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Borna Stadtchef bedauert Irritationen ums Museum
Region Borna Stadtchef bedauert Irritationen ums Museum
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00:22 16.06.2018
Historisches Schulzimmer im Heimatmuseum in Rötha. Quelle: Jens Paul Taubert
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Rötha

Im Streit um das Heimatmuseum Rötha haben der Bürgermeister und Mitglieder des Stadt- und Heimatvereins, der das Museum ehrenamtlich betreibt, ihre Standpunkte ausgetauscht. Dabei gab es in Ansätzen gegenseitiges Verständnis, aber in der Sache so gut wie keine Bewegung. Wie es konkret mit dem Museum weitergeht, blieb offen.

Vorwurf Konzeptionslosigkeit

Ausgangspunkt des Zerwürfnises war eine Begehung des Museums im ehemaligen Stadtgefängnis hinter dem Mehrgenerationenhaus durch die Verwaltungsspitze und ein darauf folgendes Gespräch von Bürgermeister und Kämmerin mit Vereinsvorsitzender Bettina Wallasch und einer Mitarbeiterin. Dem Verein war bezüglich des Museums Konzeptionslosigkeit vorgeworfen worden, auf dem Dachboden befänden sich „überwiegend wertlose Gegenstände“, der müsse „entrümpelt“ werden.

Vereinsmitglieder sind beleidigt gewesen

Die Vereinsmitglieder fühlten sich von diesen und teils noch schärfer geäußerten Vorwürfen heftig getroffen. Das machten sie jetzt gegenüber Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) und dem zweiten stellvertretenden Bürgermeister Pascal Németh (Rötha Land) deutlich. „Wir haben dem Bürgermeister klar gemacht, dass wir alle beleidigt waren“, sagte Bettina Wallasch nach dem Gespräch der LVZ.

Kämmerin nicht beim Gespräch dabei

Bürgermeister Eichhorn drückte gegenüber den Vereinsmitgliedern sein Bedauern aus über, wie er der LVZ sagte, „emotionale Irritationen“. Die emotionale Verstimmung dürfte auch ein Grund dafür gewesen sein, dass Kämmerin Heike Herzig an dem Gespräch nicht teilnahm. Dann wären die Wogen erneut hochgeschlagen, vermutet Eichhorn, weil die jetzige Situation von vielen an ihr fesgemacht würde.

Stattdessen begleitete Németh den Bürgermeister. Der Stadtratsabgeordnete aus Mölbis hat sich als Vermittler erwiesen, von ihm kommt die Anregung, die nächste Stadtratssitzung mit einem Besuch im Museum zu beginnen. Gleichzeitig hat er versucht, Verständnis für das Vorgehen der Stadtverwaltung zu wecken.

Bürgermeister: Kein Grund für Existenzängste

Stephan Eichhorn sagte den Mitgliedern des Heimatvereins, dass kein Grund für Existenzängste bestehe, von einer „radikalen Verkleinerung“ des Museums sei keine Rede gewesen. Die vom Verein gewünschte Zusage, dass das Museum in seiner jetzigen Größe bestehen bleiben kann, gab er aber nicht. Insbesondere in der zweiten Etage seien in den vergangenen Jahren Räume belegt worden, die leer standen.

„Da muss man eine Grenze setzen“, sagte Eichhorn der LVZ. Erst recht komme keine Vergrößerung in Frage, auch nicht angesichts von Überlegungen, die Geschichte der neuen Ortsteile mit ins Museum zu integrieren.

Verein hat Dachboden aufgeräumt

Der Verein ist unterdessen Forderungen der Stadtverwaltung bezüglich des Dachbodens entgegengekommen. Hier wurden seit Jahren alte Möbel und Hausrat gelagert. „Da ist wirklich sehr viel aufgelaufen“, räumt Bettina Wallasch ein. Jetzt wurde an einem Sonnabend vieles ausgeräumt, einiges zurückgeführt, vieles entsorgt. Wallasch bleibt aber bei ihrer Überzeugung: „Ein Museum braucht einen Fundus.“

Eine wichtige offene Frage ist aus ihrer Sicht die von Akten, die seit vielen Jahren im Museum lagerten und deren Aufbewahrungsfrist abgelaufen sei. Gerade Akten über Vorgänge in der Wendezeit seien „zeitgenössische Geschichte“, meint sie.

Noch offen, wie Museum künftig aussehen soll

Wie das Museum künftig konkret aussehen wird, darüber müsse man im Gespräch bleiben, sagte Eichhorn nach dem Treffen. Einen konkreten Plan gebe es noch nicht. Einen vom Verein vorgelegten Entwurf eines Röthaer Ingenieurbüros vom Anfang des Jahrtausends kannte Eichhorn nicht. Damals war der Hort aus dem Gebäude ausgezogen und das Büro hatte im Auftrag der Stadt einen Plan entworfen, wie das gesamte ehemalige Stadtgefängnis als Museum genutzt werden kann. Eichhorn schloss nicht aus, dass für eine Museumskonzeption auch externe Hilfe in Anspruch genommen werden könnte.

Niemand, bekräftigte Eichhorn gegenüber der LVZ, stelle den Fortbestand des Museums in Frage. Es könne aber auch nicht alles so bleiben, wie es ist.

Von André Neumann

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