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Borna Sparkassen-Filiale am Röthaer Markt öffnet wieder
Region Borna Sparkassen-Filiale am Röthaer Markt öffnet wieder
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08:36 29.10.2018
Die am Röthaer Kunstprojekt beteiligten Akteure und Helfer trafen sich zum Abschluss in der früheren Sparkassenfiliale. Quelle: Bert Endruszeit
Rötha

Viele staunende Blicke gab es am Sonnabend bei den Röthaer Einwohnern. Der Grund: Die örtliche Sparkassenfiliale am Markt hatte plötzlich wieder ihre Tore geöffnet. Doch das vor einigen Monaten geschlossene Kreditinstitut kam nicht etwa zurück – hinter der Aktion steckte das Kunstprojekt „Home sick Home“, das nach Markkleeberg und Kitzscher nun in Rötha gastierte. Zwei Monate lang lebten und arbeiteten die Dresdnerin Ina Weise und der Potsdamer Marcus Große in Espenhain und Rötha, dem Leben in der sächsischen Provinz auf der Spur. „Wir haben sofort gespürt, dass die geschlossene Sparkasse in Rötha ein ganz wunder Punkt ist“, erklärte Große. Das bestätigte auch die Röthaerin Gisela Kaiser. „Die Schließung war damals eine falsche Entscheidung, die sich auch gegen die Menschen in den umliegenden Orten richtete.“ Die Böhlener Filiale sei keine echte Alternative, dort wären zudem die Parkplätze knapp.

Die Meinungen und Gedanken der Röthaer wurden auf Buttons festgehalten und sollen in die Dokumentation einfließen

„Neueröffnung“ in Rötha macht neugierig

Im Vorfeld ihrer Kunstaktion hatten Ina Weise und Marcus Große rund 1000 Flyer in Rötha verteilt und auf ihre inszenierte „Neueröffnung“ hingewiesen. „Das war gleichzeitig eine Einladung, hier mal vorbeizukommen“, so Weise. „Wir haben ganz bewusst offen gelassen, worum es hier geht.“ Etliche Röthaer schauten vorbei und brachten ihre ganz eigenen Sichtweisen mit. „Die Leute haben fast alle Verlusterfahrungen erlebt. Viele beklagen die schlechten Einkaufsmöglichkeiten, und dann hat am Markt auch noch das Café dicht gemacht. Dabei ist ein Markt ohne ein Café eigentlich ein Unding.“

HOME SICK HOME: HIER - Habitat Inventur Espenhain Rötha Die zweite Aktion an diesem Tag lud alle Röthaer*innen und...

Gepostet von Kulturbahnhof e.V. am Montag, 15. Oktober 2018

Im Gespräch mit den Einwohnern mussten die beiden Künstler jedoch immer wieder betonen, dass sie keine Stadtteilmanager sind. Die temporäre Wiederbelebung der Sparkasse sollte ein Kunstprojekt sein, aber eines mit vielen Denkanstößen. Schnell kristallisierten sich viele teilweise gewagte Ideen heraus, was mit der verwaisten Filiale geschehen könnte. Hier könnte man doch einen Krimi mit Banküberfall drehen, schlugen einige vor. Gesagt getan, im Handumdrehen wurden einige kleine Szenen gedreht, die in den vergangenen Tagen direkt vor Ort gezeigt wurden.

Ideen und Vorschläge sollen dokumentiert werden

Die beiden Künstler sammelten darüber hinaus zum Projekt zahlreiche Meinungsäußerungen von Röthaern und brachten die in verknappter Form auf Buttons an die Wand. Dabei soll es aber nicht bleiben, die Sammlung von Ideen und Vorschlägen soll in eine spätere Auswertung einfließen. „Wir erarbeiten eine Empfehlung, was mit den Räumen künftig geschehen könnte“, so Weise.

Organisatoren mit allen Stationen zufrieden

Das mehrteilige Kunstprojekt fand nun in Rötha seinen Abschluss. Mandy Gehrt, künstlerische Leiterin vom Organisator Kulturbahnhof Markkleeberg, zog ein durchaus positives Fazit. „Jeder Ort war anders, die Kuratoren haben sehr interessante und aufschlussreiche Projekte auf die Beine gestellt.“ Überall hätten sich Anwohner rege beteiligt. „Und in jedem Ort konnten wir auf die volle Unterstützung durch die Bürgermeister setzen. Das war sehr angenehm.“

Ina Weise wird nun wieder einen Job an der Universität in Weimar aufnehmen und sich einem Filmprojekt zum Denkmalschutz für Bauten der 60er- und 70er-Jahre widmen. Marcus Große ist ab Januar als Grafikdesigner für den Wahlkampf einer Wählergruppe in Potsdam zuständig.

Von Bert Endruszeit

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