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Sportfreunde Neukieritzsch vorerst gerettet: Leipziger wird Vereinschef

Zwangsverwaltung abgewendet Sportfreunde Neukieritzsch vorerst gerettet: Leipziger wird Vereinschef

Die Sportfreunde Neukieritzsch sind erst einmal gerettet. Der 27 Jahre alte Student und Radsportler Robert Scholz wurde am Dienstagabend einstimmig vom Vorstand zum Vorsitzenden gewählt – überraschend allein statt in einer Doppelspitze. Ohne einen neuen Vorsitzenden hätte am 1. Juli die Zwangsverwaltung angemeldet werden müssen.

Sportfreunde Neukieritzsch sind unter anderem stark in der Leichtathletik. Im Bild Kerstin Händler beim Werfertag in Regis-Breitingen.

Quelle: Thomas Kube

Neukieritzsch. Der Verein Sportfreunde Neukieritzsch (SFN) ist erst einmal gerettet. Der 27 Jahre alte Leipziger Robert Scholz, der vor einigen Monaten vom Radsportverein Leipzig zu den SFN wechselte, übernimmt ab Juli den Vorsitz des mit knapp 1000 Mitgliedern größten Neukieritzscher Vereins, der zugleich einer der drei größten Sportvereine im Landkreis Leipzig ist. Der Verein wurde seit Jahresbeginn nur noch von einem geschäftsführenden Vorstand geleitet, nachdem sich keine neue Vereinsspitze gefunden hatte. Ohne einen neuen Vorsitzenden hätte am 1. Juli die Zwangsverwaltung angemeldet werden müssen.

Die Wahl am Dienstagabend in der Neukieritzscher Parkarena fiel einstimmig aus, alle anwesenden 13 Vorständsmitglieder gaben dem Radsportler ihre Stimme. Zugleich war die Wahl eine faustdicke Überraschung, denn eigentlich sollte eine Doppelspitze gewählt werden nach dem bisher von Jens Hauschild und Jürgen Schwarz getragenen Modell. Doch Scholz’ avisierter Partner zog seine Bereitschaft, in der Vereinsspitze mitzuarbeiten, am Abend vor der Vorstandswahl aus privaten Gründen zurück.

Das kam auch für Scholz völlig überraschend, dennoch respektiere er die privaten Gründe und wolle es „erst mal allein versuchen, in der Hoffnung, dass noch ein Zweiter dazukommt.“

Robert Scholz steht vor dem Abschluss seines Betriebswirtschaftsstudiums an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena und arbeitet nebenbei in der Marktforschung. Seine sportliche Heimat ist der Radsport. als Inhaber einer C-Lizenz fährt er sowohl Steher-Rennen auf der Bahn als auch Straßenrennen. Beim 1. Radsportverein Leipzig mit rund 30 Mitgliedern war er stellvertretender Vorsitzender.

Den Kontakt zu den Sportfreunden Neukieritzsch fand Scholz über das Radrennen um den großen Preis der Parkarena, welches bisher dreimal jeweils am 1. Mai ausgetragen wurde. Mit dem Gedanken an die Vereinsführung habe er sich etwa seit einem halben Jahr beschäftigt, „als bekannt wurde, dass es jetzt um die nackte Existenz geht“, sagte der Leipziger der LVZ nach seiner Wahl. „Was hier bis jetzt aufgebaut worden ist, das lässt man nicht sterben“, meinte er zu seiner Motivation, sich an die Spitze des Vereins mit 13 Abteilungen beziehungsweise Sportgruppen zu stellen.

Was in schwieriger Zeit geschieht. Denn unter Scholz’ Führung muss der Verein SFN bis zum Herbst entscheiden, wie die rund 50 000 Euro, die als Betriebskostenanteil an die Gemeinde zu zahlen sind, auf die Mitglieder aufgeteilt werden. Noch prüft der Vorstand verschiedene Möglichkeiten. „Wir werden eine Lösung für alle finden“, zeigte sich Scholz am Dienstagabend überzeugt, ohne näher auf das Thema einzugehen.

Die bisherigen Vorstände Jens Hauschild und Jürgen Schwarz wollen dem neuen Vorsitzenden unterstützend zur Seite stehen. Von einem Team an der Vereinsspitze will Schwarz aber ausdrücklich nicht sprechen. Das, so Schwarz, wäre das falsche Signal. Hauschild bleibt Abteilungsleiter Volleyball und im Verein zuständig für alles, was mit Unfällen zu tun hat, Schwarz gibt auch die stellvertretende Leitung der Abteilung Fußball ab, will sich aber weiter um die EDV kümmern. „Da sind wir als Verein ziemlich weit vorn.“ Die Vorstände kommunizieren häufig auf elektronischem Weg.

Neukieritzschs Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) begrüßte in einer ersten Reaktion die Wahl des neuen Vorsitzenden. „Dass der Verein als Ganzes erhalten bleibt, ist auch für die Gemeinde gut, die dann nicht mit vielen kleinen Vereinen reden muss“, sagte er der LVZ. Zugleich ziehe er den Hut vor dem neuen jungen Mann an der Spitze der Sportfreunde. „Es würde mich freuen, wenn alle Abteilungsleiter ihn nach besten Kräften unterstützen“, sagte Hellriegel.

Von André Neumann

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