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Borna Spielewelt im Museum Pegau zeigt Klassiker aus der Zeit vor den Smartphones
Region Borna Spielewelt im Museum Pegau zeigt Klassiker aus der Zeit vor den Smartphones
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14:10 20.04.2016
Bis zum Heimatmuseum im Rathaus Pegaus sind es genau 56 Stufen, weitere 78 führen in die Türmerstube. Quelle: Peter Krischunas
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Pegau

Genau 56 Stufen sind es bis zur Tür des Pegauer Heimatmuseums, weitere 78 führen in die Türmerstube hoch über den Rathauszimmern, steil wie die Bodenstiegen in alten Häusern. Museumsleiter Hans-Hermann Koch vom Verein für Heimatkunde zu Pegau hat damit einen der sportlichsten und am höchsten gelegenen Arbeitsplätze in der Elsterstadt, wird dafür mit dem schönsten Ausblick auf die sanierte Altstadt belohnt.

Die Museumssaison beginnt jedes Jahr am 1. Mai und endet am 3. Oktober. „Beides sind Feiertage, das lässt sich gut merken“, baut der Pegauer eine Eselsbrücke. Neben den beiden Dauerausstellungen „Aus dem Leben der alten Pegauer“ und der, wie Hans-Hermann Koch es nennt, „Ice-Age-Abteilung mit Mammut-Stoßzahn, Mammut-Backenzahn und Steinzeitskelett“ gibt es als Zuckerstück auch eine jährlich wechselnde Sonderausstellung zu sehen. Dieses Mal dreht sich alles um die guten alten Kinder-, Gesellschafts-, Blech- und Brettspiele, Klassiker also aus einer Zeit vor den Smartphones. „Wir haben zum Beispiel Mensch-ärgere-dich-nicht in allen möglichen Varianten, aber auch Hütchenspiele, Blechspielzeug, Puppen und Puppenkleider, Spielfiguren und Autos ausgestellt“, zählt der Museumsleiter auf und dankt allen Pegauern, die ihre Spiele als Leihgaben zur Verfügung gestellt oder dem Museum geschenkt haben. „Ich möchte stellvertretend Edith Wolf nennen, von der wir kartonweise Material bekommen haben.“

Eröffnet wurde die neue Sonderausstellung bereits vor einigen Tagen von den Kindern der Tagesstätte „Knirpsenland“ in Elstertrebnitz mit ihrer Erzieherin Claudia Kabisch und einer Begleiterin. Während sich die Jungen auf der Spieldecke mit den Zügen und Autos niederließen, die zahlreichen Flugzeug- und Schiffsmodelle bestaunten und Cowboys und Indianer um ein Fort aufbauten, hatten die Mädchen ebenfalls ordentlich zu tun: In fünf Kaufläden die Waren einräumen, Puppen anziehen, alte Blechspielzeuge in den Vitrinen begutachten, das Kasperletheater ausprobieren und an den Tischen die verschiedensten Spiele oder Perlen zum Stecken ansehen. „Auch Kinderpost, Hütchenspiel und Mikado sind für die kleinen Besucher zum Anfassen und Ausprobieren da“, berichtet Hans-Hermann Koch. „Nach eineinhalb Stunden Gewusel kehrte beim Picknick wieder Ruhe ein und die Heimreise konnte angetreten werden.“ Das Erlebnis sprach sich im „Knirpsenland“ schnell rum und tags darauf stand schon die nächste Kindergartengruppe aus Elstertrebnitz am Absatz der Wendeltreppe und blickte die 56 Stufen zum Museum hoch.

Das Museum hat jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr sowie Freitag von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Gruppentermine können telefonisch unter 034296/98033 nach Vereinbarung. Der Eintritt kostet für Erwachsene einen Euro, Kinder zahlen die Hälfte.

Von Kathrin Haase

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