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Borna Steinert etabliert Lotter Metall in Borna zu einer starken Marke in Mitteldeutschland
Region Borna Steinert etabliert Lotter Metall in Borna zu einer starken Marke in Mitteldeutschland
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12:40 03.12.2015
Generationswechsel bei Lotter Metall: Alexander Seidemann (34, li.) übernimmt, Lothar Steinert (63, r.) geht am Ende des Jahres in den Ruhestand. Quelle: Birgit Schöppenthau
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Borna

Die Belegschaft von Lotter Metall hält ihn für einen notorischen Frühaufsteher. 25 Jahre lang soll er der erste und oft auch der letzte auf dem Hof des Fachgroßhandels im Gewerbegebiet Zedlitzer Dreieck gewesen sein. Doch am Tag nach seiner offiziellen Verabschiedung war nichts mehr, wie es war. Der Chef kam tatsächlich später. Obwohl die aktive Laufbahn für den 63-Jährigen erst am 31. Dezember endet, wurde er seinen Prinzipien untreu. Ob ihm die bewegenden Momente oder die vielen Geschenke den Schlaf raubten, wird das Geheimnis des Mannes der ersten Stunde und vielleicht seiner Frau Elke bleiben.

Vielleicht waren es aber auch die Bilder, die der grauhaarige Mann nach einem Vierteljahrhundert Aufbau Ost aus gegebenem Anlass Revue passieren ließ, die aufwühlten und vielleicht ein bisschen sentimental machten. Denn wenn man wie Steinert inmitten des Zusammenbruchs der sozialistischen Planwirtschaft bei einer vor dem wirtschaftlichen Bankrott stehenden Einkaufs- und Liefergenossenschaft des metallverarbeitenden Handwerks anheuert, diese als stahlharte Marke in Mitteldeutschland etabliert und über Jahrzehnte erfolgreich eine fast zweihundertköpfige Belegschaft und rund 30 Millionen Euro Jahresumsatz managt, dann kann man zufrieden auf sein Lebenswerk blicken.

Als eines der vielen Gesichter des Aufbaus Ost hat er kaum etwas ausgelassen. Er startete aus dem Hinterhof in der Altenburger Straße in Borna, fand im Ludwigsburger Familienunternehmen Lotter kompetente Geldgeber, plante einen neuen Betrieb und neue Geschäftsfelder und eröffnete Niederlassungen an fünf Standorten. „Die Startbedingungen waren mehr schlecht als recht“, sagte er, „heute steht Lotter auf stabilen Beinen und ist fester Bestandteil einer starken Unternehmensgruppe“.

Tiefpunkte wie die Krise der Baubranche nach der Jahrtausendwende, Hürden beispielsweise bei der Ansiedlung am heutigen Standort und Rückschläge durch die jüngste Finanzkrise lässt er nicht aus – das macht ihn glaubwürdig. Charmant kommt er rüber, wenn er bedeutende Protagonisten seines Lebenswerkes in Person von Hellmut Ernst als persönlich haftendem Gesellschafter von Lotter und Bernd Westphal als einem der Gründungsväter, aber auch Stellvertreter, Abteilungsleiter und die Sekretärin in einem Atemzug nennt. Natürlich versäumte er nicht, Zulieferern, Kunden, Kommunalpolitikern und übrigen netzwerkenden Partnern zu danken. Zu guter Letzt räumte er ein, dass die Aufzählung Lücken aufweisen könne. Das läge nur daran, dass ihm die Gästeliste zu spät zugearbeitet worden sei. Es menschelt, wenn er spricht.

Das schätzen seine Kollegen an ihm. Für sie ist er Vorbild, Lehrer und Mensch, wie Sven Aurich von der Abteilung Haustechnik versicherte. Von wohlüberlegten, kaufmännische Entscheidungen getrieben habe er eine soziale Unternehmenskultur geprägt. Ein Händchen fürs Personal hat Steinert bis zuletzt bewiesen.

Mit Alexander Seidemann, Großhandelskaufmann mit Bachelor-Abschluss als Betriebswirt, übernimmt ein Lotter-Eigengewächs das Ruder ab Anfang 2016. „Natürlich mit der kompetenten Unterstützung aus Ludwigsburg“, versicherte der 34-Jährige und lässt die Prägung seines Ziehvaters erkennen.

Damit hat Steinert alles geregelt für die Zukunft von Lotter Metall. Nur für seine eigene blieb eine Frage unbeantwortet. So richtig wisse er noch nicht, wie er ab Januar ohne Arbeit auskommen wolle, runzelte er die Stirn. Das Unternehmen hat eine Antwort darauf. Im Rahmen der nächsten Hausmesse im kommenden Jahr, die anlässlich des 25-jährigen Firmenbestehens stattfinden soll, warten bereits Aufgaben auf ihn.

Von Birgit Schöppenthau

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