Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Sparkasse Leipzig schließt vier Filialen in den Landkreisen
Region Borna Sparkasse Leipzig schließt vier Filialen in den Landkreisen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:20 31.01.2017
Die Sparkasse Leipzig muss auf ein verändertes Kundenverhalten und die Niedrigzinsfrage reagieren.  Quelle: dpa
Landkreis Leipzig

 Sparkasse Muldental und Volksbank Leipzig haben es schon hinter sich. Jetzt zieht auch die Sparkasse Leipzig nach: Ein verändertes Kundenverhalten – immer mehr nutzen die digitalen Angebote der Kasse für ihre Bankgeschäfte – der wirtschaftliche Druck in der anhaltenden Niedrigzinsphase und die demografische Entwicklung im ländlichen Raum zwingen das Institut, ihr Standortnetz zu optimieren. Insgesamt sind 16 Filialen beziehungsweise SB-Standorte in der Region betroffen.

Die Gründe für die Schließungen sind dieselben: Innerhalb der Sparkasse Leipzig haben im vergangenen Jahr 19 Prozent mehr Kunden als 2015 das Online-Banking für sich entdeckt. Jedes Jahr kämen 15 000 Nutzer hinzu. „Die Sparkassen-App und das digitale Angebot der Sparkasse Leipzig wird für immer mehr Kunden, auch in den ländlichen Gebieten und in allen Altersgruppen attraktiver. Auch wenn wir weiterhin den Anspruch haben werden, ein starkes Filialnetz in der Fläche aufrecht zu erhalten, müssen wir auf diese Veränderungen reagieren, um unsere Ertragskraft künftig halten zu können“, erklärte Leipzigs Sparkassenchef Harald Langenfeld am Montag.

Betroffene Standorte

Filiale Rötha, Markt 10, wird geschlossen und mit der Filiale in Böhlen, Bahnhofstraße 16, zusammengelegt. Zudem soll in Rötha ein Haltepunkt für die fahrbare Filiale eingerichtet werden.

Die Selbstbedienungspunkte (SB-Center) Espenhain Post, Deutzen Markt und Kitzen Ernst-Thälmann-Straße werden geschlossen. Es sollen Haltepunkte für die mobile Filiale eingerichtet werden.

Filiale Eilenburg Leipziger Höhe (Lilienstraße 15): Zusammenlegung mit Filiale Eilenburg-Hirschgasse (Torgauer Straße 38) und Umwandlung in Selbstbedienungs-Standort

Filiale Delitzsch-Sonnenwinkel (Sonnenwinkelweg 1), Zusammenlegung mit Filiale Delitzsch-Markt (Markt 9), Schaffung eines Geldautomatenstandorts im näheren Umfeld

Die Selbstbedienungs-Center in Rackwitz, Wiedemar, Glesien und Süptitz werden durch fahrbare Filialen ersetzt. Wegfallen sollen zudem die SB-Center in Delitzsch-Ost in der Johannes-R-Becher-Straße (Alternative: Filiale Delitzsch-Mitte, Eilenburger Straße 72) und das SB-Center in der Nossener Straße in Oschatz (Alternative: Filiale in der Sporerstraße 1). Betroffen sind auch zwei SB-Center in Torgau.

 Die Präsenz in der Fläche sei Teil des genetischen Codes der Sparkasse Leipzig. Langenfeld: „Um weiter stark zu bleiben, müssen wir betriebswirtschaftlich gegensteuern.“ Dazu wurde in den vergangenen Monaten das Filialnetz beobachtet. Wer nutzt wo, welche Beratungs- oder Kassenangebote wie oft? Im Ergebnis kristallisierten sich „teils hochdefizitäre Standorte heraus, an denen wir unseren Einsatz jetzt anpassen müssen“, ergänzte Vertriebsdirektor Jens Köhler.

Aus der Theorie setzt das Institut jetzt die Praxis um. Zum Ende dieses Jahres werden jeweils zwei Filialen in Nordsachsen und im Kreis Leipzig mit anderen zusammengelegt. Weitere vier (Landkreis Leipzig) beziehungsweise acht (Nordsachsen) SB-Standorte (EC-Automat und Kontoauszugsdrucker) werden ebenfalls dicht gemacht und teils durch mobile Filialen ersetzt – das Bäckerauto lässt grüßen. Es steht noch nicht endgültig fest: Bislang gehe die Leitung aber davon aus, dass das Sparkassen-Mobil einmal, eventuell zweimal in der Woche die Standorte anfahren werde. Nordsachsen habe mit dem Mobil bereits gute Erfahrungen gemacht.

Köhler: „Bei diesen Anpassungen haben wir darauf geachtet, dass es bei zumutbaren Entfernungen bleibt.“ Unzumutbar wären Wege ab 15, 20 Kilometer zur nächsten Filiale, so Vorstandsvorsitzender Langenfeld. In den betroffenen Kommunen sei man mit den Bürgermeistern über die Schließungen im Gespräch. „Es herrscht ein verbreitet großes Verständnis. Auch wenn wir unsere Entscheidungen punktuell stärker erklären müssen“, so Langenfeld weiter.

Zu den Schließungen wird die Sparkasse Leipzig an allen ihrer 75 verbleibenden Filialen die Öffnungszeiten anpassen. „Das wird nach dem Kundenaufkommen und dem ermittelten Bedarf an Service und Beratung durch die Sparkassenmitarbeiter erfolgen. Generell werden die Kernöffnungszeiten aber verkürzt. Was nicht bedeutet, dass außerhalb dieser Zeiten, keine Kundengespräche stattfinden können“, so Köhler. Jeder Kunde könne sich bei seinen Beratern jederzeit Termine vereinbaren. Denn, das betonte Harald Langenfeld mehrfach: „Die Filiale wird bei aller Digitalisierung auch in Zukunft das Hauptvertriebsfeld der Sparkasse Leipzig bleiben.“ Digitale und persönliche Angebote würden aber stärker miteinander vernetzt.

Dass die Mitarbeiter in den Filialen für die neuen und alten digitalen Angebote stärker qualifiziert werden sollen, gehe mit dem Anspruch einher, „auch älteren Kunden den Umgang mit den medialen Möglichkeiten der Sparkasse Leipzig zugänglich zu machen. Es wird da Beratungsangebote geben. Denkbar sind Online-Banking-Kurse an den Volkshochschulen, mit denen wir länger gut zusammenarbeiten“, blickte auch Vertriebsdirektor Marcel Kollmann voraus.

Von Thomas Lieb

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Sana Klinik in Borna hat ihr medizinisches Spektrum mit der Pneumologie vergrößert. Lungenärztin Anja Häussermann ist ab sofort für die Behandlung der Erkrankungen der Lunge zuständig und arbeitet eng mit dem Bereich der Brustkorbchirurgie zusammen.

31.01.2017
Borna Selbstverteidigung in Borna - Wing Tsun: Viel schwerer als es aussieht

Um im Falle eines Übergriffs nicht gelähmt und somit handlungsunfähig zu sein, haben sich die LVZ-Redakteurinnen Tatjana Kulpa und Nathalie Rippich in einen Selbstverteidigungs-Crashkurs Tipps geholt.

31.01.2017

Spezialanfertigungen für Brückenbauer: Über Nacht lieferte das Betonwerk Bad Lausick sechs Segmente einer großen Straßenbrücke aus, die ab Dienstag in Schkopau südlich von Merseburg montiert werden sollen. Die bis zu 50 Tonnen schweren und 32 Meter langen Bauteile sind die ersten, die das Unternehmen in einer in Thierbach neu errichteten Halle produzierte.

31.01.2017