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Stiftung schnürt 90000-Euro-Paket für Kultur und Umwelt

Leipziger Land Stiftung schnürt 90000-Euro-Paket für Kultur und Umwelt

Die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse fördert im kommenden Jahr 16 Projekte mit insgesamt 74000 Euro. Hinzu kommen 15000 Euro für Projektmanagement. Der Stiftungs hat die Förderliste jetzt abgesegnet. Allerdings befindet sich die Stiftung durch die Zinsflaute in schwerem Fahrwasser.

Das Rittergut in Benndorf. Der Förderverein für das Ensemble wird regelmäßig von der Stiftung unterstützt.

Quelle: Guenther Hunger

Borna/Leipzig. Wenn der oberste europäische Währungshüter Mario Draghi vor die Kameras tritt und in steter Regelmäßigkeit verkündet, dass der Leitzins auf seinem Rekordtief bleibt, stöhnt auch Stephan Seeger laut auf. Denn die Erträge der drei Stiftungen der Sparkasse Leipzig, die er als Direktor verantwortet, sinken von Jahr zu Jahr. Auch die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land kann schon geraume Zeit nur dank zusätzlicher Spenden ihres Mutterhauses Projekte in der gewohnten Förderhöhe unterstützen. Im kommenden Jahr gibt es für 16 Vorhaben Geld, wofür der Stiftungsrat jetzt grünes Licht gegeben hat. Insgesamt werden rund 74 000 Euro ausgereicht, hinzu kommen 15 000 Euro für das Projektmanagement, etwa zur Finanzierung der festlichen Veranstaltung, bei der seit 2015 jährlich der Kommandant-Prendel-Orden verliehen wird.

„Die Zeiten sind hart“, meint Seeger angesichts der anhaltenden Zinsflaute, die die Stiftungen ebenso trifft wie die Sparer. Warfen die Geldanlagen bei der Kultur- und Umweltstiftung vor Jahren noch mehr als fünf Prozent ab, sind es in diesem Jahr magere 1,75 Prozent. Bei einem Stiftungskapital von rund fünf Millionen Euro macht sich das empfindlich bemerkbar. Im kommenden Jahr plant die Stiftung mit Zins- und Kapitalerträgen in Höhe von 102 500 Euro, die Sparkasse steuert voraussichtlich als Spende 101 000 Euro zu. In der bis 2018 reichenden mittelfristigen Unternehmensplanung sind von der Mutterfirma Spenden in einer Höhe vorgesehen, die laut Seeger eine Förderung der Kultur und Umwelt im Leipziger Land auf jetzigem Niveau sichert. „Wir sind froh, dass sich die Sparkasse zu ihren Stiftungen bekennt“, betont er.

Die Förderprojekte 2017

Freizeitverein Tautenhain: 5000 Euro für die Restaurierung des Kriegerdenkmals und Ergänzung der Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkrieges

Heimatverein Prießnitz-Trebishain: 2400 Euro für vier Vitrinen für die Heimatstube im Rittergut

Stadtverwaltung Pegau: 5000 Euro für den Konzertflügel im Volkshaus Pegau zur Reparatur und Neuaufbau der Lackierung in Hochglanz

Stadtverwaltung Pegau: 3500 Euro zur Sanierung des Denkmals der Gefallenen im Ersten Weltkrieg in Großstorkwitz

NABU-Landesverband Sachsen, Naturschutzstation Teichhaus Eschefeld: 3291,20 Euro für Materialien für Umweltbildung und Exkursionen im Europäischen Vogelschutzgebiet Eschefelder Teiche

Evangelische Kirchgemeinde Zitzschen 10 000 Euro zur Unterstützung bei der Sanierung der Trampeli-Orgel in der Kirche Zitzschen

Förderverein Rittergut Benndorf: 6000 Euro für die Restaurierung der Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges an der Kirche Benndorf

Verein NeuSeenLand Musik: 10 000 Euro für das erste Neuseenland-Musikfest im Sommer 2017

Musikverein Neukieritzsch-Regis: 2926 Euro zur Anschaffung eines Tenor-Saxophon

Heimatverein des Bornaer Landes: 2500 Euro für die 11. Schillerfest-Begegnung Kahnsdorf „Freude schöner Götterfunke“

Verband Jahrfeier Völkerschlacht bei Leipzig 1813: 4000 Euro für Teilnehmerversorgung, Busshuttle und Teilnehmer-Erinnerung Fahnenbänder

Geschichtsverein Borna: 4000 Euro für das Projekt zur Stadtgeschichte: Borna in der Reformationszeit

Stadtverwaltung Frohburg: 3500 Euro zur Restaurierung des Deckengemäldes im Ovalsaal des Schlosses Prießnitz

Stadtverwaltung Frohburg: 4500 Euro zur Restaurierung des Wandbildes einer Jagdszene im Schloss Frohburg

Bereitsstellung für Schlossbibliothek Rötha: 6000 Euro

Vergabe Kommandant Prendel-Orden: 1500 Euro

Um an der Rendite zu drehen, hatte der Stiftungsrat im vorigen Jahr beschlossen, ein Zehntel des Kapitals in einen geschlossenen Immobilienfonds zu überführen. Das werde gerade umgesetzt, erklärt der Direktor Stiftungen. „Wir versuchen, die Anlagen zu mischen und verlassen uns da auch auf unsere Vermögensberatung.“

Bei der jetzt abgeknickten Förderung fürs nächste Jahr ragen zwei Projekte heraus, die mit jeweils 10 000 Euro bedacht werden. Zum einen bekennt sich die Stiftung zum ersten Neuseenland-Musikfest vom 29. Juni bis zum 2. Juli am Zwenkauer Hafen und will dort exklusiv als Sponsor des Familienkonzertes am Sonntag auftreten. Zum anderen gibt es diese fünfstellige Summe für die Sanierung der Trampeli-Orgel in der Kirche Zitzschen, ein Vorhaben, das die Kirchgemeinde mit insgesamt 45 000 Euro veranschlagt. „Orgelerneuerungen sind für uns sehr wichtig“, erläutert Seeger das anhaltende Engagement für die Kircheninstrumente.

Vereine und Verwaltungen hatten für 2017 Anträge für fast 145 000 Euro eingereicht. „Wir können nicht alles unterstützen und haben Abstriche machen müssen“, bedauert der Stiftungschef. Bei der Auswahl spiele die Nachhaltigkeit der Projekte und deren Gesamtfinanzierung stets eine entscheidende Rolle. Seeger: „Der Finanzplan muss schlüssig sein.“ So will die Stiftung verhindern, dass ihr Geld verpufft. Doch es wird auch ein Blick zurück geworfen, um nicht immer die gleichen Antragsteller zu bedenken. Die Förderung sei kein Automatismus, so Seeger. Die IG „Röthaer Stadtraben“, die in den vergangenen beiden Jahren für ihre Theaterprojekte Geld erhielt, geht zum Beispiel diesmal leer aus. Sie hatte für ihr dritte Open Air – „Die Geschichte der Ritter von Pflugk und der Kirchenschatz von Rötha“ – 10 000 Euro beantragt. Auch für den Schlosspark Rötha fließt kein frisches Geld der Stiftung. 200 000 der seit der Stiftungsgründung ausgereichten 1,4 Millionen Euro sind in den letzten vier Jahren dafür eingesetzt worden. „Jetzt sind auch mal andere und auch andere Themen dran“, begründet Seeger.

Dennoch vergibt die Stiftung auch eine Art Dauerkarten. Der Heimatverein des Bornaer Landes kann für das Schillerfest in Kahnsdorf jährlich mit 2500 Euro planen. „Das ist in der Tat eine Ausnahme“, sagt Seeger. „Hier wird auf kulturellem Gebiet Nachhaltigkeit erfüllt.“ Auch der Förderverein Rittergut Benndorf erhält wieder 6000 Euro, womit diesmal an der Kirche die Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen erneuert werden soll. Die Restaurierung von Gefallenen-Grabmälern sieht die Stiftung als einen Förderschwerpunkt an. Generell freut sich Seeger, was im Umfeld des Rittergutes Benndorf mit Hilfe der Stiftung geworden ist. „Das ist ganz toll.“

Das 2017er Förderpaket sei thematisch außerordentlich bunt, freut sich der Stiftungschef. Einziger Wermutstropfen sei, dass das Thema Umwelt wieder etwas untergeht. Für Umweltprojekte gehen einfach zu wenige Anträge ein.

Von Frank Prenzel

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