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Borna Stadtwehrleiter regt Berufsfeuerwehr anfür Borna, Frohburg und Bad Lausick
Region Borna Stadtwehrleiter regt Berufsfeuerwehr anfür Borna, Frohburg und Bad Lausick
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08:00 21.04.2017
Noch läuft bei der Bornaer Feuerwehr alles im Ehrenamt: Toni Winkler (r.) und Kai Noeske kontrollieren hier den Gerätewagen Gefahrgut. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Im Prinzip muss sich niemand in Borna Sorgen machen. Wenn es brennt oder anderweitige Katastrophen zu bekämpfen sind, ist die Bornaer Feuerwehr einsatzbereit. Das macht Tino Reim, Stadtwehrleiter, klar. Dennoch wird es immer schwieriger, im Falle eines Falles genügend Einsatzkräfte zu mobilisieren. Reim, als Mitglied der Flughafenfeuerwehr in Schkeuditz auch hauptberuflich als Brandschützer unterwegs, könnte sich deshalb durchaus professionelle Brandschützer in Borna vorstellen, eine Berufsfeuerwehr, wie es sie in großen Städte wie Leipzig oder in mittleren Kommunen wie Altenburg gibt.

Zwar lesen sich die Zahlen in Borna und seinen Ortsteilen durchaus gut. Immerhin gehören 304 Männer und Frauen zur Stadtfeuerwehr. Davon allerdings sind längst nicht alle potenzielle Einsatzkräfte, weil ein erheblicher Teil zur Alters- und Ehrenabteilung sowie die jungen Leute bis 17 Jahre zur Jugendfeuerwehr gehören. Das bedeutet, dass die Bornaer Feuerwehr ohne die Brandschützer in den Ortsteilen insgesamt 112 Mitglieder hat. Zur aktiven Wehr, also zu denen, die im Einsatzfall auch mobilisiert werden können, gehören mit 47 allerdings weniger als die Hälfte.

Dabei, macht Stadtwehrchef Reim klar, müsste es in einer Stadt wie Borna, die in ihrem Kernbereich etwa 15 000 Einwohner zählt, von der Papierform 80 Feuerwehrleute geben. „Laut Brandschutzplan müssen wir eine Doppelbesetzung der Fahrzeuge pro Sitzplatz vorhalten“, sagt Reim. Allerdings ist das schon deshalb schwierig, weil der typische Bornaer Brandschützer berufstätig ist und im Alarmfall deshalb nicht immer und bisweilen auch gar nicht in die Feuerwache in der Röthaer Straße ausrücken kann. Etwa dann, wenn die Feuerwehrleute ihr Brot andernorts, etwa in Leipzig, verdienen.

Um Leute für die Mitarbeit in der Bornaer Feuerwehr zu interessieren, sei es deshalb gut, wenn die auch eine berufliche Perspektive erhalten, sagt Reim. Gemeint ist damit die zumindest informelle Berücksichtigung von Bewerbern für einen Posten in der Stadtverwaltung, wenn die auch auf Meriten im Dienste des städtischen Brandschutzes verweisen können. Immerhin drei Feuerwehrleute aus Borna beziehungsweise den Ortsteilen verdienen ihren Lebensunterhalt in der Stadtverwaltung.

Allerdings bleibt für jemanden wie Reim fraglich, inwieweit sich die Personalprobleme der Bornaer Brandschützer damit auch in der Perspektive lösen lassen. Der Gedanke einer Berufsfeuerwehr hat für den obersten Bornaer Floriansjünger deshalb durchaus seinen Charme – „allerdings nur zusammen mit anderen Gemeinden“. Etwa mit Frohburg oder Bad Lausick. Was nicht bedeutet, dass es in den kleineren Kommunen wie etwa Kitzscher keine Brandschützer geben sollte.

Um eine Berufsfeuerwehr zu rechtfertigen, könnte die auch andere Aufgabe in einer Stadt übernehmen, sagt Stadtwehrchef Reim weiter. Den Grünschnitt erledigen oder auch Graffiti beseitigen, wie es in Zeitz der Fall sei.

Von Nikos Natsidis

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