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Steinerne Schönheit mit Rissen

Steinerne Schönheit mit Rissen

Carina Schluckebier von der Hochschule für Bildende Künste Dresden stellte kürzlich die Zwischenergebnisse ihrer Diplomarbeit zum Kenotaph des Klostergründers Wiprecht von Groitzsch vor.

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Studentin Carina Schluckebier bei der Präsentation im Lutherhaus Pegau.

Quelle: HansHermann Koch

Pegau. Einen Abschlussbericht liefert sie im Spätsommer dieses Jahres, wenn alle Untersuchungen und Probenahmen beendet.

Was dann an diesem mittelalterlichen Kunstwerk restauriert werden muss, steht derzeit noch in den Sternen. Ein Konservierungskonzept, dem die seit einem Jahr andauernden Klimamessungen zugrunde liegen, wird genauere Aufschlüsse geben.

Die junge Kunststudentin und Bildhauerin, die auch am Bildhauer-Pleinair vom 31. Mai bis 14. Juni im Klostergarten teilnimmt, datiert die Entstehung der Grabplatte auf die Jahre 1235 bis 1240. Ähnliche spätromanische Werke, jedoch nicht in der Schönheit wie das Pegauer, finden sich mit Dedo und Mechthild im Kloster Wechselburg oder der Goldenen Pforte in Freiberg. Der Markgraf verstarb im Mai 1124 infolge von Brandverletzungen als Benediktinermönch. Er wurde neben seiner Frau Judith in der Klosterkirche bestattet.

Nach Einzug der Reformation 1539 in Pegau wurde das Kloster 1556 abgerissen und das Kunstwerk in die Laurentiuskirche gebracht. Durch viele Einflüsse hat die Grabplatte gelitten, aber im Kapellenraum unter dem Südturm doch alles überdauert. So stand sie lange aufrecht an der Wand, wurde 1805 mit Kalk geweißt, 50 Jahre danach wieder von Kalk befreit und erhielt 1871 den jetzigen Unterbau. Ein kolorierter Stich von 1872 zeigt den Ritter in den schönsten Farben, mit Goldauflagen und edelsten Steinen.

Christina Engelmann-Wendt, Chefrestauratorin im Dresdner Grünen Gewölbe, hat die Platte mit unter die Lupe genommen. Sie enthält unter anderem mit Harz geklebte Bergkristalle, die teils mit Kupfer- und Silberfolien unterlegt und Metall oder Mörtel eingefasst sind. Einige Risse und Stellen wurden bereits mit Zement ausgebessert. Der Sandstein verschwindet immer mehr und so wird bei den späteren Konservierungsmaßnahmen wohl der Zement, mit dem mal die abgebrochene Nase Wiprechts nachmodelliert wurde, einem passenderen Mörtel weichen müssen.

Die Ergebnisse werden mit Spannung im August dieses Jahres erwartet und vielleicht wird auch die Frage beantwortet, ob der Sandstein aus Cotta oder aus dem Steinbruch des Klosters in Steingrimma stammt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.03.2014
Hans-Hermann Koch

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