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Stadt verkauft Gemeindezentrum Espenhain an dort praktizierende Ärztin

Verkauf Stadt verkauft Gemeindezentrum Espenhain an dort praktizierende Ärztin

Das Gemeindezentrum am Wolfschlugener Weg in Espenhain wechselt den Besitzer. Die Stadt verkauft die einstige Krippe an die Familie der im Gebäude praktizierenden Allgemeinmedizinerin Annette Jahn.

Die Stadt Rötha verkauft das Gemeindezentrum in Espenhain an die dort praktizierende Ärztin.

Quelle: André Neumann

Rötha/Espenhain. Das Gemeindezentrum am Wolfschlugener Weg in Espenhain wechselt den Besitzer. Der Stadtrat von Rötha hat auf seiner jüngsten Sitzung den Verkauf beschlossen. Neuer Eigentümer wird die Familie der im Gebäude ansässigen Allgemeinmedizinerin Annette Jahn. Damit können all jene aufatmen, die nach Bekanntwerden der Verkaufsabsicht um den Fortbestand der Praxis gebangt hatten.

Die Espenhainerin hatte ihre Praxis vor 24 Jahren in der damals geschlossenen Kinderkrippe eröffnet. Sie hatte nicht vorgehabt, das Gebäude zu kaufen. Doch als die Stadt das Gemeindezentrum ausgeschrieben hatte und die Ärztin befürchtete, dass ein auswärtiges Immobilienunternehmen neuer Eigentümer werden könnte, gab sie selbst ein Angebot ab. Für sie, die seit vielen Jahren Vorsitzende des Espenhainer Sportvereins ist, hat der Kauf auch mit Heimatverbundenheit zu tun und mit der Absicht, wenigstens noch weitere zehn Jahre im Gemeindezentrum für ihre Patienten da sein zu können.

Sorgen müssen sich offenbar auch die Senioren und Espenhainer Vereine sowie die Feuerwehr nicht machen. Ehrenamtliche Gruppen, die den Saal im Gemeindezentrum nutzen, werden wohl keine Rechnung bekommen, ließ Annette Jahn verlauten.

Was aus der kommunalen Bibliothek und der Außenstelle der Stadtverwaltung wird, wurde während der Stadtratssitzung nicht erwähnt. Mit dem Verkauf dürfte der Weiterbetrieb allerdings in Frage stehen. Zumindest ist kaum vorstellbar, dass die Stadt ein Gebäude verkauft, um sich hinterher mit eigenen Einrichtungen einzumieten.

Kurzzeitig wurde der Verkauf noch einmal generell in Frage gestellt. Linken-Stadtrat Timo Müller brachte das Gebäude, das einst als Kinderkrippe gebaut worden war, in Zusammenhang mit einem zusätzlichen Bedarf an Betreuungsplätzen. Das Jugendamt des Landkreises hat, wie berichtet, für Rötha einen Mehrbedarf von 30 bis 40 Plätzen errechnet. Müller warnte, die Stadt könnte sich mit dem Verkauf des Gemeindezentrums eine Möglichkeit verbauen, diese zu schaffen.

Der stellvertretende Bürgermeister Uwe Wellmann (CDU), der die Sitzung leitete, verwies dagegen auf andere Überlegungen der Stadtverwaltung. Demnach könnten mit einem Umbau in der Espenhainer Grundschule dort zwei Hortgruppen Platz finden, die derzeit im Kinderhaus Groß und Klein untergebracht sind.

In der Kindertagesstätte könnten dann 15 zusätzliche Plätze geschaffen werden. „Ich vertraue der Bauamtsleiterin“, sagte Wellmann auf die Frage, wie sicher diese Variante funktioniere. Auf diese Weise würde die Stadt zudem noch ein Problem und Risiko beseitigen. Derzeit, so Wellmann, würden die Schüler nämlich allein von der Schule zum Hort in der Kindertagesstätte laufen.

Der weitere Platzbedarf könnte durch einen Neubau gedeckt werden. Laut Wellmann liefen bereits Gespräche mit der Diakonie, die Interesse habe, eine Einrichtung mit 69 Plätzen zu bauen. Dann könnte auch die Kindertagesstätte in Oelzschau aus dem ehemaligen Rittergut herausgenommen werden. Auf diese Weise, so Wellmann wäre die Versorgung mit Kinderbetreuungsplätzen in Rötha für die nächsten 15 Jahre gesichert und das Gemeindezentrum in Espenhain werde dafür nicht benötigt.

Womit Müller beruhigt, aber nicht endgültig überzeugt war. Beim Verkaufsbeschluss enthielt er sich der Stimme. Alle anderen Stadträte stimmten zu. Die Ärztin, die auf der Stadtratssitzung anwesend war, verließ erleichtert das Mehrgenerationshaus.

Von André Neumann

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