Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Streit um Verkauf des Espenhainer Sportplatzes geht weiter
Region Borna Streit um Verkauf des Espenhainer Sportplatzes geht weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:37 30.04.2018
In Rötha wird um den Verkauf des Sportplatzes in Espenhain gestritten. Quelle: André Neumann
Anzeige
Rötha/Espenhain

Der Streit um den Verkauf des Sportplatzes Espenhain ist auf einer gemeinsamen Sitzung des Röthaer Verwaltungsausschusses und des Ortschaftsrates vor rund 25 Einwohnern voll entbrannt. Die Verwaltung will jetzt prüfen lassen, ob die Rechtsaufsicht (Landratsamt) einem Verkauf für die knappe Hälfte des Verkehrswertes zustimmt.

Die Offerte über 100 000 Euro für das rund 60 500 Quadratmeter große Grundstück kommt von der DLC Wirtschaftskanzlei Sachsen GmbH aus Markkleeberg. Roberto de la Cruz stellte die als Zwei-Mann-Unternehmen vor, das vorwiegend Gewerbeimmobilien kaufe, entwickle und vermarkte.

Den Espenhainer Sportplatz will das Unternehmen zu einer teilweise ganzjährig nutzbaren Sport- und Freizeitanlage mit Angeboten in Hallen und Freianlagen machen. Kinderspielhalle- und Funpark, Soccergolf (Fußball über Hindernisse spielen), Crossgolf (Golf auf unebenem Gelände), Driving Range (Abschläge üben), Jumping Halle (viele verschiedene Trampoline und Matten), Laser- und Paintball (Schießspiele), Soccerhalle (Hallenfußball), Cross Segway (Geländefahrten mit dem Zweirad), Kletterwald, Minigolf. Bei all dem soll der Sportplatz frei bleiben für Maifeier und andere Feste, die Kegelbahn könne weiter genutzt werden und auch Schulsport sei möglich. Für die öffentliche Nutzung müsste die Stadt den Platz weiter unterhalten, Kegeln wäre möglich aber nicht mehr kostenlos.

Klar wurde in dem Vortrag, dass de la Cruz das Grundstück nur auf Grund seiner Ideen kaufen will. Investoren für die einzelnen Angebote müssen erst gesucht werden. Das Geschäftsmodell beschrieb er so, dass er beziehungsweise die Gesellschaft die Hallen und Anlagen bauen lasse und dann vermiete. Es würde um Investitionen von mehreren Millionen Euro gehen und bis zu fünf Jahre dauern, bis alles fertig sei.

Dem Unternehmer schlug mehr Misstrauen als Begeisterung entgegen. „Das war eine Show“, sagte etwa Hendrik Reichel von der Linken-Fraktion. Für den Espenhainer Ortschaftsrat formulierte Günter Emsel die Forderungen nach weiterer Nutzung des Geländes für den Schulsport und das Maifest sowie die Weiternutzung der Kegelhalle. „Wir können als Espenhainer nicht alles aufgeben“, nannte er grundsätzliche Bedenken.

Peter Petters (Linke) lehnte den vermeintlich großen Wurf des Markkleebergers aus anderem Grund ab. Er plädierte für einen Verkauf an die Espenhainer Familie Deubel. Die hatte das erste, mit 45 000 Euro aber noch weiter unter dem Verkehrswert liegende Gebot abgegeben. Deubels wollen den Sportplatz für öffentliche Nutzung erhalten und ohne Hallen auskommen, favorisieren mit Fußballgolf eine reine Sommernutzung.

Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) verwies wiederholt darauf, dass das Landratsamt Deubels Gebot als zu gering abgelehnt habe. Auch bei der jetzt vorliegenden Offerte müsse vor dem Verkauf erst das Einverständnis der Rechtsaufsichtsbehörde eingeholt werden.

Ob der Verkauf überhaupt gewollt ist, blieb offen. Uwe Wellmann (CDU) war nicht der einzige, der auch die 100 000 Euro als zu niedrig ansah. Er schlug vor, die Ausschreibung aufzuheben und mit größerer Reichweite neu zu starten. Mit Mindestgebot nach Verkehrswert (208 000 Euro) und klar formulierten Bedingungen.

Tobias Thieme (Rötha Land) ging sogar noch einen Schritt weiter. Er forderte, vor der Vermarktung ein Konzept zu erstellen, um mit Flächennutzungsplanung und Baurecht höherwertiger verkaufen zu können. Die Debatte über die Zukunft des Espenhainer Sportplatzes wurde vorerst ergebnislos vertagt.

Von André Neumann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Beim Karnevalsumzug in Pegau hat es einen schweren Unfall gegeben, wie jetzt bekannt wurde. Wie der Pegauer Karneval Klub am Dienstag mitteilte, sei ein junger Mann vom Wagen auf eine Lkw-Achse gefallen. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn ins Krankenhaus.

05.04.2018

Eine 18-Jährige wurde beim Karnevalsumzug in Pegau am Sonnabend von einem kleinen Hund gebissen und oberflächlich verletzt. Gegen den Halter, den das zunächst kaum zu interessieren schien, werde nun laut Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

13.02.2018

Pegau soll eine öffentliche Toilette bekommen. Der Stadtrat gab grünes Licht. Für rund 117 000 Euro wird ein vollautomatisches Sanitär-Modul angeschafft und hinter dem Rathaus-Anbau aufgestellt, in dem sich das Bauamt und das Einwohnermeldeamt befinden.

13.02.2018
Anzeige