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Borna „Spitze auf Seide“ zeigt im Kulturhaus Böhlen ungewöhnliche Klöppelmotive
Region Borna „Spitze auf Seide“ zeigt im Kulturhaus Böhlen ungewöhnliche Klöppelmotive
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17:06 01.09.2016
Ob Gizeh, Leipzig oder japanische Landschaften: Christine Beyer wollte weg von den traditionellen geklöppelten Deckchen und mal was Modernes ausprobieren. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen

Klöppeln – wer den Begriff hört, denkt sicherlich zuerst an Deckchen und Fensterschmuck. Doch weit gefehlt. Die Handwerkskunst hat noch viel mehr zu bieten. Was alles mit den entsprechenden Garnen, mit Klöppelsack und Klöppeln möglich ist, zeigt Christine Beyer in ihrer derzeitigen Ausstellung „Spitze auf Seide“ im Böhlener Kulturhaus.

Besonders architektonische Meisterleistungen und Bilder des Künstlers Paul Klee haben es Beyer angetan. So nutzt sie Fotografien oder Grafiken von Bauwerken als Vorlage, paust die Umrisse ab, überträgt diese auf Papier und gestaltet daraus Klöppelbriefe, die dann auf den Klöppelsack gespannt werden. Vielleicht liegt ihr Interesse an Architektur darin begründet, dass Beyer Bauingenieurin ist. Und so verwundert es nicht, dass eine japanische Landschaft, die Pyramiden von Gizeh, Istanbul, Morgenstimmung in Leipzig und Dresdner Ansichten in der Ausstellung zu sehen sind.

„Ich wollte weg von den traditionellen Arbeiten wie Deckchen und Weihnachtsschmuck, hin zu modernen Formen“, begründet Beyer. Dazu gehören für sie auch Werke von Klee, unter anderem der vergessliche Engel, die wandernden Fische, die Abfahrt der Schiffe und der Sturm.

Eine besondere Atmosphäre verleiht Beyer den Arbeiten durch den Hintergrund. Denn auch der ist selbst gestaltet. Ihre Leidenschaft für Seidenmalerei hat sie mit dem Klöppeln kombiniert. Das Ergebnis sind herausragende und faszinierende Bilder, die mit Tischdeckchen so gar nichts zu tun haben – vom Handwerk einmal abgesehen. Vor mittlerweile zwölf Jahren hat Beyer das Klöppeln für sich entdeckt. Alle anderen Handarbeitstechniken kannte sie bereits – Sticken, Weben, Stricken. Doch Klöppeln übte eine besondere Anziehungskraft aus – und als sie deutlich mehr Zeit hatte, machte sie einen Grundkurs und schloss sich einer Leipziger Gruppe an, die sie seit 2012 leitet. „Alleine im stillen Kämmerlein wollte ich nicht arbeiten“, begründet sie.

Doch die Leipziger blieb nicht die einzige Gruppe. Für den nunmehr mehr als 60 Jahre alten Klöppelzirkel des Böhlener Kulturvereins übernahm sie ebenfalls die Leitung. Und hier stellen die Damen so einiges auf die Beine, das kaum jemand erwartet. So ist in der Ausstellung auch die Gemeinschaftsarbeit Schachbrett zu sehen. Erstmals haben sich die Klöppelkünstler an eine 3D-Arbeit gewagt, das Brett selbst und anschließend die Spielfiguren (wie aufgeklappt und anschließend zusammengenäht) geklöppelt.

Egal, ob 2D oder 3D – gestärkt werden müssen die Arbeiten, wenn sie vom Klöppelsack kommen. Und das gelingt unter anderem mit Haarlack. Die Skylines, Paul Klees Bilder und zudem Landschaftsbilder und Blumenarrangements hat Beyer zu guter Letzt mit Klebepunkten auf der Seidenmalerei fixiert und noch (unsichtbar) angenäht. Die Ausstellung „Spitze auf Seide“ ist noch bis Ende des Jahres im Kulturhaus zu sehen.

Von Julia Tonne

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