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Streit in Mölbis hält an – Behörde sieht Auflagen an Ges Tec erfüllt

Lärm und Gerüche Streit in Mölbis hält an – Behörde sieht Auflagen an Ges Tec erfüllt

Das Unternehmen Ges Tec mitten in Mölbis bleibt ein Stein des Anstoßes. Einwohner beklagen Lärm und Gerüche, die von der Firma ausgehen. Jetzt wehrt sich die Belegschaft und bekommt dabei Rückendeckung vom Landratsamt.

Im vorigen Jahres stapelten sich noch die Produktionsreste auf dem Hof der Firma in Mölbis.

Quelle: André Neumann

Rötha/Mölbis. Das Unternehmen Ges Tec mitten in Mölbis bleibt ein Stein des Anstoßes. Besonders Familie Förster lässt nicht locker, immer wieder auf Lärm und Gerüche, die sie von der Firma in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wahrnehmen, hinzuweisen. Erst kürzlich meldete sich Markus Förster mit dem Vorwurf zu Wort, seit einem halben Jahr sei nichts passiert. Dem Landratsamt als Aufsichtsbehörde stellte er die Frage: „Ist das Amt weiterhin untätig gewesen?“

Mit diesem Schriftstück setzt sich die Belegschaft gegen die Vorwürfe zur Wehr

Mit diesem Schriftstück setzt sich die Belegschaft gegen die Vorwürfe zur Wehr.

Quelle: Andreas Döring

Der Betrieb wehrt sich jetzt öffentlich gegen die Vorwürfe. In einem Schaukasten ist ein Schriftstück ausgehangen worden, in dem von Veränderungen die Rede ist. Unterzeichnet ist das Papier mit „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ges Tec GmbH“. Rund zehn Unterschriften säumen den Text, der auf die wichtigsten Vorwürfe eingeht, die dem Betrieb seit einigen Jahren aus dem Ort entgegenschlagen: „Durch Investitionen in den zurückliegenden Jahren konnten nicht nur gesetzliche Emissionswerte (Lärm, Geruch) eingehalten, sondern auch technologische Weiterentwicklungen vorgenommen werden.“ Auch den vielen Produktionsresten, die auf dem Gelände gelagert wurden, ist ein Satz gewidmet: „Dank der konsequenten Suche nach neuen Einsatzgebieten ist es unserem Geschäftsführer gelungen, im vierten Quartal 2015 mehr als 80 Prozent der im Freien gelagerten hochwertigen Produktionsreste zu verkaufen beziehungsweise selbst zu verarbeiten.“ Die eingegangenen Verpflichtungen zur Reduzierung dieser Reste, heißt es weiter, seien damit schon Ende 2015 erfüllt worden.

Das Landratsamt gibt dem Unternehmen Recht. Bei einer Kontrolle am 13. Januar sei festgestellt worden, „dass ein Großteil der im Freien in Bigbags lagernden Produktionsreste nicht mehr am Standort vorhanden ist“, informiert Sprecherin Brigitte Laux. Die zehn bis 15 Tonnen, die noch im Freien lagern, wolle das Unternehmen bis zur Jahresmitte verarbeiten. Das Unternehmen wolle neue Produktionsreste gar nicht mehr im Freien lagern, was sogar über die Forderung des Umweltamtes hinausgehen würde.

Gerüche hätten die Kontrolleure bei ihrem Vor-Ort-Termin nicht wahrgenommen. Aus einer Bewertung nach Geruchsimmissionsrichtlinie habe sich bisher kein Handlungsbedarf für die Behörde ergeben, sagt Laux.

Auch bezüglich der Geräusche sieht das Landratsamt keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Ein für Lärm verantwortlicher Lüfter sei außer Betrieb genommen worden, unangemeldete Vor-Ort-Kontrollen hätten ergeben, „dass das Störgeräusch nicht mehr auftrat“, so die Behördensprecherin. Gegenwärtig lasse das Unternehmen die Außenfassade dämmen, eine Maschine sei bereits eingehaust worden. Beides bewirke eine Schallminderung.

Offen bleibt allerdings nach wie vor eine grundsätzliche Frage, in der auch zwischen beteiligten Fachämtern des Landratsamtes noch keine Einigung besteht: Ob für den früheren Stahlbaubetrieb, der jetzt Kunststoff produziert, wegen der Umnutzung ein nachträgliches Genehmigungsverfahren angeordnet werden sollte, in dem auch alle Fragen von Emissionen geklärt würden.

Von André Neumann

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