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Borna Stadt Kitzscher kämpft um den Erhalt des Mittelschulstandortes
Region Borna Stadt Kitzscher kämpft um den Erhalt des Mittelschulstandortes
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16:15 27.04.2010
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Kitzscher

Kitzscher gehört zu den 17 Mittelschulen des Freistaates, die die vorgeschriebene Mindestschülerzahl (40) bei den Anmeldungen zur Klassenstufe 5 mit 33 Schülern nicht erreicht haben. Bis gestern sollten die Kommunen Stellung beziehen. „Im Rahmen eines Anhörungsverfahrens erhielten wir als Schulträger die Möglichkeit, zu begründen, warum trotz Schülermangel ein öffentliches Bedürfnis für eine Eingangsklasse an der Mittelschule besteht“, sagte gestern Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler). Zu den Argumenten der Kommune gehörte, dass der strukturschwache Standort Kitzscher eine Mittelschule benötigt, ansonsten würde sich die Fluktuation aus Kitzscher dramatisch verschärfen. „Die Schule trägt zur Identifikation der Jugend mit der Stadt Kitzscher bei und mindert entscheidend soziale Probleme“, sagte Schramm. „Deshalb hat der Stadtrat auch finanzielle Mittel für eine Schulsozialarbeiterin seit dem Schuljahr 2008/2009 bewilligt“, ergänzte Stadträtin Bärbel Frommelt (Die Linke). „Ohne eine Mittelschule könnten wir die Vereine dicht machen“, erklärte Stadtrat Mario Simon (CDU). „Würde im kommenden Schuljahr keine fünfte Klasse eingerichtet, hätte das negative Auswirkungen auf das Anmeldeverhalten in den kommenden Jahren“, so Simon weiter. Laut Statistik sei das Schülerpotential, dass sich aus den Grundschulen Kitzscher, Espenhain und Borna-Nord ergibt, bis zum Jahr 2015/16 ausreichend. Dabei machte Bürgermeister Schramm keinen Hehl daraus, dass das Schülerpotential auch in diesem Jahr vorhanden war. „Viele Eltern entschlossen sich jedoch, ihre Kinder auf das Gymnasium zu schicken oder auf spezielle Schulen wie die Sportschule in Leipzig oder das evangelische Schulzentrum“, erklärte Schulleiter Rainer Reichenbach. „Die veränderten Zugangsbedingungen für das Gymnasium (2,0 in drei Fächern) lassen erhöhte Schülerzahlen in der Zukunft an der Mittelschule erwarten“, blickte Stadträtin Elke Höhle (Die Linke) optimistisch ins nächste Jahr. Hinzu käme, dass die Mittelschule Kitzscher ein besonders eigenständiges Profil entwickelt habe. Dazu gehörten unter anderem das umfassende Medienangebot, die langfristige Berufsorientierung durch vielfältige Kooperationsbeziehungen der Schule zur Wirtschaft, das Ganztagsangebot oder die Schulpartnerschaft mit der Realschule in Hannover. Außerdem werde abschluss- und leistungsbezogen differenziert unterrichtet. „Wir sind überzeugt, das Kultus sich den Argumenten nicht verwehren kann. Aus diesem Grund werden wir weiterhin in die Schule investieren“, erklärte Maik Schramm. So wurde erst in diesem Jahr die Turnhalle mit stadteigenen Mitteln in Ordnung gebracht. Gegenwärtig wird der Allwettersportplatz saniert. „Derzeit ist das Sächsische Bildungsinstitut dabei, unsere Schule zu überprüfen. Von den Ergebnissen erhoffen wir uns Hinweise, um den Schulstandort in Kitzscher zu stärken“, blickte auch Schulleiter Reichenbach optimistisch auf die Entscheidung des Kultusministeriums, die noch im Mai fallen muss. Denn die Eltern sollen am 18. Mai informiert werden, in welche weiterführende Schule ihr Kind ab August gehen kann.

Cornelia Braun

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