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Sprengung im Altkraftwerk Thierbach: Morgen fällt der erste Kessel

Sprengung im Altkraftwerk Thierbach: Morgen fällt der erste Kessel

Mit einer zielgerichteten Sprengung von 16 Stahlstützen soll morgen der erste von vier Kesseln des Altkraftwerkes Thierbach zu Fall gebracht werden. Die Sprengung ist für 13 Uhr vorgesehen, dann gehen rund 13 000 Tonnen Stahl zu Bruch.

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Das Kraftwerk Thierbach war bis 1999 in Betrieb. Der Schornstein ist bereits Geschichte, er wurde im Oktober 2002 gesprengt, die Kühltürme folgten 2006. Jetzt wird das Hauptgebäude zurückgebaut.

Quelle: Jens Paul Taubert

Thierbach. Hintergrund der Sprengung ist der auf drei Jahre angelegte Rückbau des Kraftwerkes zum Zweck der Verwertung des darin befindlichen Stahls durch die eigens dafür gegründete Firma Objekt Thierbach GmbH.

Die Sprengung wird von umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen durch das Abbruchunternehmen Ruppert und durch die Polizei begleitet. Die massivsten Auswirkungen dürften Autofahrer auf der B 95 zu spüren bekommen. Die will die Polizei nämlich zwischen Espenhain und der Ortslage Gestewitz für gut zehn Minuten sperren. Die vierspurige Bundesstraße liegt zwar nicht im 300-Meter-Absperrradius rund um das Kraftwerk. Detlef Hölzel, der Einsatzleiter der Polizei, sieht aber die Gefahr von Unfällen, wenn Autofahrer von dem lauten Knall und dem plötzlichen Einstürzen eines Teils des in Sichtweite befindlichen Kraftwerks erschreckt und abgelenkt werden. Die Sperrung erfolgt 12.50 Uhr durch Baustellenampeln. Diese sollen in Richtung Leipzig rund 100 Meter nach der Einmündung der Gestewitzer Dorfstraße stehen, in der Gegenrichtung 300 Meter nach der Einmündung Margarethenhain in Espenhain. Wenn das Signal auf Rot schaltet, werden Polizeifahrzeuge mit Blaulicht hinter den letzten Fahrzeugen herfahren und den Streckenabschnitt räumen, kündigt Hölzel an. Nach der Sprengung kann der Verkehr dann wieder normal rollen.

Auf der anderen Seite des Kraftwerkes soll die Staatsstraße 48 gegen 12.40 gesperrt werden. Den Sicherheitsbereich rund um das Kraftwerk werden 20 Absperrposten sichern. Ab 12 Uhr darf niemand mehr näher als 300 Meter an das Gebäude heran. Betriebe und Einrichtungen innerhalb dieses Bereiches müssen morgen geräumt werden. Das betrifft unter anderem auch das Feuerwehrtechnische Zentrum des Landkreises und die Großküche der LDZ Service GmbH. Hier wird die zeitweilige Evakuierung mit einer Verschiebung der Arbeitszeiten realisiert, kündigt der stellvertretende Geschäftsführer René Schmidt an: "Die erste Schicht hört 12 Uhr auf, die nächste kommt dann erst nach 13 Uhr." Häuser, selbst die am dichtesten am Kraftwerk stehenden einstigen Verwaltungsgebäude, müssen nicht gesichert werden, sagt Ruppert-Bauleiter Wolfgang Löscher. Bei der Sprengung werde nicht mit herumfliegenden Teilen gerechnet, nur mit zeitweiliger Staubentwicklung. Deswegen wurden Anlieger darauf hingewiesen, die Fenster zu schließen und ansaugende Lüftungsanlagen vorübergehend abzuschalten.

Die Sprengung morgen Mittag wird voraussichtlich eine Sache weniger Augenblicke sein, doch die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit Wochen. Der Gebäudeteil wurde vom Hauptgebäude getrennt, und die 16 Stahlstützen, die nun fallen sollen, mussten präpariert werden. In einen Teil wurden rundherum Schlitze hineingebrannt, in denen die Sprengladung herumgewickelt wird. Andere, die die Form hohler Säulen haben, wurden von oben geöffnet. Hier wird Wasser eingefüllt, in das die Sprengschnüre hineingehängt werden. Unter dem Druck des Wassers soll die Säule kollabieren. Auf diese Weise will Sprengmeister Michael Schneider von der Firma Liesegang morgen, 13 Uhr, mit einem Knopfdruck einen großen Keil in das Stützensystem des ersten Kessels reißen, so dass dieser dann nach vorn umfällt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
André Neumann

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