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Sozialladen und Kummerkasten in einem

Sozialladen und Kummerkasten in einem

Zur Ruhe kommt Monika Sydlo während der Öffnungszeiten des Rot-Kreuz-Zentrums in Borna nicht. Die Kunden stehen im Geschäft des DRK Leipzig Land in der Roßmarktschen Straße Schlange.

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Monika Sydlo (links) und Susanne Beute arbeiten beide für das Rot-Kreuz-Zentrum in Borna.

Quelle: Julia Tone

Borna. Doch wer hierher kommt, möchte nicht nur Haushaltswaren und Kleidung kaufen, sondern freut sich auch über ein offenes Ohr der Mitarbeiter.

Seit 2005 gibt es das Rot-Kreuz-Zentrum mittlerweile. Zu den Angeboten gehören unter anderem die Beratung bei Behördengängen und Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, dem Zentrum ist aber auch ein Sozialmarkt angeschlossen, in dem Gebrauchtbekleidung und Neuwaren verkauft werden. In den vergangenen vier Jahren ist die Nachfrage jedoch stärker gewachsen als in den Jahren davor. "Es gibt in Borna und Umgebung immer mehr Bedürftige und Asylanten, viele Langzeitarbeitslose", begründet Sydlo. Seit 2010 hätten sie und ihre vier ehrenamtlichen Mitarbeiter mehr als 800 Kundenkarten ausgestellt, über die Kunden nachweisen, dass sie geringe Renten oder Hartz IV beziehen. Doch auch bei Arbeitnehmern sitze nicht mehr jeder Euro so locker, weshalb auch sie in der Roßmarktschen Straße einkaufen.

Die Kleidung und auch Textilien wie Bettwäsche und Tischdecken, die dort angeboten werden, bekommt das DRK über die Kleidersammlung und aus Kleiderkammern. Hosen, Röcke, Hemden, Shirts und Kindersachen werden zunächst in die Zentrale nach Zwenkau gebracht, dort sortiert und durchgeguckt. Denn nur saubere und einwandfreie Ware könne angeboten werden, macht Ines Morgenstern, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim DRK Leipzig Land, deutlich. Bei Interesse bieten die Mitarbeiter sogar einen Shuttle zum Sozialmarkt nach Zwenkau an. Dort reicht das Angebot von Elektrogeräten bis hin zu Möbeln.

"Rege genutzt", wie Sydlo sagt, werde auch der Fax-und Kopierservice im Rot-Kreuz-Zentrum. Viele Kunden kämen, um sich bei Behördenangelegenheiten beraten zu lassen und um sich Hilfe beim Ausfüllen von Formularen zu holen. "Wir helfen auch bei Anrufen bei Behörden, zum Beispiel für Menschen, die noch nicht so gut Deutsch sprechen", erklärt sie. Sydlo und ihre ehrenamtlichen Helferinnen im Laden passen außerdem auch schon einmal auf die Kinder der Kunden auf, wenn diese Kleidung anprobieren wollen. "Für viele sind wir auch so etwas wie ein Kummerkasten oder einfach mal jemand, der ein offenes Ohr hat", sagt Gerda Sachs, die seit acht Jahren hier aushilft und für die das DRK längst "zur zweiten Heimat geworden ist". Vor allem das mache das Rot-Kreuz-Zentrum zu einer beliebten Anlaufstelle.

Zum Rot-Kreuz-Zentrum in der Kreisstadt gehört neben dem Sozialladen auch die Beratungsstelle Borna, die ihren Sitz auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat. Dort stehen Schwangerschafts-, Familien-, Ehe- und Lebensberatung im Mittelpunkt. Außerdem ist in der Roßmarktschen Straße 4 eine Außenstelle der Sozialstation untergebracht. Der Pflegedienstleiter Norman Weigand und Schwester Susanne Beute kümmern sich um das Wohl von Patienten. Ihr Aufgabengebiet reicht von Hilfe im Haushalt und bei der Zubereitung von Mahlzeiten über Verabreichung von Medikamenten bis hin zur Kontrolle der Vitalwerte. Weigand und Beute helfen aber auch pflegenden Angehörigen, wenn diese mal eine Auszeit brauchen. Sie übernehmen dann die Versorgung der Pflegebedürftigen. "Außerdem vermitteln wir zum Beispiel medizinische Fußpflege und Friseure. Die kommen dann zu den Patienten ins Haus", erklärt Beute.

Geöffnet ist das Rot-Kreuz-Zentrum montags bis donnerstags in der Zeit von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 17 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.09.2014
Julia Tonne

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