespendete Möbel abzuholen und das verkaufte Mobiliar zu liefern, hat der Verein jetzt auch einen Lastwagen angeschafft. Möglich war das durch eine Spende der Sparkasse Leipzig und ein zinsgünstiges Darlehen. Besonders beliebt sind neben den Schlafzimmern Polstergarnituren, die zum Bett umgebaut werden können. Auch Kühlschränke und Waschmaschinen werden täglich nachgefragt. Für den Aufbau im Kaufhaus und die Auspreisung sind Mitarbeiter der Initiative zuständig. "Der Preis richtet sich nach der Größe und dem Zustand", sagt Steffi Oberreich, die sorgfältig überprüft, welches Möbelstück wie viel kosten darf. Natürlich seien Ratenzahlungen möglich, Zinsen fielen nicht an.

Zwei Wohnungen hat die Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiative von der stadteigenen Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft in Gnandorf bekommen, doch nach gerade einmal vier Monaten wird der Platz schon wieder eng. Gerne würde Osterkamp noch zwei weitere Wohnungen in dem Haus mieten, "wir müssen uns vergrößern", sagt er. Zudem liebäugelt er mit einer benachbarten Lagerhalle, die genug Platz für die Möbel hätte. Zurzeit seien einige Stücke noch im Keller zwischengelagert, weil im Erdgeschoss jede Ecke genutzt sei. Die Erlöse des Kaufhauses fließen in Ausgaben wie Miete, Strom und Nebenkosten.

Seit Mitte Juni gibt es noch eine Neuerung in Gnandorf und in Borna-Ost: Der Verein verkauft freitags an beiden Standorten preisgünstig Backwaren, die in der hauseigenen Bäckerei der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen hergestellt werden. Und das Angebot ist riesig. Es reicht von Rosen- und Olivenbrot über Baguettes bis hin zu Mohn-, Mehrkorn- und Volkornbrötchen.

Der Bürgertreff und das Sozialkaufhaus sind Montag bis Donnerstag täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Freitags von 9 bis 14 Uhr. Für Spenden ist das Sozialkaufhaus telefonisch unter 03433/260 97 38 oder 0157/3 65 43 54 zu erreichen. Diese werden kostenfrei abgeholt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.07.2013

Julia Tonne

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