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Borna Steinbacher kämpfen für ihr barockes Herrenhaus
Region Borna Steinbacher kämpfen für ihr barockes Herrenhaus
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00:33 30.08.2015
Die Steinbacher wollen, dass ihr barockes Herrenhaus erhalten bleibt - für die Dorfgemeinschaft, aber natürlich auch als Bauwerk. Quelle: Jens Paul Taubert
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. Nach Jahren, in denen sich wenig, offenkundig zu wenig an der denkmalgeschützten Substanz in kommunalem Besitz tat, machen sie jetzt Druck.

Die Steinbacher möchten gemeinsam mit der Bad Lausicker Stadtverwaltung und der Kur GmbH die höchst attraktive Immobilie - zu ihr gehört ein großer Park - stärker als bisher ins öffentliche Bewusstsein rücken. Auch wollen sie die Kräfte zur schrittweisen Sanierung des Hauses bündeln. Und so saßen Vertreter von Ortschaftsrat, Heimatverein, Freiwilliger Feuerwehr und Maifestverein am Dienstagabend zusammen, um die Gründung einer "Arbeitsgruppe Herrenhaus Steinbach" voranzutreiben.

"Jeder aus dem Dorf identifiziert sich mit dem Herrenhaus", sagt Ortsvorsteher Andreas Dathe. Zwar sei das Ensemble des Rittergutes samt Torturm wegen des Bauzustandes verloren - doch das mache das Schloss umso unverzichtbarer.

Hunderte von Arbeitsstunden und eine Menge meist privates Geld steckten engagierte Steinbacher in den zurückliegenden Jahren in das Haus, das zuletzt als Grundschule diente und das die Stadt Bad Lausick seitdem der Dorfgemeinschaft zur Verfügung stellt.

Es habe sich gezeigt, dass die Erhaltung die Kommune überfordere und dass auch die Vereine bei allem Bemühen nur kleine Beiträge leisten könnten, so der Ortsvorsteher. Im Zusammenhang mit dem Verkauf des alten Feuerwehrdepots und der Turnhalle reiften Überlegungen, die Sicherung des Herrenhauses mit neuer Kraft anzugehen. "Der Stadtrat trägt das so mit", sagt Dathe. Gemeinsam mit dem Rathaus und der Kur GmbH - die Erfahrungen hat, die für die regionale und überregionale Vermarktung als attraktiver Veranstaltungsort von Nutzen sein könnten - soll jetzt die konzeptionelle Arbeit beginnen.

Der Erhalt des Herrenhauses ist dabei in zweifacher Hinsicht wichtig: sowohl als Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft als auch als Bauwerk. "Diese beiden großen Ziele können weder Ortschaftsrat noch die Vereine allein erreichen. Sie müssen vor allem von möglichst vielen Steinbachern mitgetragen werden", sagt Dathe.

Das Beispiel von Rittergut und Schloss Prießnitz dürfe da als positives Beispiel und Motivation gelten, an dem sich Steinbach und Bad Lausick orientieren könnten. Denn was die Prießnitzer mit Unterstützung der Stadt Frohburg dort in den vergangenen Jahren Stück für Stück erreichten und woran sie weiter intensiv arbeiten, sei beachtlich.

Bis zur nächsten Sitzung des Ortschaftsrates sollen die Namen der Leute feststehen, die in der Arbeitsgruppe mitwirken. Im September oder Oktober will sich dieser Personenkreis erstmals mit den Verantwortlichen der Kommune und der Kur GmbH treffen. Es geht darum, den Sanierungs-Rückstau zu erfassen, Prioritäten zu setzen und die dringenden Erhaltungsarbeiten kurz- und mittelfristig zu planen.

Es geht aber auch um Veranstaltungen, um Konzerte, Schloss- und Parkführungen - um Kultur-Aktivitäten also, die das Herrenhaus in der Region bekannt machen und die einige finanzielle Mittel einspielen könnten, die für die schrittweise Sanierung dringend benötigt werden. Auftakt dafür könnte, so erste Überlegungen, eine stimmungsvolle Steinbacher Schlossweihnacht sein. Andreas Dathe: "Das Ambiente bietet sich dafür hervorragend an."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.08.2015
Ekkehard Schulreich

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