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Borna Spenden fürs Pegauer Pfarrhaus
Region Borna Spenden fürs Pegauer Pfarrhaus
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20:09 05.08.2011
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. Doch unliebsame Überraschungen bei der Rekonstruktion haben nicht nur die Hoffnung auf den August-Termin begraben, sondern lassen auch die Baukosten immer weiter klettern. Obwohl alle Reserven inzwischen ausgeschöpft sind, klafft noch ein Loch von 10 000 Euro. Nun hat das Kirchspiel eine Spendenaktion gestartet.

„Wir wollen versuchen, mit dieser Aktion bis zum Jahresende wenigstens einen Teil der fehlenden Summe aufzubringen", sagt Torsten Reiprich. Sein Büro ist seit Monaten eine Abstellkammer, die Arbeit ein Provisorium zwischen Behelfszimmer, Baustelle und heimischem Computer. All das ist nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Und an seiner Familie. „Nicht noch einen Winter in der engen Wohnung", schickt er ein Stoßgebet zum Himmel.

Zumindest dafür stehen die Chancen gut. Wenn nicht mehr allzu viel passiert, können im Spätherbst die Kartons gepackt werden. Das sieht auch Thomas Schubach so. Der Chef des gleichnamigen Großpösnaer Planungsbüros betreut das Projekt von Beginn an. Dem erfahrenen Bauingenieur war klar, dass das im 16. Jahrhundert errichtete Gebäude einige bauliche Überraschungen bereithalten würde. „Die eigentliche Herausforderung besteht aber darin, dieses anspruchsvolle Vorhaben mit dem sehr begrenzten Budget zu realisieren", hatte er damals schon besorgt orakelt.

Er sollte Recht behalten. „Die statischen Probleme waren noch größer als erwartet", umschreibt er dezent die Tatsache, dass im Laufe der Jahrhunderte bei mehreren Umbauten fast alle tragenden Wände verschwanden. Ein ganzes System von stützenden Maßnahmen sichert nun die Standfestigkeit des Gebäudes. Als man die teils abenteuerliche Balken-Konstruktion freigelegt hatte, stand fest, dass auch der unfachmännische Umbau des Dachgeschosses in den 1990er Jahren für zusätzliche Kosten sorgen würde. „Beim Brandschutz müssen wir ebenfalls einiges korrigieren und in Bereiche eingreifen, die eigentlich nicht geplant waren", so Schubach.

„Unterm Strich stehen 60 000 Euro Mehrkosten", nennt Reiprich die bittere Differenz zur Anfangs-Kalkulation. „Die Landeskirche gibt noch einmal einen größeren Betrag dazu, wir haben 2010 gut gewirtschaftet im Kirchspiel, hoffen auch 2011 auf einen Überschuss, und wir können noch auf einige Rücklagen zurückgreifen. Obwohl wir damit in allen Ecken gekehrt haben, fehlen derzeit jene besagten 10 000 Euro."

Erste Erfolge hat die Spendenaktion schon zu vermelden. So wie Edith Wunderlich aus der Pegauer Gemeinde denken viele: „Mir liegt sehr daran, dass das schöne Pfarrhaus wieder in Ordnung gebracht wird. Das ist auch wichtig für unsere Stadt. Und ich möchte, dass die Pfarrersfamilie endlich ein schönes Zuhause hat. Wir haben lange auf den neuen Pfarrer gewartet und sind sehr zufrieden mit ihm", begründet sie ihre Spende.

Torsten Reiprich freut sich über das Lob und hat noch mehr gute Nachrichten. „Kürzlich war ein anonymer Brief mit einer größeren Summe und der ausdrücklichen Widmung für das Pfarrhaus in der Kollekte", erzählt er. „Insgesamt sind in den ersten drei Wochen schon rund 800 Euro zusammengekommen." Sein Stoßgebet sollte also erhört werden. Schließlich hat er den direkten Draht.

Hartmut Karich

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