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Borna Stau auf der B 95 für fünfte Klasse in Kitzscher
Region Borna Stau auf der B 95 für fünfte Klasse in Kitzscher
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17:02 02.06.2010
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Kitzscher

Etwa 200 Bürger waren dem Aufruf gefolgt. Im Autocorso ging es vom Busplatz Kitzscher zur Kreuzung zum Gewerbegebiet Espenhain.

„Unser Ministerpräsident möchte etwas gegen die demografische Entwicklung, dass heißt in unserem Fall etwas gegen die Vergreisung der Bevölkerung tun. Mit dem Mitwirkungsentzug wird genau das Gegenteil erreicht", sagte das Stadtoberhaupt auf der B 95. Junge Familien, wo der Vater schon als Montagearbeiter im Westen arbeitet, würden bei einer Schließung der Schule Kitzscher verlassen. Bereits 1208 Bürger hätten ihre Unterschrift gegeben, damit die Klasse 5 ab August kommt, ergänzte die Elternratsvorsitzende der Grundschule Kitzscher, Sylke Trzebinsky, für die der Entzug ein erster Schritt für eine Schulschließung sei.

Kitzscher. Stau auf der B 95. Zwischen Eula und Espenhain ging gestern gegen 14 Uhr nichts mehr. Elternvertreter, Stadträte und der Bürgermeister Maik Schramm hatten zu einer Demonstration gegen den Mitwirkungsentzug des Kultusministeriums zur Einrichtung der 5. Klassen im Schuljahr 2010/2011 an der Mittelschule Kitzscher aufgerufen.

Um die Redner hatten sich die Teilnehmer der Demonstration mit fast 100 Transparenten gruppiert. Auf diesen stand „Stirbt die MSK, stirbt auch Kitzscher", „Ich bin ein Kind und kein Montagearbeiter" oder „Wir brauchen eine Schule und kein weiteres Altersheim". Diese hatten Schüler, Stadträte und Elternvertreter gestaltet. Dazu gehörte die 10-Klässlerin Janis Katzschmann. „Ich bin hier, weil meine Brüder ihren Realschulabschluss in Kitzscher machen sollen", erklärte die 17-Jährige. Ein Bruder Marvin besucht derzeit die 7. Klasse, und Sallivan kommt in die Schule. Dem pflichteten auch Sylvia Große und Gisa Heinig zu. Ihre Kinder, Lukas beziehungsweise Morice, gehen in den Kindergarten. „Wir sind dabei, damit unsere Kinder später nicht um fünf Uhr aufstehen müssen, um pünktlich zum Unterricht zu kommen", sagten sie.

Nico Völkel (11) war mit seiner Schwester Jennifer (22) vor Ort. „Ich wohne neben der Schule und möchte in diese ab August gehen", sagte er. Der 11-Jährige wolle nicht bis zur Dinter-Schule in Borna fahren. „Ich bin in die Mittelschule gegangen. Mein Sohn Leon, der jetzt zur Schule kommt, soll diese ebenso besuchen", so Jennifer Völkel. Neben ihnen standen die Mitglieder des Sächsischen Landtags Heike Werner und Enrico Stange (Die Linke): „Wir wollen die Schule in ihrem Kampf unterstützen. Es gibt 2010/2011 einen Lehrerüberschuss, sodass es kein Problem ist, wenn in Kitzscher die fünfte Klasse aufgemacht wird." Dem pflichtete der Kreistagsfraktionsvorsitzende der SPD/Grünen, Karsten Schütze, bei. Im Schulnetzplan des Kreises sei Kitzscher als Schulstandort enthalten, dass solle auch künftig so bleiben.

Damit die Demonstration reibungslos vonstatten ging, waren die Freiwillige Feuerwehr Kitzscher, der Bauhof Kitzscher und nicht zu letzt die Polizei im Einsatz. Für die Sicherheit der Teilnehmer sorgte auch Elke Irmscher vom Bauhof, die Warnwesten verteilte.

„Ich verstehe, dass die Leute hier demonstrieren", meinte Diethard Prüger von der Spedition Seifert, der etwa 30 Minuten im Stau stand, der bis Eula reichte und in der Zwischenzeit telefonierte.

Cornelia Braun

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