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Startschuss für Abriss der Schweinemastanlagen

Startschuss für Abriss der Schweinemastanlagen

Die Tage der ehemaligen Schweinemastanlage am östlichen Röthaer Stadtrand sind gezählt: Am Mittwochvormittag gaben Bürgermeister Ditmar Haym (parteilos) und Regina Kirsten, Leiterin des Sachgebietes Bau, den offiziellen Startschuss für den Rückbau der Anlage, deren älteste Gebäude aus den 50er Jahre stammen.

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Baggerbiss beim Abriss der ehemaligen Schweinemastanlagen.

Quelle: Roger Dietze

Rötha. Mit dem Startschuss geht gleichzeitig ein gut zehnjähriges Ringen der Kommune um die Beseitigung der Hinterlassenschaften aus der DDR-Tierproduktion zu Ende. Davor lagen Pläne eines Investors, auf dem Areal Gewerbe anzusiedeln. Pläne, die unter anderem an Auflagen des Landschaftsschutzes sowie am Hochwasserschutz scheiterten. Das gesamte Gelände hätte dann um gut zwei Meter angehoben werden müssen. Doch das alles ist seit gestern Geschichte und wird es noch mehr im November sein, wenn die Zwönitzer Firma Richter Triga den ersten Bauabschnitt des Rückbaus beendet. In der Zwischenzeit, so kündigte der Röthaer Architekt Roland Müller an, werde man die Ausschreibung für den zweiten Bauabschnitt auf den Weg bringen, so dass dieser nahtlos angeschlossen werden könne.

Denn die Zeit drängt. Die Fördergelder, die 90 Prozent der Gesamtsumme ausmachen, während die Kommune die übrigen zehn Prozent beisteuert, müssen bis zum 30. Juni des nächsten Jahres abgerufen worden sein. Fördergelder, ohne die das Projekt für die Stadt nicht zu schultern gewesen wäre. Trotz der Tatsache, dass sich die Abrisskosten auf „nur" rund 640 000 Euro belaufen werden, nachdem erste Schätzungen von über einer Million Euro ausgegangen waren.

„Diese positive Entwicklung macht es uns möglich, beide Bauabschnitte unmittelbar hintereinander zu realisieren", erläuterte Rathauschef Haym. Die Schwierigkeiten, überhaupt an Fördermittel in dieser Größenordnung heranzukommen, hätten für die Stadt Rötha darin gelegen, dass es sich bei dem Areal um keine Industrie-, sondern um eine Landwirtschaftsbrache handelt, auf die wiederum andere Fördermittelrichtlinien Anwendung finden. Eine Lösung sei durch die Einbeziehung des Geländes in die Revitalisierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Neubau der Autobahn 72 gefunden worden. Deshalb werden die Abbrucharbeiten auch nur bis zu den Grundmauern erfolgen, während der Rest, sprich die Beseitigung der Fundamente der insgesamt 43 Gebäude, im Zuständigkeitsbereich des Autobahnamtes liegt.

 „Wir haben zwar als Stadt mit dem auf den Abriss folgenden Vorgehen auf dem Areal nichts mehr zu tun", sagte Bürgermeister Haym. „Wenn ich aber eine Entscheidung treffen müsste, dann würde ich hier die Natur sich selbst überlassen." Nunmehr gehe eine Odyssee zu Ende, meinte er. Und eine Tippeltappel-Tour durch die Instanzen. Denn für das Rathausteam galt es nicht nur, die Finanzierung in Sack und Tüten zu bringen, sondern auch eine Reihe von naturschutzrechtlichen Auflagen zu erfüllen. Auf dem rund 6,4 Hektar großen Areal hatten sich seit der Einstellung der Schweineproduktion Ende 1990 Fledermäuse, Vögel sowie Amphibien häuslich eingerichtet. „Die im Laufe der Zeit entstandenen Biotope bleiben zum Teil bestehen, die Fledermäuse werden umgesetzt", erläuterte Architekt Müller.

Roger Dietze

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