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Borna Spinnen macht glücklich – gut besuchte Handarbeitsmesse im Volkshaus Pegau
Region Borna Spinnen macht glücklich – gut besuchte Handarbeitsmesse im Volkshaus Pegau
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20:00 02.04.2017
Vor zwei Jahren hat Birgit Naundorf aus Kitzen das Spinnen für sich entdeckt. Die Wolle färbt sie mit pflanzlichen Mitteln und verarbeitet sie danach zu Socken, Schals oder Pullovern. Quelle: Kathrin Haase
Pegau

Handgemachtes hat Hochkonjunktur, und selbst junge Leute entdecken jahrhundertealte Fertigkeiten wie Spinnen, Filzen, Töpfern, Schnitzen und sogar Stricken oder Häkeln wieder für sich. Auch in der Elsterregion schlummern viele handwerkliche Talente. Die schönsten Arbeiten aus den privaten Nähstuben und Werkstätten, von der Glückwunschkarte bis zum Ohrring, waren am Sonnabend zur elften Handarbeitsmesse im Volkshaus Pegau zu bewundern. 35 Aussteller sowie zehn Trödelstände lockten die Besucher an, und die Cheforganisatorin Sabine Bader strahlte mit der Sonne um die Wette. „Viele machen einen Ausflug mit der ganzen Familie hierher und suchen sich kleine Geschenke fürs Osterfest aus. Was will man mehr?“

Regelrecht stoffverrückt ist die Bad Lausickerin Dagmar Günther. „Ich komme an keinem Laden vorbei, ohne nicht irgendwelche Stoffe zu kaufen“, sagt die ausgebildete Diabetes-Assistentin, die jedes Jahr zur Oster- und Adventsmesse nach Pegau kommt. Mit den Stoffen verziert sie Styropor-Eier oder sie graviert echte Hühnereier in den schönsten Farben und Mustern. „Ursprünglich wollte ich mal Glas gravieren, aber dann bin ich beim Ei gelandet. Aber beides ist ja zerbrechlich.“ Zusammen mit ihrer Schwiegermutter Heidi Köhler bot die Kurstädterin auch Häkel- und Strickwaren an.

Jedes Stück Holz, das Gerhard Hofmann in die Hand nimmt, bekommt seine zweite Chance. Der 77-jährige Landmaschinenkonstrukteur hat vor 30 Jahren die Liebe zum Schnitzen, Drechseln und Sägen entdeckt und fertigt seitdem die schönsten Windspiele, Oster- und Weihnachtspyramiden, Buchstützen, Osterhasen und Wandbilder, Hampelmänner oder Tierfiguren. Je nach Lust und Laune verzieht sich der Rentner aus Sittel in seine kleine Werkstatt und vertieft sich in die Arbeit. Holz finde er überall - „im Wald, im Baumarkt oder selbst aus alten Möbeln kann ich noch was machen.“

Goldene Hände hat auch Birgit Naundorf aus Kitzen. Häkeln, stricken, malen, filzen und nähen hat sie schon immer gerne gemacht. Doch vor zwei Jahren entdeckte die 56-Jährige das Spinnen für sich, kaufte sich ein Spinnrad und eignete sich die uralte Technik selber an. Ihre Wolle bezieht die kreative Handarbeiterin von Schäfern aus der Region, zum Färben nimmt sie pflanzliche Mittel wie Zwiebeln, Rotkraut, Schachtelhalme oder Walnussblätter. Mit ihrem Spinnrad besucht Birgit Naundorf am liebsten regionale Mittelalterfeste, Kindergärten oder Veranstaltungen wie das Pegauer Altstadtfest. Dafür hat sich die 56-Jährige extra das Kostüm einer mittelalterlichen Marktfrau gekauft. „Es macht mir Spaß, altes Handwerk zu vermitteln. Die Leute saugen das richtig auf.“ Für sich selbst kann sich die Kitzenerin kein schöneres Hobby vorstellen. „Ich kann hier richtig abschalten, denn Spinnen macht glücklich. Und man kann Gutes tun, indem man ein Naturprodukt verarbeitet.“

Ein paar Meter weiter riecht es verführerisch nach Zitrone, Waldbeeren, Wildblumen und blauer Lagune - alles Duftnoten von Naturseifen der Manufaktur Seifenhexe aus dem thüringischen Rositz. Fritz Mähler betreut den Stand und preist die Seifen in lustiger Ei- oder Schäfchenoptik wie warme Semmeln an. Gefertigt werden die Seifen mit natürlichen Zutaten wie Oliven-, Raps- oder Kokosöl, Bienenwachs, handgemahlenen Kräutern und Kakaobutter.

Von Kathrin Haase

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