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Sozialplan - Edeka sträubt sich

Sozialplan - Edeka sträubt sich

In wenigen Monaten schließen sich hinter den Edeka-Mitarbeitern die Türen des bisherigen Lagers in der Stauffenbergstraße. Die Standorte in Borna und Hof bei Oschatz werden zugunsten des im Bau befindlichen neuen Logistikzentrums in Berbersdorf bei Chemnitz aufgegeben (die LVZ berichtete).

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Die Tage des Edeka-Lagers in der Stauffenbergstraße sind gezählt. 2014 soll das neue Zentrum in Berbersdorf in Betrieb genommen werden.

Quelle: Julia Tonne

Borna. In Borna sind 270 Mitarbeiter von der Schließung betroffen. Kritik am Vorgehen von Edeka gibt es von der Gewerkschaft Verdi und von der Stadt.

Edeka hält an den Plänen fest, denn der Sprecherin von Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen zufolge würden beide Lager bezüglich der Artikelanzahl "an ihre Kapazitätsgrenzen" stoßen. Der Weiterbetrieb sei "in der derzeitigen Konfiguration unwirtschaftlich".

Von der Gewerkschaft Verdi gibt es allerdings scharfe Kritik. "Edeka sträubt sich gegen einen Sozialplan", erklärt Sylke Hustan, die bei Verdi für den Groß- und Einzelhandel zuständig ist. Zwar wurde bereits 2009 ein Sozialtarifvertrag abgeschlossen, der beinhaltet, dass die, die nach Berbersdorf mitwollen, einen Arbeitsplatz angeboten bekommen, und Arbeitnehmer, die nicht umziehen wollen, eine Abfindung erhalten. "Doch für einen Sozialplan zwischen Betriebsrat und Edeka haben die Verhandlungen noch nicht begonnen", so Hustan weiter. Der regele unter anderem die Übernahme von Umzugskosten, die Höhe der Abfindungen und den Umgang mit Zugehörigkeitsjahren. Dass sich der Arbeitgeber noch sträubt, liegt für die Gewerkschaft schlicht und ergreifend daran, "dass so ein Sozialplan Geld kostet".

Deshalb hat der Betriebsrat nun die zuständige Einigungsstelle informiert, um mit Hilfe des Einigungsstellenverfahrens eine Lösung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber zu erreichen. Und die Zeit drängt: Ab Sommer 2014 soll das neue Zentrum in Berbersdorf stufenweise in Betrieb genommen werden. Die Mitarbeiter in Borna haben Edeka zufolge ein Angebot bekommen, mit nach Berbersdorf umzuziehen. "Entsprechende Fahrtkostenregelungen sind im Sozialtarifvertrag vereinbart", sichert Edeka zu. Allerdings: Solange der Sozialplan nicht steht, ist es für Bornaer Mitarbeiter schwer, sich für Berbersdorf zu bewerben, stellt Hustan klar. "Denn sie wissen ja gar nicht, welche Bedingungen sie erwarten." Und eben diese Bedingungen seien im Sozialplan festgelegt.

Dennoch sind die ersten Ausschreibungen bereits angelaufen, zum Beispiel für Kraftfahrer und Anlagenführer. "Dass es jetzt schon Ausschreibungen gibt, ist den Bornaer Arbeitnehmern gegenüber sehr unfair", kritisiert Hustan. "Wie die Führung von Edeka mit ihren Mitarbeitern hier umgeht, ist bösartig." Auch die Stadtverwaltung Borna kritisiert die Kommunikation des Unternehmens. Die sei "nicht so offen, wie sie in einem solchen Fall eigentlich sein müsste", sagt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Sie habe den Kampf der Mitarbeiter um die Arbeitsplätze immer unterstützt, leider ohne Erfolg.

Mit Berbersdorf schlägt Edeka sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen seien keine Erweiterungen und Investitionen in Borna notwendig, zum anderen sei der neue Standort durch die Autobahnverlängerung der Autobahn 72 verkehrstechnisch deutlich besser angeschlossen, wie die Edeka-Sprecherin betont. Für Verdi ist das durchaus nachvollziehbar, nicht aber der "unfaire Umgang mit den Beschäftigten".

© Kommentar Seite 25

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.05.2013

Tonne, Julia

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