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Borna Städtepartnerschaft zwischen Borna und Irpin in der Ukraine soll aufleben
Region Borna Städtepartnerschaft zwischen Borna und Irpin in der Ukraine soll aufleben
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00:46 22.04.2018
Oberbürgermeisterin Simone Luedtke und ihr Amtskollege Volodymyr Karplyuk aus Irpin unterzeichnen unter den Augen einiger Stadträte nach 40 Jahren den Vertrag erneut. Quelle: Julia Tonne
Borna

Auf den Tag genau nach 40 Jahren ist der Partnerschaftsvertrag zwischen der Großen Kreisstadt Borna und der ukrainischen Stadt Irpin erneuert worden. Kurzfristig hatte sich deren Bürgermeister Volodymyr Karplyuk angemeldet und war am Donnerstag hierher gekommen, um den Vertrag erneut zu unterschreiben und sich zudem ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Allerdings standen auch Besuche im Gymnasium und in den Grundschulen auf der Tagesordnung des Kurzbesuchs.

Seit gerade einmal zwei Jahren ist Karplyuk Rathauschef in Irpin. Und in dieser Zeit hat er einiges erreicht, wovon andere Kommunen noch träumen. Innerhalb weniger Monate sind neue Parkanlagen in der Stadt entstanden, Bürgersteige, das Rathaus wurde umgebaut, um mehr Transparenz zu gewährleisten und Korruption zu verhindern. Ein wichtiger Punkt stand außerdem auf der Agenda während seiner Amtszeit: das Aufleben der Städtepartnerschaft. „Seit dem Zerfall der Sowjetunion hat so etwas keine Rolle mehr gespielt. Wir wollen aber diese Partnerschaft nicht nur auf dem Papier wissen, sondern sie auch mit Leben füllen“, erklärte er. Konkret heißt das: eine Delegation war erst im November hier (die LVZ berichtete), um sich über das System der Freiwilligen Feuerwehr zu informieren, ein Seniorenheim und dessen Abläufe kennen zu lernen sowie zu erfahren, wie die Straßenentwässerung hierzulande funktioniert.

Am Donnerstag kam nun noch das Thema Schulbildung hinzu, weshalb nicht nur Besuche in den Bornaer Schulen anstanden, sondern zugleich vereinbart wurde, Lehrer aus Irpin in absehbarer Zeit hier hospitieren zu lassen. Karplyuk geht davon aus, dass bereits im kommenden Frühjahr eine nächste Reisegruppe aus der Ukraine Borna einen Besuch abstattet. Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) war ob der Schnelligkeit des Irpiner Amtskollegen sichtlich überrascht – im positiven Sinne. „Wenn er diese Schnelligkeit beibehält, können wir noch was lernen“, sagte sie. Für Karplyuk steht außer Frage, sich Anregungen in Deutschland zu holen, denn vieles, was hier üblich sei, habe zum Erfolg des Landes beigetragen. Die Kooperation der beiden Städte sei insofern hilfreich, dass die Ukrainer Einblicke in Bildungssystem, Verwaltungsaufbau und Infrastrukturen bekommen würden. Die Ukraine müsse sich in Zukunft an deutscher Qualität orientieren, Irpin könne im Kleinen damit schon anfangen.

Deutschlandweit steht Borna auf dem zweiten Platz, wenn es um die Dauer einer Partnerschaft geht, wird nur von Leipzig überholt. „Doch wenn es um die taggenaue Erneuerung des Vertrags geht, ist Borna spitze“, machte Barbara Artelt deutlich, die während des Besuchs das Dolmetschen übernahm.

Von Julia Tonne

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