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Borna Starke Zubringer für die S-Bahn
Region Borna Starke Zubringer für die S-Bahn
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15:36 19.05.2015
Auch Busfahrerin Doreen Senf wird sich beim neuen "PlusBusNetz" mit ihrer Tätigkeit einbringen und somit für eine bessere Anbindung von Bahnreisenden sorgen. Quelle: Thomas Kube

26 Buslinien, auf denen es tagsüber im Stunden-Takt rollt, umfasst das neue Netz. Zehn von ihnen verkehren im Landkreis Leipzig. Erklärtes Ziel der Macher: mehr Autonutzer zum Umsteigen zu bewegen, vor allem mehr Berufspendler.

"Mehr Verkehrsleistungen auf den wichtigsten Buslinien", so beschreibt Landkreis-Sprecherin Brigitte Laux den Kern des neuen Fahrplans, der mit Inbetriebnahme von Citytunnel und mitteldeutscher S-Bahn ab Mitte Dezember wirksam wird. Dichtere Taktfrequenz tagsüber, mehr Fahrten am frühen Morgen, am späten Abend und an den Wochenenden und eine möglichst optimale Verknüpfung von Bus und S-Bahn sei das erklärte Ziel. "Es entsteht im Grunde ein neues Verkehrssystem, weil alles aus einem Guss ist."

Von einer "ganz beachtlichen Leistung" für die im Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) zusammengeschlossenen Landkreise spricht MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann. Trotz klammer Haushalte machten sie den Ausbau des Busnetzes möglich. Und der sei mit zehn Prozent mehr Fahrplan-Kilometern erheblich: "Pro Jahr macht das etwa 300 000 Buskilometer zusätzlich aus. Das muss erst einmal vorfinanziert werden." Allein die Personenverkehrsgesellschaft Muldental (PVM) werde künftig 100 000 zusätzliche Kilometer mit ihren Bussen zurücklegen, hieß es aus dem Unternehmen.

Deutschlandweit gehe die Tendenz eher dahin, Fahrpläne auf dem Land zusammenzustreichen, um Kosten zu sparen. "Das halten wir für den falschen Weg", sagt Lehmann. Durch attraktive Angebote wolle man mehr Fahrgäste gewinnen und so wirtschaftlich besser fahren. Dafür gehe man gemeinsam mit den Landkreisen sozusagen in Vorleistung.

"Den Fahrplan muss man dann gar nicht mehr zur Hand haben", bestätigt Martina Stenker, Sachbearbeiterin im Landratsamt in Borna. Auf den zehn am stärksten genutzten Linien sollen ab 15. Dezember die Busse in der Regel im Stundentakt verkehren. Sie sollen ohne lange Umsteigezeit Fahrgäste hin zu den S-Bahnen und zurück in das bahnferne Hinterland bringen. "Alle Linien wurden einer Potenzialanalyse unterzogen", sagt Stenker. Im Ergebnis werden unter anderem die Verbindungen von Kitzscher und Regis-Breitingen nach Borna, von Kitzscher nach Böhlen und von Groitzsch nach Zwenkau aufgewertet. Von Grimma aus geht es künftig im dichteren Takt nach Wurzen, Colditz und Bad Lausick. Ein Direkt-Bus, der Grimma und die Kreisstadt Borna verbindet, sei nicht vorgesehen, so Stenker: "Es gab Untersuchungen, aber es wurde kein ausreichendes Potenzial gesehen." Wer den Zug nutze, brauche kaum mehr Zeit als der Bus, der über die Dörfer fahre.

Ehe das für sächsische Zungen schwer zu artikulierende "PlusBusNetz" startet, sind die Linienkonzessionen neu an die Busunternehmen zu vergeben. Das betrifft die PVM, die Thüsac mit ihren sächsischen Linien und die Leipziger Verkehrsbetriebe mit den Linien, die den Landkreis Leipzig berühren. Die Unternehmen haben ihre Unterlagen beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr zur Genehmigung eingereicht; dieselbe Landesbehörde hat auch die ab 15. Dezember gültigen Fahrpläne freizugeben.

"Die Plus-Bus-Linien sollen die Vorteile des mitteldeutschen S-Bahn-Netzes überall dorthin tragen, wo der Zugverkehr nicht hinkommt", sagt MDV-Sprecher Matthias Neumann. Das Angebot bestehe künftig an Schul- und Ferientagen gleichermaßen. Die Bus-Fahrangebote an den Wochenenden würden erweitert - auf einen Zwei-Stunden-Takt sonnabends, auf fünf Fahrten je Richtung sonntags. Zudem werde der Linienverlauf klarer gefasst. Alles in allem wird "das Angebot dichter, klarer und leichter merkbar", so Neumann. Der Linienplan befinde sich noch in Arbeit. Er werde voraussichtlich in diesem Monat fertig sein.

Auf ungeteilte Zustimmung stößt das "PlusBusNetz" nicht. Wie berichtet, wird die neue Linienführung vor allem in Groitzsch und Zwenkau kritisiert, weil die Linie 100 keine direkte Verbindung mehr nach Leipzig darstellt, sondern in Markkleeberg zum Umsteigen zwingt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.10.2013

Schulreich, Ekkehard

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