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Stockender Kirchenumbau in Elstertrebnitz

Stockender Kirchenumbau in Elstertrebnitz

Seit einigen Monaten stocken die Arbeiten an der Martinskirche in Elstertrebnitz. Die Baustelle ist verwaist und Hausherr Detlef Groh aus Schkeuditz verbindet mit seinem Besitz eher Last statt Lust.

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Die Martinskirche in Elstertrebnitz.

Quelle: Kathrin Haase

Elstertrebnitz. Pläne von einem Kulturzentrum mit Konzerten, Ausstellungen, Lesungen und Kleinkunst sind längst wie eine Seifenblase zerplatzt. Heute fühlt sich der selbständige Bauunternehmer mit dem Um- und Ausbau des Gotteshauses alleingelassen und überfordert. Er denkt an einen Weiterverkauf.  Mit großen Erwartungen und Plänen hatte Detlef Groh die Elstertrebnitzer Martinskirche 2007 von dem Leipziger Immobilienmakler Michael Koelsch erworben. „Ich habe mich damals breitschlagen lassen“, bezeichnet er es heute. Denn das Gotteshaus entpuppte sich schnell als Fass ohne Boden. „Wir haben den Baukörper erst einmal geschützt, damit er nicht weiter verfällt“, berichtet der Schkeuditzer im Gespräch mit unserer Zeitung. Anfangs flossen dafür auch die Fördermittel vom Freistaat Sachsen. Spärlich zwar, aber immerhin.Mit viel Eigeninitiative und privatem Vermögen wurden seit Anfang 2008 der Dachstuhl und der Glockenturm erneuert („Der war völlig marode“), das Dach neu gedeckt, die Fassade mit einem denkmalgerechten Spezialputz versehen, das Kreuz und die Wetterfahne im Original erhalten, wertvolle Putz-Stuckarbeiten an den Fenstern von Hand erledigt und die Simskästen erneuert. Ganz zu schweigen vom Beräumen der Außenanlagen. „Wir hatten uns das alles etwas einfacher vorgestellt“, zieht Detlef Groh bittere Bilanz, obwohl er aus der Baubranche kommt und über entsprechendes Know how verfügt. „Aber wir hatten auch erwartet, weiter vom Freistaat gefördert zu werden oder etwas Unterstützung von der Gemeinde Elstertrebnitz zu erhalten. Aber das ist beides leider nicht eingetreten.“

Mithin ist der Familienvater aus Dölzig mit diesem Objekt an seine Grenzen gestoßen, sieht sich außerstande, weitere Sanierungsarbeiten an dem Gotteshaus anzuschieben. „Die schwierige wirtschaftliche Lage am Bau hat uns natürlich auch getroffen“, erzählt er. Dennoch plant der umtriebe Geschäftsführer der Stadtbau GmbH Schkeuditz für dieses Jahres den Einbau neuer Fenster – im Übrigen Spezialanfertigungen und dementsprechend teuer – damit die Kirche „wenigstens von außen fertig wird. Es gehört freilich viel Idealismus dazu, aber mit den Fenstern gibt es wenigstens ein ordentliches Gesamtbild, etwas fürs Auge.“Die Pläne von einem Kulturzentrum mit Atelier, von Ausstellungen und Lesungen, Kleinkunst, Theater und Konzerten, hat der Besitzer längst aufgegeben. „Ja, es sollte eine Art Hobby werden“, gesteht er im LVZ-Interview, „aber es hat nicht sollen sein.“ Nach getaner Außensanierung in diesem Jahr will Detlef Groh die Martinskirche an einen Liebhaber weiter veräußern. Den Innenausbau könne der neue Eigentümer nach seinen eigenen Wünschen vornehmen und gestalten.In unmittelbarer Nachbarschaft zur Martinskirche befindet sich der einstige Friedhof von Elstertrebnitz. Zwei Gräber wurden dort in jüngster Zeit beseitigt, weitere zehn sind noch mit unterschiedlich langen Laufzeiten vorhanden. „Obwohl der Friedhof teilgeschlossen ist, könnte dort noch ein Begräbnis stattfinden“, hat sich der Besitzer des Landes kundig gemacht. „Eine Frau hat hier schon vor vielen Jahren eine Grabstelle neben ihrem Mann gekauft.“Nach Auskünften des Pfarrers i.R. Hermann Göthel, bedeutet „teilgeschlossen“, dass die Altverträge noch bedient, aber keine Neugräber verkauft werden. Einst gab es in der Gemeinde vier Friedhöfe. Oderwitz schloss bereits Ende 1970 seine Pforten. Elstertrebnitz und Costewitz laufen jetzt langfristig aus und nun konzentriert sich alles auf Trautzschen. „Das ist unser neuer Zentralfriedhof für die Gemeinde“, sagte Göthel gegenüber unserer Zeitung.Die bisherige Außensanierung an der Martinskirche verfolgt der ehemalige Pfarrer mit offenen Augen. „Ich freue mich sehr, was daraus geworden ist.“ Bedauerlich findet er jedoch, dass der Besitzer an einen Weiterverkauf denkt. „Das ist in der Tat sehr schade.“

Kathrin Haase

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