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Städtische Werke Borna investieren 2,5 Millionen Euro in drei neue Motoren

Strom- und Wärmeversorgung Städtische Werke Borna investieren 2,5 Millionen Euro in drei neue Motoren

Drei neue Motoren sollen ab Dezember die Strom- und Wärmeversorgung für große Teile Bornas gewährleisten. Die Städtischen Werke haben in die neue Technik des Blockheizkraftwerkes im Gewerbegebiet Am Wilhelmschacht rund 2,5 Millionen Euro investiert. Doch der Einbau der Kolosse erfordert Kreativität und Millimeterarbeit.

Bei den Städtischen Werken Borna fliegen drei tonnenschwere Motoren ein. Sie übernehmen ab Dezember die Strom- und Wärmeversorgung von großen Teilen der Stadt.

Quelle: Andreas Döring

Borna. Wenn sieben bis neun Tonnen schwere Motoren nach Borna kommen, ist Millimeterarbeit gefragt. Und große Technik. Beides wird dieser Tage bei den Städtischen Werken im Gewerbegebiet Am Wilhelmschacht gebraucht, die ihr Blockheizkraftwerk (BHKW) mit drei neuen Motoren ausstatten. Diese sollen in den kommenden Jahrzehnten das Erdgas deutlich effizienter nutzen sowie Wärme und Strom erzeugen – und damit große Teile der Stadt versorgen. 2,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen in die neue Technik.

Nach 20 Jahren Dauerbetrieb wurden die bisherigen Motoren ausgeschaltet und ausgebaut. Während allerdings zwei demnächst verschrottet und entsorgt werden, dient ein alter Koloss noch als Ersatzteillager für die Motoren des BHKW Ost. „Nach der langen Zeit waren neue Motoren dringend nötig“, sagt Geschäftsführer Jan Hoppenstedt. Sie würden nicht nur effizienter arbeiten, sondern zudem auch den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid reduzieren. Damit aber weder das Gewerbegebiet noch das Zentrum der Stadt in den nächsten Wochen dunkel bleiben, bis das versorgende BHKW wieder ans Netz geht, kommt der Strom auf absehbare Zeit aus Ost und aus Stromzukäufen bei der EnviaM.

Ein Jahr Planung ist der Lieferung der Motoren, die in Mannheim gebaut wurden, vorausgegangen. Und doch musste am Dienstag beim Einbau des ersten Siebentonners Plan B herhalten. Bis zum Abladen vom LKW per 30-Tonnen-Kran lief alles wie am Schnürchen. Doch beim Transport in das Gebäude mussten die Anlagenbauer der Firma ETW aus Moers kreativ werden. Ursprünglich sollte ein Gabelstapler den Koloss, der auf kleine Transporträder gesetzt worden war, reinschieben. Weil aber die Steigung vor dem Tor zu hoch und der Stapler zu schwach waren, wurde der Motor mittels eines Kettenzuges von der anderen Seite gezogen. Monteur Holger Gelhaar, der Plan B ins Spiel brachte, zog sozusagen mit links mal eben sieben Tonnen.

Zentimeter um Zentimeter rollte der Koloss auf das mittlere Fundament, um von da aus auf das für ihn vorgesehene linke Fundament weitergerollt zu werden. Damit die Räder in Fahrtrichtung gewechselt werden konnten, musste der Motor innerhalb des Gebäudes angehoben werden. Das übernahmen mehrere Hydraulikheber. „Und wenn das alles nicht geklappt hätte, wäre uns auch noch eine andere Lösung eingefallen“, sagt Gelhaars Kollege Jens Stölzner. Denn trotz aller Planungen und Vor-Ort-Begehungen blieben immer einige Überraschungen.

Allein die Konstruktion und die Monteursarbeiten ziehen sich noch bis Ende November hin. Erst im Dezember könne laut Hoppenstedt die gesamte Anlage angeschaltet werden und wieder Strom erzeugen. Dass der Einbau der neuen Technik so lange braucht, hängt unter anderem damit zusammen, dass auch Abgaswärmetauscher und Luftkühler in das gesamte System eingebunden werden müssen. Und auch der Zeitaufwand für den nur wenige Meter langen Transport der drei Motoren an ihre Positionen ist nicht unerheblich.

Bereits im Vorfeld hatten – nach Ausbau der alten Motoren – Bauarbeiter das Innere des Gebäudes an die neue Technik angepasst und Fundamente neu gegossen. Ist das BHKW Am Wilhelmschacht auf den modernen Stand der Technik gebracht, stehen auch in der Anlage in Ost umfangreiche Arbeiten an. „Hier wird 2017 und 2018 umgebaut“, sagt Hoppenstedt.

Von Julia Tonne

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