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Borna Spielzeug, Stifte und Kuscheltiere für die kleinen Patienten auf der Kinderstation
Region Borna Spielzeug, Stifte und Kuscheltiere für die kleinen Patienten auf der Kinderstation
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13:53 19.05.2015
Stationsleiterin Beate Krasselt mit zwei jungen Patienten, die vor Weihnachten auf der Station lagen. Karl (links) und Hauke neben dem Weihnachtsbaum und dem Lebkuchenhaus. Quelle: Anja Macheleidt

"Das bringt der Beruf halt so mit sich", weiß auch die Stationsschwester der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum in der Virchowstraße, Beate Krasselt. Sie arbeitet schon seit 35 Jahren im Krankenhaus und hat bereits einige Weihnachtsdienste hinter sich. Heute ist die 53-Jährige für die Frühschicht eingeteilt und kümmert sich bis zum Nachmittag um akut kranke Kinder auf ihrer Station. Dabei liegt ihr und ihrem Schwesternteam am besonders Herzen, dass gerade heute, am Heiligen Abend, ein wenig stimmungsvolle Atmosphäre entsteht. Denn für die kleinen Patienten ist der Umstand, dass sie sich gerade jetzt sehr unwohl fühlen und im Krankenhaus bleiben müssen, kein schönes Geschenk.

"Wir sind natürlich bemüht, alle Kinder noch vor Weihnachten wieder fit zu bekommen und zu entlassen. Aber jedes Jahr haben wir etwa fünf akut kranke Kinder hier bei uns", erzählt Schwester Beate, und es ist deutlich zu hören, dass ihr die Knirpse besonders leid tun. Umso mehr freut sich die Stationsleiterin darüber, dass ihr "sehr nettes Schwestern-Team", wie sie betont, stets loszieht, um alles hübsch weihnachtlich zu gestalten. Denn weil es sich um eine akute Aufnahmestation handelt, können auch heute jederzeit Kinder eingeliefert werden. Außerdem betreut das Personal der Kinder- und Jugendklinik an den Festtagen auch die Notfallambulanz und da ist in der Regel viel los, wie Schwester Beate aus Erfahrung zu berichten weiß: "Durchfall, Fieber, Erbrechen, grippale Infekte... damit kommen immer jede Menge Kinder." Viren und Bakterien machen eben keine Weihnachtspause.

Um weihnachtliches Flair auf die Station zu bringen, basteln und schmücken die Schwestern schon zu Beginn der Adventszeit und haben wieder den funkelnden Weihnachtsbaum und das Lebkuchenhaus aufgestellt, das seit einigen Jahren von der Bäckerei Kwiezinski in Flößberg gebacken und liebevoll zusammengebaut wird. "In der Adventszeit bleibt das süße Häuschen unberührt. Aber sobald Weihnachten vorbei ist, knabbern unsere Kinder daran", verrät Beate Krasselt und lächelt vergnügt. Was die Stationsschwester ganz besonders toll findet, ist das Engagement einer so genannten "Grünen Dame" - so heißen die ehrenamtlichen Helfer der Klinik. "Sie ist in der Vorweihnachtszeit einmal in der Woche zu uns auf die Station gekommen und hat mit den Kindern gebastelt. Das war super und die Kinder haben sehr viel Freude gehabt", sagt Krasselt und ist ehrlich dankbar für solch einen Einsatz. Hübsche Sterne mit Filzblüten seien beispielsweise in diesen Stunden entstanden, in denen das eine oder andere Kind wohl ganz vergessen hat, im Krankenhaus zu sein.

Heute am Heiligen Abend darf natürlich einer nicht fehlen: der Weihnachtsmann. Das ganze Jahr freuen sich Kinder auf seinen Besuch und wären wohl zutiefst traurig, wenn der Dicke mit dem weißen Bart ausgerechnet die Kranken vernachlässigt. Nein! Er kommt selbstredend mit einem großen, schweren Geschenkesack, bei dessen Befüllung wieder die Stationsschwestern geholfen haben. "Stifte, Malbücher, ein kleines Spielzeug, ein Buch, ein Kuscheltier oder etwas zum Basteln, das alles haben wir vorher besorgt, und die Kinder freuen sich immer riesig darüber", sagt Schwester Beate und ergänzt: "Die Kinder können natürlich mit ihren Eltern zusammen im Krankenzimmer Weihnachten feiern. An diesem Tag ist hier kein Kind allein."

Und auch das Stationsteam macht es sich heimelig. "Da bringt der eine Kartoffelsalat mit und der andere Wiener, und auch kleine Geschenke werden untereinander ausgetauscht. Wir versuchen, so weit es eben geht, weihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen. Allerdings ist das manchmal schwierig, wir sind immerhin im Krankenhaus", sagt die Stationsleiterin und macht sich wieder an die Arbeit.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.12.2014
Anja Macheleidt

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