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Borna Streik mit Folgen
Region Borna Streik mit Folgen
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18:44 17.05.2011
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. Im Edeka-Lager arbeitet nur noch eine handvoll der etwa 270 Beschäftigten. Der Streik hat Folgen, speziell für Einzelhändler, wie das Beispiel eines Lebensmittelladens in Thräna zeigt.

Seit acht Jahren betreibt Viola Friedrich ihren Lebensmittelladen mit 160 Quadratmetern in der Alten Hauptstraße in Thräna. Kein leichtes Geschäft, wie die 46-Jährige sagt, die schon so manches Mal ans Aufgeben gedacht hat. Seit im Edeka-Lager in der Stauffenbergstraße gestreikt wird, steht der Händlerin das Wasser allerdings bis zum Hals. „Ich habe viele Kunden wieder wegschicken müssen", sagte sie gestern. Es fehlt an den Lieferungen aus dem Lager in Borna.

Gestern hätte sie von dort Molkereiwaren, Obst, Gemüse und Tiefkühlwaren bekommen müssen. „Aber das ist alles nicht gekommen." Und heute werde es wohl genauso sein, denn die Gewerkschaft hat die Fortsetzung des Arbeitskampfes angekündigt. Für die Händlerin wäre das fast schon ein Blattschuss. Ihr fehlt der Umsatz, und in der Folge kann sie Rechnungen nicht bezahlen. Für Viola Friedrich ist klar, „dass ich das bis zum Ende der Woche nicht aushalte".

Im Edeka-Lager in der Stauffenbergstraße waren gestern Verkaufsstellenleiter zum Einsatz gekommen. Zudem kamen Beschäftigte aus dem Edeka-Lager in Staucha, das ebenfalls bestreikt wird und die sich dort nicht trauten, Streikbrecher zu sein, wie Verdi-Streikleiterin Annelie Schneider erklärte. Es würden zwar Lastwagen mit Waren beladen, „aber das dauert natürlich viel länger als wenn das die Leute machen, die das immer tun". Verdi fordert unter anderem eine Aufstockung der Löhne um 55 Euro plus drei Prozent. Die Arbeitgeber bieten eine Lohnerhöhung um 1,5 Prozent an.

Die Edeka Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen nannte den Streik unverhältnismäßig. Sie forderte Verdi auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, wo ein neues Angebot unterbreitet werden solle, teilte das Unternehmen mit.

Inwieweit das Einzelhändlern wie Viola Friedrich in Thräna hilft, ist offen. Denn alternative Warenanlieferungen seien schlichtweg zu teuer, so die Frau, die zwei Aushilfskräfte beschäftigt. Für den Streik der Edeka-Beschäftigten hat sie deshalb kaum Verständnis, „Das wäre anders, wenn es um den Umzug von Borna nach Berbersdorf gehen würde." Dass die Beschäftigen mehr Lohn forderten, sei unverhältnismäßig. Sie wissen jedenfalls nicht, was sie machen soll, wenn bis zum Freitag keine Waren angeliefert werden. Arbeitslosengeld bekomme sie jedenfalls nicht, und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt seien für jemanden, der auf die 50 zugeht, ohnehin alles andere als rosig.

Nikos Natsidis

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