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Borna Starker Antreiber oder Mann mit Herz für die Basis
Region Borna Starker Antreiber oder Mann mit Herz für die Basis
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17:04 09.04.2010
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Borna

Der bisherige Vorsitzende Klaus-Dieter Tschiche tritt nicht wieder an. Ex-Landrätin Petra Köpping will nicht. Wer sich an der Basis der etwa 360 SPD-Genossen zwischen Groitzsch, Grimma und Geithain umhört, bekommt vor allem eine Botschaft: Die SPD sehnt sich nach Ruhe und Führung. Beides haben die Parteimitglieder in den letzten Jahren schmerzlich vermisst, weil sie sich selbst dramatische Szenen lieferten und hernach kaum etwas kam – von der Parteispitze. So ist es erst gut anderthalb Jahre her, dass die damalige SPD-Kreisvorsitzende Gabriele Hertel ihren Posten hinschmiss. Vorangegangen waren Vorwürfe an ihre männlichen Vorstandskollegen, die würden sie mobben. Die derart Gescholtenen sahen sich hernach auch nicht mehr ans innerparteiliche Schweigegelübde gebunden und steckten der Öffentlichkeit, dass die Dame an der Spitze ohnehin unfähig sei. Gewählt worden war Hertel zuvor nur mit mageren 60 Prozent – ohne Gegenkandidaten. Auf Hertel folgte Tschiche, ein ruhiger und bedächtiger Herr im Ruhestand aus Grimma. Der wurde im zurückliegenden Wahljahr allerdings kaum zum Motivator und Antreiber seiner Parteifreunde, andererseits empfanden viele seinen Stil nach den Aufregungen um seine Vorgängerin als wohltuend beruhigend. Zum Antreiber könnte zweifellos ein Mann wie Mieszkalski werden. Der studierte Physiker, in den 70er Jahren in Leipzig Studienkollege der heutigen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), war elf Jahre Bürgermeister der Kleinstadt Brandis. Später war er Mitarbeiter des damaligen Wurzener SPD-Landtagsabgeordneten Joachim Schulmeyer und bis zum letzten Jahr Leiter des Muldentaler Betriebs für Grundsicherung und Arbeit. Derzeit sitzt er als Bürgermeister im Ruhestand zu Hause, und Leute, die ihn kennen, beschreiben den Mann vom Jahrgang 1952 als jemanden, der dringend ein neues Betätigungsfeld braucht. Ihm gegenüber steht mit dem 45-jährigen gelernten Funkmechaniker Glaser jemand, der eher gewinnend und freundlich wirkt. Wenn Mieszkalski am aktuellen Zustand der SPD erkennbar leidet und von „politischen Fehlleistungen“ seiner Partei spricht, ist Glaser, zweimal erfolglos Landtagskandidat, eher der Mann fürs sozialdemokratische Herz. „Ich gehe lieber in die Ortsverbände als auf große Versammlungen“, sagt der Nerchauer. Wo er war, wie etwa bei der Bornaer SPD, hinterlässt er einen guten Eindruck, weshalb etwa die Bornaer Parteibasis eher zu Glaser tendiert. „Wir können aber auch gut mit Frank Mieszkalski leben“, so die Bornaer Ortsvereinschefin Manuela Krause. Dass Glaser und Mieszkalski gegeneinander antreten, finden sie nicht verkehrt. Mieszkalski spricht von einer Freundschaft zu seinem Gegenkandidaten, und der betont, wie lange und gut sich beide schon kennen. Ihr Duell sei deshalb eine Alternativwahl. Dabei hätte die Zahl der Alternativen durchaus noch größer sein können. Neben dem selbsternannten Alleskönner Karlheinz Ligotzki, einem Mann, der sich sowohl um den Landratsposten als auch um die SPD-Bundestagskandidatur erfolglos bemüht hat, ist bei der SPD im Landkreis Leipzig natürlich immer wieder die frühere Bornaer Landrätin Petra Köpping im Spiel. Die 51-Jährige sitzt seit einem halben Jahr im Landtag und erklärt, als stellvertretende SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende fehle es ihr an der Zeit, auch noch den Chefposten im Kreisverband zu übernehmen. Bleibt der eigentliche starke Mann in der Landkreis-Leipzig-SPD: Karsten Schütze, ein Gymnasiallehrer aus Markkleeberg, den bis vor zwei Jahren außerhalb seiner Heimatstadt kaum jemand kannte. Schütze ist als SPD-Fraktionschef im Kreistag längst so etwas wie der Gegenspieler des Bornaer CDU-Landrats Gerhard Gey geworden und seit Monaten fast allein das Gesicht der Kreis-SPD. Den SPD-Vorsitz will er gleichwohl nicht übernehmen. Unter einem SPD-Chef Gläser würde Schütze wohl weiter die Nummer eins der Partei bleiben, munkeln Insider. Unter einem SPD-Kreisvorsitzenden Mieszkalski wohl eher nicht.

Nikos Natsidis

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