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Borna Stiftung leidet unter Niedrigzinsen
Region Borna Stiftung leidet unter Niedrigzinsen
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15:11 19.05.2015
Auch die Kirche in Pötzschau profitiert vom Geld der Stiftung. Quelle: Thomas Kube

Fast zeitgleich senkte die Europäische Zentralbank den Leitzins auf das historische Tief von 0,25 Prozent, so dass die Stiftung mit weiter sinkenden Erträgen rechnen muss.

"Wir leiden unter dem Zinsertrag, aber unsere Stifterin ist immer wieder bereit, mit zusätzlichen Spenden interessante Maßnahmen zu unterstützen", sagt Stiftungsdirektor Stephan Seeger. Nur mit dem Ertrag aus dem nach wie vor fünf Millionen Euro umfassenden Stiftungskapital sei es mittlerweile schwierig, das Fördervolumen vergangener Jahre zu halten. Zumal die Risikovorsorge "für uns ganz wichtig ist", wie Seeger zu verstehen gibt. "Vielleicht kommt mal wieder der Zeitpunkt, wo Ressourcen frei werden und es eine Zustiftung gibt. Aber das ist derzeit ebenso wenig in Sicht wie steigende Zinsen", sagt der Direktor. Durch ihre langfristigen Anlagen rechnet die Kultur- und Umweltstiftung im kommenden Jahr mit Erträgen, die leicht über zwei Prozent liegen.

Die Stiftung hatte von 2011 bis 2013 den Schwerpunkt ihrer Förderung auf das Völkerschlacht-Gedenken gelegt. Dabei ragte das Röthaer Projekt mit insgesamt 200 000 Euro heraus. Wie berichtet, floss das Geld in die Sanierung des Schlossparks, in den Architektenwettbewerb zur Schaffung eines Gedenkortes auf dem Areal des zu DDR-Zeiten gesprengten Schlosses und in das Gedenktreffen mit Nachfahren großer Völkerschlacht-Akteure. "Mit dem Gedenktreffen haben wir bundesweite Aufmerksamkeit bis hin zu BBC erreicht", freut sich Seeger. Die Gäste seien mit "außerordentlich positiven Eindrücken nach Hause gefahren. Es sind die besten Botschafter, die wir uns vorstellen können." Der Stiftung sei es darum gegangen, das Gestern mit der Zukunft zu verbinden. Seeger: "Wir wollten auf der einen Seite das Gedenken und auf der anderen Seite das Bekenntnis zu Europa."

Gemeinsam mit dem Verein "Rötha - Gestern. Heute. Morgen." trat die Stiftung als Veranstalter des viertägigen Gedenktreffens auf. 30 freiwillige Helfer standen ihr dabei zur Seite. "Es war ein riesiger Kraftakt, der weit darüber hinaus ging, Geld zu überweisen", betont Seeger. "Aber er hat sich gelohnt." Es sei die bislang größte und umfangreichste Veranstaltung aller drei Stiftungen der Sparkasse Leipzig gewesen.

Nun geht der Blick wieder nach vorn. Im kommenden Jahr fließen fast 57 000 Euro in 13 Projekte. Von den 18 eingereichten Anträgen wurden elf berücksichtigt. "2014 haben wir keinen Schwerpunkt, sondern fördern in der Breite - regional wie thematisch", erklärt Katja Koch, Referentin Stifungsmanagement. Da tauchen auch wieder alte Bekannte auf. Erneut erhält der Heimatverein des Bornaer Landes für die Schillerfestspiele in Kahnsdorf 2500 Euro. Der Pegauer Karnevalsklub, der derzeit mit großem Helau seine 50. Saison feiert, darf sich über 3000 Euro zur Ausstattung der Mini-Tanzgruppe freuen. Der Förderverein Rittergut Benndorf wird mit mehr als 2200 Euro zur Sanierung der Schlosspark-Brücke unterstützt. Und die Ökologische Station Birkenhain kann mit 5000 Euro rechnen, um ein Trafohaus für Tiere nutzbar zu machen. Wie immer erhält das Institut zur Bewahrung der sächsischen Mundart 5000 Euro, laut Seeger sind auch wieder Veranstaltungen in Borna avisiert. Die größte Summe gibt es dieses Mal für das Kirchspiel Regis-Breitingen, damit das Geläut und das Glockenturmgestühl der Hohendorfer Kirche restauriert werden können.

Die Stiftung wünsche sich mehr Anträge aus dem Bereich der Umwelt, sagt Koch. "Wir wollen auch, dass nicht immer die Gleichen gefördert werden." Manche Anträge wiederum würden nicht mit dem Profil der Stiftung übereinstimmen, kämen aus den Bereichen Sport oder Soziales. Dann werde versucht, diese Vorhaben über die PS-Lotterie der Sparkasse zu unterstützen.

5000 Euro werden im kommenden Jahr der Stadt Borna für das Lutherfest überwiesen, das nach dem diesjährigen Erfolg eine Neuauflage erlebt. Im Thema 500 Jahre Reformation (2017) sieht Seeger auch den nächsten Förderschwerpunkt der Stiftung. "Damit werden wir uns beschäftigen und wohl auch schon Geld ansparen", betont er. "Wir werden etwas Sinnvolles auf die Beine stellen", über Vorschläge sei die Stiftung jetzt schon dankbar.

Anträge für die Förderung im Jahr 2015 nimmt die Stiftung bereits jetzt entgegen (bis 15. September 2014). Adresse: Menckestraße 27 in 04155 Leipzig. Telefon: 0341/5 62 96 62. Fax: 0341/5 62 96 63. E-Mail: info@kultur-und-umweltstiftung.de. Internet: www.kultur-und-umweltstiftung.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.11.2013
Frank Prenzel

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