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Starke Ernte - schwache Preise

Starke Ernte - schwache Preise

Selbst alte Bauern meinen, dass in unserer Gegend noch nie so viel von den Feldern eingefahren wurde wie in diesem Jahr. Beim Getreide, das seit Ende August unter Dach und Fach ist, "sprechen viele Betriebe von Rekordernten", sagt Dietmar Mühlberg von der Röthaer Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

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In der Region wird in diesen Tagen der Silomais gedroschen. Auch die Leute des Landwirtschaftsbetriebes Kitzscher sind auf den Feldern - hier zwischen Kitzscher und Stockheim - anzutreffen. Beim Mais und allen anderen Kulturen fahren die Landwirte in diesem Jahr Spitzenerträge ein.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Neben dem lachenden haben die Bauern aber auch ein weinendes Auge. Weil weltweit eine gute Ernte eingefahren wurde, rutschten die Getreidepreise in den Keller.

Dabei waren die Ernteerwartungen nach den ersten Frühlingsmonaten, die recht trocken ausfielen, gar nicht so überschwänglich. Die milde Witterung im Winter und im Frühjahr verhalf den Pflanzen aber zu einer längeren Vegetationszeit, "sie setzten das in Ertrag um", erklärt Mühlberg. Das zeigte schon die Wintergerste, ein Futtergetreide, das im Röthaer Amtsbereich auf knapp 13 800 Hektar und damit auf 14 Prozent der Ackerfläche heranwuchs und ab 28. Juni gedroschen wurde. Pro Hektar landeten 85 bis 100 Dezitonnen in den gefräßigen Bäuchen der Mähdrescher. In anderen Jahren lag der Schnitt bei 80 bis 85 Doppelzentner. Die diesjährige Wintergerste habe zudem "eine sehr gute Qualität", sagt Mühlberg.

Spitzenerträge gab es auch bei der Hauptkultur der hiesigen Bauern, dem auf etwa einem Drittel der Ackerfläche angebauten Winterweizen, der sich besonders gut an die italienischen Nudelhersteller und als Brotgetreide verkaufen lässt. 80 bis 90 Dezitonnen warf jeder Hektar ab, das sind etwa zehn Prozent mehr als im Schnitt der anderen Jahre. Laut Mühlberg hatte der anfänglich gedroschene Weizen eine gute Qualität. Der verregnete August machte den Landwirten dann aber doch noch einen Strich durch die Rechnung. "Der zuletzt eingebrachte Weizen besaß nur noch Futterqualität", sagt Mühlberg. Am 20. August war in diesem Jahr das letzte Getreide vom Halm.

Gut beraten waren jene Landwirte, die sich mit langfristigen Vorverträgen eine Preisgarantie verschafft hatten. Denn durch die global hohen Erträge purzelten im Sommer am Weltmarkt die Getreidepreise. Bei der Wintergerste "ging es zuletzt bis auf zwölf Euro je Dezitonne runter", weiß Mühlberg. Der Winterweizen fiel - je nach Qualität - von anfänglich etwa 18 auf 13 Euro. In den letzten zwei Jahren hatten die Landwirte noch über 20 Euro für den Doppelzentner erhalten.

Spitzenerträge verzeichnet anno 2014 aber nicht nur das Getreide. Auch der auf etwa einem Fünftel der Ackerfläche herangereifte Winterraps warf mit 45 bis 50 Dezitonnen je Hektar überdurchschnittlich viel ab. "Das sind zehn Prozent mehr als in anderen Jahren", weiß Mühlberg. Zudem freuten sich die Landwirte über den hohen Ölgehalt der Schoten, der bei über 45 Prozent lag. Das habe sich positiv im Preis niedergeschlagen, sagt der Pflanzenexperte aus Rötha.

Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben, die derzeit vom Feld geholt werden, versprechen laut Mühlberg ebenfalls sehr gute Erträge. In diesen Tagen wird der Silomais gedroschen, der in den Kuhställen als Futter und in Biogasanlagen als Energielieferant dient. Der Mais, der Anfang April ausgesät wurde und im Landkreis auf etwa zwölf Prozent des Ackerlandes herangewachsen ist, habe sich durch die lange Vegetationsperiode in diesem Jahr sehr gut entwickelt, erklärt Mühlberg. Im Oktober werde dann der Körnermais vom Feld geholt.

Menge und Qualität stimmen auch bei den Kartoffeln, die in der Region vor allem die Landwirtschaftsbetriebe Kitzscher und Frohburg anbauen. Mühlberg verwendet auf der Skala das "Sehr gut". Allerdings ist bei den Knollen der gleiche Trend wie beim Getreide zu verzeichnen. Durch das Überangebot fallen die Preise auf dem Markt. Die gute Ernte kompensiere den Preisrutsch nicht, sagt Martin Landgraf, Chef des Kitzscheraner Agrarbetriebes.

Losgegangen ist jetzt die Ernte der Zuckerrüben. Auf etwa 2500 Hektar liegt die Frucht im Boden, die in der Zeitzer Zuckerfabrik verarbeitet wird.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.09.2014
Prenzel, Frank

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