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Steigende Einwohnerzahl in Borna: Für Familien wird es eng

Wohnungsbau Steigende Einwohnerzahl in Borna: Für Familien wird es eng

Dass Borna wächst, ist kein Geheimnis mehr. Zum 31. Dezember 2015 lebten insgesamt 20.030 Bürgerinnen und Bürger in der Wyhrastadt. Mit dem Bevölkerungswachstum kämen allerdings auch neue Herausforderungen auf die Große Kreisstadt zu. Es fehlt an 4-Raum-Wohnungen, die besonders für junge Familien geeignet sind.

Der Bedarf an familiengerechten Wohnungen in Borna wächst. (Symbolfoto)

Quelle: Andreas Döring

Borna. Dass Borna wächst, ist kein Geheimnis mehr. Zum 31. Dezember 2015 lebten insgesamt 20.030 Bürgerinnen und Bürger in der Wyhrastadt, der von der Pass- und Meldestelle ausgewiesene Wanderungssaldo wies mit einem Zuzugs-Überschuss von 528 Menschen ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus (314). Der Löwenanteil des Einwohnerzuwachses entfällt dabei auf Kinder zwischen null und zehn Jahren.

Mit dem Bevölkerungswachstum kämen allerdings auch neue Herausforderungen auf die Große Kreisstadt zu, betont der SPD-Fraktionschef im Bornaer Stadtrat Oliver Urban. Denn: Es fehlt an 4-Raum-Wohnungen, die besonders für junge Familien geeignet sind – und das trotz derzeit knapp 1000 leerstehender Wohnungen im Stadtgebiet.

Die Nachfrage sei wirklich groß. „Das zieht sich über alle Schichten, vom ALG-II-Empfänger bis zum Besserverdiener“, weiß Urban zu berichten. Die Lösung des Problems sieht er vor allem im geschickten Umbau der bestehenden Plattenbausiedlungen und in einem forcierten Geschosswohnungsbau – und dabei dezidiert auch bei den Wohnbaugesellschaften und Genossenschaften der Stadt.

„Wir haben das Problem erkannt“, bestätigt Jan Czinkewitz, Geschäftsführer der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (BWS), auf LVZ-Anfrage. Deshalb wolle man sich bei allen anstehenden Sanierungsmaßnahmen, insbesondere an den derzeit rund 600 leer stehenden Wohnungen, auf eine entsprechende Ausrichtung hin zu 4-Raum-Wohnungen konzentrieren.

Einige konkrete Projekte habe man bereits ins Auge gefasst, so Czinkewitz. Er nennt das Objekt in der Grabengasse 2 als eine der ersten Optionen. Und auch die geplanten Neubauten in der Theodor-Storm-Straße, wo 13 Eigenheimstandorte angedacht sind, sollen zum Teil auf 4-Raum-Wohnungen ausgerichtet werden. Bei den drei im selben Bereich geplanten Stadtvillen, von denen eine in Eigenregie gebaut und in den Bestand übernommen werden soll, konzentriere man sich ebenfalls auf entsprechend größere Wohnflächen.

Czinkewitz schränkt allerdings mit Blick auf die Bestandsobjekte der BWS ein, dass eine entsprechende Umgestaltung natürlich auch mit gesteigerten Kosten verbunden sei. „Das ist immer abhängig vom Baukörper – und der kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein.“ Genaue Kosten kann er zwar nicht nennen, geht aber pro Objekt von einem hohen vierstelligen Betrag aus.

Bedenken, dass der angedachte Rückbau einiger Bestandshäuser der gestiegenen Nachfrage zuwider laufe, zerstreut Czinkewitz. Dieser erfolge nur punktuell, so der BWS-Geschäftsführer, „und wir verfügen auch dann noch über genügend umbaufähige Objekte.“

Bei der Bornaer Wohnungsgenossenschaft, die über insgesamt 1850 Wohnungen verfügt, kann man die gestiegene Nachfrage nach entsprechendem Wohnraum ebenfalls bestätigen. „Allerdings fällt das bei uns nicht so extrem aus“, berichtet der Vorstandsvorsitzende Andreas Beier. Er beobachtet allerdings, dass seine Mitglieder auch Einschränkungen in Kauf nehmen, solange Preis und Umfeld stimmen. Das sei vor allem in Borna-Nord gegeben, das mit seiner guten Infrastruktur aus Kindertagesstätten, Schule, Einkaufs- und Sportmöglichkeiten überzeuge. „Da machen die Leute auch eher mal einen Kompromiss und nehmen eine kleinere Wohnung.“

Trotzdem stelle natürlich auch seine Genossenschaft entsprechende Überlegungen zur Umstrukturierung des bestehenden Wohnraums an. Wo möglich seien etwa bereits bestehende Erdgeschosswohnungen zusammengelegt worden. Auch über entsprechende Neubauten werde nachgedacht.

„Es gibt aber noch nichts konkretes“, schränkt Beier jedoch ein. Zudem seien solche Projekte für sein Haus derzeit – gerade vor dem Hintergrund der Energieeinsparverordnung – auch nicht finanzierbar. Ein entsprechender Neubau erreiche schnell Quadratmeterpreise von acht Euro – und die könnten sich viele Menschen in der Stadt schlicht nicht leisten. Gerade in Bezug auf sozialen Wohnungsbau sieht er daher auch die Politik in der Pflicht: „Hier müssen Zuschüsse her.“

Von Bastian Fischer

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