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Statt Krematorium baut Bestatter in Espenhain Container-Niederlassung

Bestattungsunternehmen Statt Krematorium baut Bestatter in Espenhain Container-Niederlassung

Die Diskussion um ein Krematorium ist jetzt mit Verspätung auch in Kitzscher angekommen. Denn das Vorhaben ist längst vorläufig untersagt worden. Bestatter Segenius baut derweil eine Niederlassung aus Containern.

Der Internetbestatter Segenius baut im Gewerbegebiet Espenhain eine Niederlassung aus Modulen.

Quelle: André Neumann

Rötha/Espenhain/Kitzscher. Das Bauvorhaben des Internet-Bestattungsunternehmens Segenius im Industrie- und Gewerbepark in Espenhain beschäftigte jetzt auch den Stadtrat in Kitzscher. Auf dessen jüngster Sitzung überraschte SPD-Stadtratsmitglied Rainer Groß die Runde mit der Feststellung: „In Espenhain soll ein Krematorium gebaut werden“.

Überraschend war das vor allem deshalb, weil die Botschaft keinerlei Neuigkeitswert mehr hatte, nachdem die Leipziger Volkszeitung mehrfach darüber berichtet hatte. Groß aber warnte: „Thierbach liegt in der Hauptwindrichtung, die Tragweite ist größer als mancher sich das vorstellt.“ Wobei Groß vermutlich davon ausging, dass vom Krematorium eine Geruchsbelästigung ausgehen würde, die den Ortsteil der Stadt Kitzscher erreichen könnte. Da waren die anderen Stadträte offenkundig anderer Meinung

Tatsächlich wollte das Leipziger Unternehmen im Industrie- und Gewerbepark Espenhain ein Krematorium errichten. Und will es vermutlich noch immer. Denn nachdem sich die Stadt Rötha gegen das Vorhaben aussprach und das Landratsamt des Landkreises Leipzig die Baugenehmigung versagte, ging Segenius gegen diese Entscheidung in Widerspruch. Der Streit liegt jetzt bei der Landesdirektion Sachsen.

Auf dem Gelände in Espenhain wird dennoch gebaut. Nachdem der Bauantrag für das Krematorium abgelehnt worden war, kündigte Segenius an, hier stattdessen ein Logistikzentrum mit Verwaltung sowie Produktion von Särgen und Urnen zu errichten. Dabei setzt das Unternehmen auf Containerbauweise, wie vor Ort zu sehen ist. Dort ist bereits ein Gebäudekomplex aus mehreren Modulen errichtet worden. Ein großer Schornstein ist nicht zu sehen, nur ein Funkmast überragt die Container. Allerdings bietet die Modulbauweise die Gelegenheit, jederzeit mit überschaubarem Aufwand umzubauen oder nachzurüsten. So dass für den Fall, dass Segenius in dem Streit die Oberhand behält, aus dem Logistikzentrum doch noch ein Krematorium werden kann.

Als die neuen Pläne Anfang des Jahres in Rötha bekannt geworden waren, hatten Stadträte die Befürchtung geäußert, das Krematorium käme nun durch die Hintertür. Für einen Bau mit Lager, Verwaltung und Produktion muss in dem Gewerbegebiet kein förmlicher Bauantrag gestellt werden, da es dem Bebauungsplan entspricht. Laut der Sprecherin des Landratsamtes Brigitte Laux sei es nicht üblich, solche Anlagen nach der Fertigstellung zu kontrollieren. Dennoch könne das Bauaufsichtsamt „die Einhaltung der öffentlich-rechtlichen Vorschriften jederzeit kontrollieren“, und es werde dies im Bedarfsfall auch tun.

In Kitzscher wird die Angelegenheit vorerst wohl nicht weiter verfolgt werden. Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) meinte lediglich, er wolle sich bei seinem Röthaer Amtskollegen nach dem Stand der Dinge erkundigen.

Von André Neumann

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