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Borna Stephan Eichhorn setzt in Rötha auf bürgerschaftliches Engagement
Region Borna Stephan Eichhorn setzt in Rötha auf bürgerschaftliches Engagement
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00:30 10.12.2015
Voraussichtlich am 1. Februar will Wahlsieger Stephan Eichhorn als Bürgermeister ins Röthaer Rathaus einziehen. Quelle: André Neumann
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Rötha

Der neu gewählte Röthaer Bürgermeister Stephan Eichhorn (62, parteilos) will sein Amt voraussichtlich am 1. Februar antreten. Im Interview spricht er über die Zeit nach einem zuletzt aufgeheizten Wahlkampf und bürgerschaftliches Engagement

Zuletzt führten beide Seiten das Wort Schlammschlacht im Munde und beschuldigten sich gegenseitig. Hat der Wahlkampf Schaden oder Wunden in Rötha hinterlassen?

Ich hoffe es nicht. Ich will das auch gar nicht mehr aufgreifen, blicke jetzt nach vorn. Ich kann nur jeden ermuntern, sich einzubringen, egal wie er gewählt hat.

Sind Sie schon mit der Arbeit der Verwaltung vertraut?

Nein, in die laufenden Verwaltungsgeschäfte habe ich bisher keinen Einblick.

Sie haben bald ein Rathaus, brauchen also kein Bürgerbüro mehr. Was wird nach der Wahl aus dem ehemaligen Laden in ihrem Elternhaus in der  August-Bebel-Straße?

Ich weiß nicht, wie viele Bürgerbüros es im Landkreis von parteizugehörigen oder auch parteilosen Amtsinhabern gibt. Ich bin im Gespräch darüber, das Ladenlokal als eine Art CulturCafé umzufunktionieren, das von Vereinen (mit)getragen wird und das ich auch gern als Bürgerbüro für Sprechstunden außerhalb des Rathauses weiternutzen möchte. Außerdem überlege ich, mir hier auch einen kleinen privaten Bereich einzurichten.

Wie werden Sie als Bürgermeister Kontakt zu den Ortsteilen halten?

Ich glaube, Herr Haym hat regelmäßig an den Ortschaftsratssitzungen teilgenommen. Das werde ich auch versuchen. Zusätzlich sollte es auch in den Ortsteilen Bürgermeistersprechstunden geben. Man muss dann schauen, wie diese angenommen werden.

Als Privatier haben Sie sich erfolgreich für die Marienkirche eingesetzt. Können Sie als Bürgermeister solche Prioritäten noch setzen?

Ich kenne Bürgermeister, die auch Vorsitzende von Vereinen sind. Unabhängig davon habe ich schon Gespräche geführt, den Förderverein in andere Hände zu legen.

Im Wahlkampf haben Sie viel über bürgerschaftliches Engagement gesprochen. Wie wollen sie das erreichen?

Ich verfolge die Idee von einer Bürgerstiftung, für die ich Röthaer, auch ehemalige Röthaer, Unternehmen und an Rötha interessierte Dritte gewinnen möchte. Ich glaube, da gibt es einige Menschen, die bereit sind mitzumachen. Und ich bin auch selbst bereit, da einen Beitrag zu leisten.

Was soll die Stiftung bewirken?

Man muss abklopfen wo mehrheitliches Interesse besteht. Das wird in den Ortsteilen noch am einfachsten sein. Zum Beispiel gibt es in Pötzschau kein Gemeindezentrum, in Oelzschau haben wir einen maroden Kindergarten. Man muss sehen, wie sich kommunales Handeln und bürgerschaftliches Engagement mehrheitlich zusammenführen lässt. Der Zweck der Stiftung müsste weit gefasst sein, von der Unterstützung Bedürftiger bis zu gemeinnützigen größeren Projekten.

Woraus schöpfen Sie mit 62 Jahren die Kraft, am Ende Ihres Berufslebens noch eine ganze Stadt möglichst erfolgreich zu gestalten?

Die Kraft ist mir in den letzten Jahren zunehmend aus der Selbstständigkeit in meinem Beruf, der Freude an meiner Arbeit für den Förderverein der Marienkirche und der Unterstützung durch meine Familie, besonders durch meine Frau zugeflossen.

André Neumann

Von André Neumann

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