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Stiftung klagt nicht gegen die A 72

Stiftung klagt nicht gegen die A 72

Die Stiftung "Wald für Sachsen" klagt nicht gegen den Planfeststellungsbeschluss für die Autobahn 72 zwischen Rötha und der Autobahn 38. Grund dafür sind mangelnde Erfolgsaussichten, sagte gestern Stiftungsgeschäftsführer Henrik Lindner.

Rötha. Damit verliert die Stiftung 15 Hektar Wald bei Rötha. Das sächsische Wirtschaftsministerium erklärte, es sei noch unklar, wann der Bau dieses letzten, 7,2 Kilometer langen Autobahnabschnitts beginnen kann.

 

 

Es geht um Laubwald, vor allem Eichen, Linden und Ahorn, den die Stiftung "Wald für Sachsen" in den Jahren 1999 bis 2003 östlich von Rötha angepflanzt hat. Damals wurden 73 Hektar aufgeforstet. Die neue Autobahn von Chemnitz, die im Sommer bis Borna verlängert wurde und an deren Fortsetzung bis Rötha seither gearbeitet wird, soll mitten durch das Waldgebiet, das Röthaer Holz, führen. "Damit wird der Wald zu einem und zwei Dritteln geteilt", sagt Lindner mit Blick auf den Planfeststellungsbeschluss zur neuen Autobahn.

Deshalb hatte die Stiftung, hinter der die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die Sachsenbank, der Sächsische Waldbesitzerverband und der Verein "Primaklima-weltweit" stehen, eine Klage beim Bundesverwaltungsgericht Leipzig gegen den Planfeststellungsbeschluss in Erwägung gezogen (die LVZ berichtete). Die Expertise einer Münchner Anwaltskanzlei über die Erfolgsaussichten dafür fiel allerdings für die Stiftung ernüchternd aus. "Wir hätten kaum Chancen", sagt Lindner. Angesichts dessen seien prognostizierte Gerichtskosten in mittlerer fünfstelliger Höhe auch hinsichtlich des Stiftungskapitals "nicht vertretbar".

Die Stiftung hätte eine "Ertüchtigung" der vorhandenen Trasse der B 95 bevorzugt, erklärte der Geschäftsführer. Mit entsprechenden Lärmschutzvorrichtungen blieben auch die Auswirkungen auf die Stadt Rötha erträglich, wenn die neue Autobahn auf der Bundesstraßen-Trasse fortgeführt würde.

Der Wald, der bei Rötha verloren geht, ist bereits ersetzt worden. Allerdings nicht im waldarmen Leipziger Südraum, sondern im nordsächsischen Jesewitz.

Auch vom Leipziger Umweltbund Ökolöwe ist keine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss des Autobahnabschnitt von Rötha bis zur A 38 zu erwarten. "Mit einer Autobahn-Klage sind hohe Kosten verbunden", sagte gestern Vorstandsmitglied Holger Seidemann. Der Ökolöwe lebe von Spenden und sehe finanziell keine Möglichkeiten für den juristischen Weg. Wie berichtet, sieht der Leipziger Umweltbund dieses Teilstück der A 72 ebenfalls kritisch. "Sowohl der Ausbau als auch die Kosten sind unangemessen", so Seidemann. Laut Ökolöwe wäre es besser, die vorhandene Bundesstraße zu ertüchtigen.

Auch nach dem Klageverzicht der Stiftung bleibt unklar, wann mit der Fortsetzung der Arbeiten von Rötha bis zur A 38 zu rechnen ist. Der Sprecher des Dresdner Wirtschaftsministeriums, Florian Schaefer, sagte gestern auf Anfrage, dass sein Haus davon ausgehe, dass die Gelder für den Autobahnabschnitt im neuen Bundeshaushalt enthalten seien. Einen konkreten Termin für den Baubeginn oder gar die Fertigstellung der Trasse zu nennen, wäre aber gegenwärtig unseriös.

Für den 9,5 Kilometer langen A-72-Abschnitt von Borna-Nord bis Rötha gab es den ersten Spatenstich im Juli vorigen Jahres.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.02.2014
Nikos Natsidis

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