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Sprudelnde Ideen für das Herrenhaus Kitzen – von Café über Atelier bis Wohnraum

Bürgerbegegnungszentrum Sprudelnde Ideen für das Herrenhaus Kitzen – von Café über Atelier bis Wohnraum

Für das ehemalige Rathaus in Kitzen gibt es große Pläne. Damit das denkmalgeschützte Haus stärker genutzt wird, sind neben dem Jugend- und Seniorenclub unter anderem ein Wochenendcafé, Ateliers und Probenräume für Künstler, Wohnungen sowie eine Physiotherapiepraxis im Gespräch. Für die Sanierung können Fördermittel beantragt werden.

Das Herrenhaus in Kitzen hat Potenzial zu einem Bürgerbegegnungszentrum mit Wochenend-Café, Flohmarkt, privaten Feierlichkeiten, Jugendclub und Seniorentreff.

Quelle: Jens Paul Taubert

Pegau/Kitzen. Das einstige Rathaus in Kitzen hat großes Potenzial zu einer Bürgerbegegnungsstätte. Auf diesen gemeinsamen Nenner einigten sich die Ortschaftsräte auf ihrer Sitzung am Dienstagabend mit dem Pegauer Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) sowie einer Reihe interessierter Bürger. Der Vorstoß des Ortschaftsrates und mehrerer Vereine, hier eine Außenstelle der Grundschule Pegau einzurichten, ist vom Sächsischen Kultusministerium abgelehnt worden.

Zu einem lebendigen Bürgerbegegnungszentrum braucht es eine geordnete, regelmäßige Nutzung, sprach Ingrid Riedel, Vorsitzende des Fördervereins der Kreuzkirche St. Nikolai, das Hauptproblem an. Gegenwärtig teilen sich der Jugendfreizeittreff (zweimal in der Woche), der Seniorenclub (14-tägig) und die Kitzener Landfrauen (einmal im Monat) in das Erdgeschoss rein. Während der Wintermonate weiche auch der Förderverein in das Rittergut aus. „Ansonsten findet hier nichts weiter statt und das ist einfach zu wenig“, kritisierte Ingrid Riedel. Die aufsteigende Feuchtigkeit und sporadisches Lüften würden dem Haus nicht gut tun. „Wenn wir es erhalten wollen, muss mehr Leben rein“.

Vorschläge dafür gibt es viele. Sie reichen von einem Wochenend-Café bis zur Vermietung für private Feierlichkeiten, Ateliers und Probenräume für Künstler, Arzt- und Physiotherapiepraxen, Wohnraum und Flohmärkte bis hin zu einem musealen Schaufenster über den Erfinder des eisernen Pfluges, Rudolf Sack. „Das erfordert natürlich ehrenamtliches Engagement, aber ich denke, es ist machbar“, zeigte sich die Kitzenerin optimistisch. Vieles müsse sich von unten heraus entwickeln. „Wir machen einfach weiter wie bisher und versuchen, parallel etwas Neues zu etablieren. Gerade für das Wochenend-Café hätte ich ein gutes Team hinter mir.“

Schützenhilfe leistete ihr dabei Ortschaftsrat Uwe Bartsch. „Die Ideen sind klasse. Es muss sich nur jemand finden, der die Dinge in die Hand nimmt. So in die Menge gerufen: `Es wäre schön, dass... ist einfach zu wenig“. Peter Kretschmer sieht die Stadt Pegau als Eigentümerin dringend mit im Boot sitzen. „Sie muss mitziehen, sonst wird es nichts.“ Für die Jugendclubleiterin und Ortschaftsrätin Antje Müller ist eine Sanierung jedoch dringlicher, bevor es an die Inhalte geht. „Es riecht hier sehr ungesund, das kann ich nur bestätigen.“ Pegaus Bauamtsleiter Gunther Grothe konnte hier die ersten Hoffnungsschimmer verbreiten: „Eine Förderung bis zu 100 000 Euro ist möglich, die Stadt müsste 20 000 Euro Eigenmittel dazugeben und damit hätten wir einen schönen Batzen Geld.“ Bereits im nächsten Jahr könne das Herrenhaus in die Wunschliste aufgenommen werden.

Vorerst vom Tisch ist die Idee mit einer Außenstelle der Grundschule Pegau für die erste und zweite Klassenstufe. Das Kultusministerium in Dresden hatte eine entsprechende Anfrage abgelehnt, informierte der Bürgermeister. “Der Freistaat tut sich hier schwer wegen der erwarteten Schülerzahlen.“ Doch Rösel wolle das Thema nicht fallen lassen. „Wir haben großes Potenzial. In Kitzen entsteht neuer Wohnraum und auch die Geburtenzahlen entwickeln sich nach oben.“ Das letzte Wort sei hier noch nicht gesprochen.

Von Kathrin Haase

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