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Borna Streit um Vereinsmieten in Borna geht weiter
Region Borna Streit um Vereinsmieten in Borna geht weiter
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14:23 04.12.2018
Das Vereinshaus in der Bornaer Schulstraße wird saniert. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Sitzungen von Fraktionen im Bornaer Stadtrat finden in der Regel nicht unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit statt. Nicht so am Montagabend im Goldenen Stern, wohin die Stadtratsfraktion der „Bürger für Borna“ (BfB) Vertreter von Vereinen ausdrücklich eingeladen hatte. Grund dafür: der Beschlussantrag der BfB auf der Stadtratssitzung am Donnerstag, mit dem Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) mit der Ausarbeitung einer kostendeckenden Kaltmiete für die Vereine in kommunalen Objekten beauftragt werden soll. Das aber, so BfB-Fraktionschef Bernd Schröter, solle keineswegs zur Folge haben, dass die Vereine am Ende schlechter gestellt sind.

Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke Quelle: kube_t

Schröter: Kein Bornaer Verein soll mehr belastet werden

„Kein Verein soll mehr belastet werden als bisher“, so der 63-Jährige weiter. Nach Einführung der doppischen Haushaltführung in Borna „wollen wir aber gewährleisten, dass kostendeckende Mieten für die Vereine ausgewiesen werden“. Das sei eine gesetzliche Vorgabe, sagte der frühere Oberbürgermeister. Es gehe um eine Richtlinie, in der die Mietzuschüsse für Vereine festgelegt wird.

Richtlinie für die Vereinsförderung

Im städtischen Haushalt müssten „alle Ausgaben für die Vereine sichtbar sein“. Im Idealfall komme es am Ende so, erklärte, Schröter, „dass die Vereine geringer belastet werden oder sogar einen etwas größeren Zuschuss bekommen“. Die Förderung der Vereine soll in der besagten Richtlinie erfasst werde.

BfB-Fraktionschef Bernd Schröter. Quelle: G. Hunger

Bisher unterschiedliche Mieten für Bornaer Vereine

Maic Staudacher, offiziell Vorsitzender der BfB und gleichfalls Stadtrat, nannte Zahlen. So seien die Mieten, die die einzelnen Vereine konkret in den beiden städtischen Vereinshäusern in der Röthaer Straße und der Schulstraße zu zahlen hätte, höchst unterschiedlich. „In der Röthaer Straße schwanken die Mieten zwischen 73 Cent und 3,20 Euro pro Quadratmeter.“

Ähnlich in der Schulstraße, wo sich die Spanne 1,04 bis 2,40 Euro beträgt. Beide Gebäude sollen demnächst saniert werden, wofür bereits in der nächsten Stadtratssitzung die Weichen gestellt werden. Geplant ist, das Gebäude in der Röthaer Straße für 800.000 Euro instand zu setzen, die Sanierung der Schulstraße 19/20 kostet 2,3 Millionen Euro.

Maic Staudacher, offiziell Vorsitzender der BfB und gleichfalls Stadtrat. Quelle: Günther Hunger

Henry Kunze: Wir brauchen langfristige Mietverträge

Henry Kunze, Vorsitzender von Blau-Gelb Borna und einer von etwa 30 Vereinsvertretern im Stern, mahnte Langfristrigkeit beim Abschluss künftiger Mietverträge mit den Vereinen an. „Die Verträge dürfen keineswegs nur so lange gelten wie ein Haushalt läuft.“ Das sei zumindest für Sportvereine existenziell, so Kunze, der auch CDU-Ortsverbandsvorsitzender ist, mit Blick auf Förderanträge beim Kreis- oder Landessportbund. Vereine bräuchten Mietverträge mit einer Laufzeit von sechs, sieben Jahren. „Wir müssen sicher sein, dass sich die Ausgaben nicht erhöhen.“ Gegenüber der LVZ legte Kunze am Dienstag nach. Es müsse eine Regelung getroffen werden, die mit den Vereinen zusammen ausgearbeitet werde und die nicht vor unbezahlbare Mietforderungen stelle.

Stadtverwaltung soll Empfehlung ausarbeiten

Schröter erklärte im Goldenen Stern, die Stadtverwaltung müsse eine Empfehlung ausarbeiten, „wie mit den Zuschüssen an die Vereine umzugehen ist“. Dabei müsse es sich um ein Papier handeln, „dass eine breite Mehrheit im Stadtrat findet“.

Von Nikos Natsidis

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