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Borna Storchenkinder können nicht im Rittergut bleiben
Region Borna Storchenkinder können nicht im Rittergut bleiben
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00:44 29.04.2018
Kita Storchenkinder in Oelzschau Quelle: André Neumann
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Rötha

Der Stadtrat von Rötha tagt am Donnerstag in Oelzschau. Die Ausflüge in die Ortsteile unternimmt das Gremium nur noch aus besonderen Gründen. Vorigen Monat in Espenhain galt es Abschied vom Gemeindezentrum zu nehmen, welches die Stadt verkauft. Jetzt in Oelzschau könnte es im weitesten Sinne auch um einen Abschied gehen, auch wenn die Dinge hier noch längst nicht so weit gediehen sind.

Stadtrat mit der Situation vor Ort konfrontiert

Vor der öffentlichen Sitzung will die Verwaltung die Stadträte in das alte Rittergut von Oelzschau führen, konkret in die Kindertagesstätte „Oelzschauer Storchenkinder“, die in einem Teil des Gebäudes untergebracht ist. Und die es dort möglicherweise nicht mehr ewig geben wird. Denn: „Das Rittergut kann als Kindergarten nicht gehalten werden“, sagt Bürgermeister Stephan Eichhorn. Wobei er im gleichen Atemzug betont, dass nichts von jetzt auf gleich geschehe, noch nichts entschieden sei. Allerdings führe der bauliche Zustand dazu dass es seitens der Aufsichtsbehörde „regelmäßig Auflagen“ gebe. Fristen seien der Stadt aber noch nicht gesetzt worden, sagt Eichhorn und ergänzt: Das Jugendamt kenne die Situation und die Zwänge, in denen die Stadt sich befindet.

Das Thema bereitet der Verwaltung erhebliche Kopfschmerzen, öffentliche Diskussionen möchte man weitgehend vermeiden. Obwohl die Situation in Oelzschau schon lange besteht, hat sich das Stadtoberhaupt erst auf dem diesjährigen Neujahrsempfang erstmals öffentlich dazu geäußert. Und die Begehung am Donnerstag findet nichtöffentlich statt.

Sanierung des Rittergutes keine Option

Denn einerseits ist die Ausganglage ziemlich deutlich, andererseits steckt gerade darin jede Menge Zündstoff nicht nur in Oelzschau. Die Gemeinde selbst kann das Rittergut nicht sanieren, das ist bei dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude viel zu teuer. Zumal, wie Eichhorn andeutet, es für eine Kindertagesstätte mit 35 oder auch mit 70 Plätzen viel zu groß wäre.

Ausbau der Mölbiser Tagesstätte

Deswegen kommen ein Verkauf und für die Kindertagesstätte ein Neubau ins Gespräch. Die Diakonie hat daran Interesse, Grundstücke hätte sowohl die Kirchgemeinde als auch die Stadt. Allerdings lohnt sich ein Neubau für einen freien Träger erst ab einer bestimmten Größenordnung. Und damit kommt Mölbis mit seiner kleinen Kindertagesstätte ins Spiel. Denn das Haushaltstrukturkonzept, dem die Stadt bis 2012 unterworfen ist, legt eine Zusammenlegung von Ortsteil-Kindergärten nahe, der Mölbiser wird darin ausdrücklich erwähnt.

Alle Optionen noch offen

„Es ist nichts entschieden“, sagt der Bürgermeister. Diese Aussage greift auch der Mölbiser Ortsvorsteher Tobias Thieme auf. Aus seiner Sicht sei noch längst nicht abgemacht, dass der Mölbiser Kindergarten geschlossen werden müsse. Der Bürgermeister selbst habe eingeräumt, ihm sei klar, welche Bedeutung die Kindereinrichtung für das soziale Gefüge im Ort habe.

Ganz schnell dürfte ohnehin nichts passieren. Denn in der Förderliste des kreislichen Kindergartenbedarfsplanes taucht Rötha laut Bürgermeister Eichhorn vor 2020 gar nicht auf.

Von André Neumann

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