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Storchenbilanz rund um Borna und Geithain: Erhebliche Verluste bei Jungtieren

Adebare Storchenbilanz rund um Borna und Geithain: Erhebliche Verluste bei Jungtieren

Das Storchenjahr war zwischen Elster und Eula kein besonders gutes: Zahlreiche Jungstörche starben, ehe sie flügge wurden. Ein trockenes Frühjahr hatte das Nahrungsangebot verknappt. Zudem gab es – wie in Frankenhain – Unglücksfälle.

Vier auf einen Streich: In Reih und Glied warten die Groitzscher Jungstörche auf die Futterlieferung durch die Altvögel. Wie schon im Vorjahr wurde ein Quartett in der Schusterstadt groß.

Quelle: Olaf Becher

Borna/Geithain. Die Nester der Weißstörche in der Region Borna/Geithain sind bis auf wenige Ausnahmen seit einiger Zeit bereits wieder verwaist. Die einstigen Bewohner haben sich auf den langen und gefährlichen Weg ins Winterquartier begeben. Für die Altkreise Borna und Geithain blicken die Naturschützer mit eher gemischten Gefühlen auf die zurückliegende Saison. Einerseits blieb die Zahl der Brutpaare stabil, doch gibt es auch zahlreiche Verluste beim Nachwuchs.

„Die Reproduktion von Jungstörchen gegenüber dem Jahr 2016 ist gleich geblieben. Allerdings haben diesmal mindestens acht Küken die ersten Wochen nicht überlebt“, erklärte der für den Geithainer Raum zuständige Weißstorchenbetreuer Jens Frank. In seinem Gebiet fanden sich acht Brutpaare ein, die 16 Jungstörche aufziehen konnten. Ohne größere Probleme verlief die Saison lediglich in Frohburg und Syhra, wo je drei kleine Adebare flügge wurden. Während in Niedergräfenhain zwei Junge ausflogen, starb eines, und in Jahnshain ging aus unerklärlichen Gründen die gesamte Brut ein.

Ein Drama habe sich vor seiner Haustür in Frankenhain abgespielt, so Frank: „Erst verendete von vier geschlüpften Küken ein Jungtier, danach verunglückte der männliche Altstorch bei der Futtersuche Anfang Juni.“ Beim Landeanflug auf den Frankenhainer Bach geriet er in einen Wildschutzzaun und verletzte sich dabei so schwer, dass er wenige Tage später verendete. Somit musste das Weibchen die drei Jungstörche allein aufziehen. Um sie zu entlasten, entschieden sich die Naturschützer, einen ins Prießnitzer Nest umzusetzen, wo nach dem Tod eines Kükens noch zwei Vögel saßen. Das Vorhaben klappte, und alle Drei flogen im August gemeinsam aus.

Nicht so gut lief es in Geithain. Im Altdorf waren von drei Tieren zwei Verluste zu verzeichnen, und auf dem Horst der einstigen Mosterei ging einer von drei Jungstörchen ein. Zudem beobachteten die Ornithologen bei einem Adebar eine Flügelverletzung. Anfang August holte man ihn mit Hilfe der Feuerwehr und ihrer Drehleiter aus dem Nest und brachte ihn zur Behandlung in die Tierklinik Leipzig. Derzeit erholt sich der Storch mit guten Genesungsaussichten in der Thränaer Pflegestation bei Jörg Spörl.

Die hohe Verlustzahl bei den Jungstörchen kann sich Jens Frank nur mit dem trockenen Frühjahr und der daraus resultierenden Nahrungsknappheit erklären. Im Bornaer Raum zeigte sich dies nicht so deutlich. Hier gab es lediglich drei Jungtierverluste. Außerdem brüteten in Großzössen und auf der Bornaer Marienkirche erstmals erfolgreich die geschützten Großvögel. „Mit insgesamt sieben Brutpaaren und 14 Jungstörchen konnten wir das gute Ergebnis des Vorjahres noch einmal toppen“, freute sich der Weißstorchenbetreuer Andreas Fischer, verantwortlich für den Altkreis Borna. Gleich vier Junge konnten erneut in Groitzsch aufgezogen werden. Dreimal gab es Nachwuchs in Borna und je zweimal in Pegau, Thräna und Oelzschau. Nachdem ein Jungstorch in Großzössen aus ungeklärten Gründen verschwand, flog im August nur ein Adebar aus. In Pegau starb ebenfalls ein Küken zeitig.

Der einzige Saasdorfer Schwarzschnabel wurde Opfer eines Milans. „Das passiert leider gelegentlich. Die Nahrungskette der Natur macht auch vor einem kleinen Storch nicht halt“, so Fischer. Trotzdem sieht der 52-Jährige die langjährige, ehrenamtliche Arbeit der hiesigen Ornithologen für den Schutz und die Erhaltung der Weißstorchenpopulation bestätigt. „Bleibt zu hoffen, dass alle Adebare die gefährliche Reise in den Süden gut überstehen und im kommenden Jahr wieder recht zahlreich in unsere Region zurückkehren.“

Von Olaf Becher

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