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Borna Spektakuläre Sprünge: Weltmeister wirbt in Braußwig für Fahrrad-Trial
Region Borna Spektakuläre Sprünge: Weltmeister wirbt in Braußwig für Fahrrad-Trial
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00:21 21.09.2017
Doppelweltmeister Marco Thomä zeigt Kindern auf seinem früheren Trainingsgelände, wie weit man es beim Trial bringen kann. Quelle: André Neumann
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Kitzscher/Braußwig

Es ist nicht ganz klar, ob der sechsjährige Hannes weiß, dass ihm gerade ein leibhaftiger Weltmeister bei der Fahrt mit dem Fahrrad über den Balken und andere Hindernisse auf der kurzen Trial-Strecke hilft. Auch viele andere Kinder stehen an. Sie alle möchten unter Anleitung ein paar Runden auf dem eigens abgesteckten Parcours drehen.

Der Sonntagvormittag in dem Kitzscheraner Ortsteil Braußwig ist vielleicht der Wiedereinstieg in eine spektakuläre Sportart, für die der kleine Ort rund zwei Jahrzehnte lang berühmt war. Teilweise noch berühmt ist, weil von hier eben dieser zweifache Weltmeister im Fahrradtrial stammt: Marco Thomä.

Auf dem Gelände neben dem Spielplatz gegenüber vom Dorfteich stehen und liegen noch einige der Elemente aus Beton und Holz, auf denen der 29-Jährige und seine Sportfreunde in den 90er und 2000er Jahren mit ihren Rädern trainiert haben. Thomas Henoch gehörte beispielsweise dazu, der selbst bei Weltmeisterschaften startete, einmal Dritter wurde, Mirko Engler, der jetzt in Rötha wohnt, Heiko Wittig und Gordon Mann. Trial war damals am TSV Kitzscher angegliedert. Aufgebaut hatte die Strecke und den Sport in den Achtzigerjahren Jochen Kunze. Vom heute Achtzigjährigen, der zuvor selbst Motorrad-Trial und Cross gefahren war, sprechen die Jüngeren immer noch mit Respekt.

Wie es richtig geht, wenn man lange trainiert hat, zeigt Doppelweltmeister Marco Thomä beim Schnuppertag in Braußwig den staunenden Kindern. Scheinbar mühelos hüpft er nur auf dem Hinterrad auf den Rand eines aufrecht stehenden Betonrohres und dreht sich darauf.

Thomä und Henoch und einige andere aus der Riege der früheren Leistungssportler wollen Trial jetzt gern wieder in Braußwig ansiedeln. Interesse dafür scheint es zu geben, das beweisen 20 bis 30 Kinder, die zum Schnuppertag gekommen sind. Nicht nur aus Braußwig und Kitzscher, sondern, so wie früher auch, aus der Umgebung.

Henoch hat mit einigen Helfern das Gelände freigeschnitten, das seit rund einem Dutzend Jahre nicht mehr genutzt wurde und zugewachsen war. Er hat sein altes Rad zurückgekauft. Das war mittlerweile in Stuttgart gelandet, jetzt soll sein Neffe damit fahren. An diesem Vormittag stellt er es zum Ausprobieren zur Verfügung. Kein Sattel, kleine Räder, die Zahnräder vorn und hinten fast gleich groß und unter dem Tretlager ein stabiler Schutz für Kette und Zahnrad sind die wichtigsten Details, die das Spezialbike ausmachen. Die zumeist Jungs merken gleich, dass sie damit besser über die Strecken mit den für Anfänger kleinen Hindernissen kommen, als mit dem eigenen Mountainbike, auch wenn die Füße trotzdem ab und zu auf den Boden kommen.

Wie es richtig geht, wenn man lange trainiert hat, zeigt Marco Thomä dann den staunenden Kindern. Scheinbar mühelos hüpft er nur auf dem Hinterrad auf den Rand eines aufrecht stehenden Betonrohres und dreht sich darauf. Thomä ist im Training geblieben. Er wohnt in Chemnitz, wo er an der Technischen Universität für seine Doktorarbeit forscht. An Wochenenden zeigt er bei Veranstaltungen unterschiedlichster Art Trial-Shows.

Die Stadt unterstützt die Bemühungen in Richtung einer neuen Trial-Gruppe. Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) schaut beim Schnuppertag zu und fragt, was er noch tun könnte. Mittlerweile weist wieder ein Schild auf die Strecke hin, um die sich Thomas Henoch kümmern will. Auf eigene Gefahr kann jeder sie nutzen.

„Wir sind jetzt in der Vorbereitungsphase“, sagt Henoch und schätzt, dass man im kommenden Frühjahr ins Training einsteigen könnte. Anfragen gebe es schon auch aus Borna und Frohburg, wo früher Hochburgen des Trials gewesen seien. Und auch Ex-Trialer Mirko Engler kann sich vorstellen, mit seinem vier Jahre alten Sohn Kian nach Braußwig zu kommen. Ein Mini-Bike für den Geschicklichkeitsparcours hat er schon.

Von André Neumann

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