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Borna Streitfall Gambrinus
Region Borna Streitfall Gambrinus
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16:40 24.02.2010
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Rötha

Sein Betreiber „fühlt sich von der Stadt, insbesondere vom Bürgermeister, verarscht“. Die Stadt wiederum verweist auf Beschwerden der Anwohner, die von Lärm und Schmutz genervt sind. Mittlerweile sind die Fronten verhärtet. Stüter droht nun behördlicher Ärger, schlimmstenfalls die Schließung des Lokals.   Seine Idee, den verwaisten Gambrinus wiederzubeleben, war dereinst in der Stadt positiv aufgenommen worden. Auch im Stadtrat. Indes: Das Gebäude in der Rathausstraße liegt in einem Wohngebiet, das nicht jede Nutzung zulässt. Bürgermeister Ditmar Haym verweist auf die vom Landratsamt erteilte Baugenehmigung vom Dezember 2006 und die Gaststättenerlaubnis vom Juni 2007. Diese amtlichen Papiere erteilen die „Erlaubnis einer Schank- und Speisewirtschaft“. Mehr nicht. Was in einem solchen Lokal geht und was nicht, ist klar geregelt: Nach 22 Uhr ist nur noch ein Lärmpegel von 40 Dezibel zulässig. Dieser Wert sei aufgrund von lauter Musik nie eingehalten worden, sagt Haym. Ein Fakt, den Stüter gar nicht erst bestreitet. „Ich habe keinen einzigen Tag 22 Uhr geschlossen“, sagt der 36-Jährige. Seine Bar laufe gut. Stüter sagt aber, dass er von Anfang an, auch gegenüber dem Bürgermeister angesprochen habe, dass er bis vier, fünf Uhr öffnen will. Um jungen Leuten etwas zu bieten, für die es in der Stadt nichts gebe. „Ich hätte keinen Cent investiert, bei diesen Einschränkungen“, sagt er. Widerspruch gegen die Auflagen legte er nicht ein. Als Unternehmer müsse man „bereit sein, kriminell zu sein“, sagt Stüter. 50 000 Euro habe er in den Ausbau investiert, für Renovierung, Fenster, Ausstattung. Geld, das er nicht umsonst verbaut haben will. Der Streit spitzt sich zu und lasse sich nur noch über das Gericht klären, sagt er. Die Behörden haben zwischenzeitlich Tatsachen geschaffen. Für den Gambrinus gibt es zwei Nutzungsuntersagungen, sagt die Leiterin des Bauaufsichtsamtes Karin Wagner. Zum einen geht es dabei um die Einhaltung der Auflagen nach 22 Uhr, zum anderen um die oberen Etagen des Gebäudes. Baurechtliche Mängel wie ein fehlender Fluchtweg werden angemahnt. Stüter wohnt unterm Dach, obwohl es vom Amt untersagt ist. Als Sanktionen seien Zwangsgelder und als letzter Schritt eine Zwangsräumung denkbar, so Wagner. „Die Stadt prüft zurzeit die Gaststättenerlaubnis“, sagt Haym. Bis morgen habe der Betreiber Gelegenheit, auf eine Anhörung zu reagieren. Streit ist auch für den ehemaligen Gasthof „Drei Rosen“ programmiert, der Anfang des Monats Begehrlichkeiten des Motorradclubs „Chicanos MC Böhlen“ weckte. Eine dort beantragte Geburtstagsfeier wurde behördlich untersagt und mit Polizeiaufgebot unterbunden (die LVZ berichtete). Auch für das Gebäude gibt es eine Nutzungsuntersagung aus dem Landratsamt. „Weil das Gebäude so viele Jahre leer steht, gibt es keinen Bestandsschutz mehr“, so Wagner. Für eine Nutzung welcher Art auch immer wäre ein Bauantrag nötig, dessen Genehmigung dann zu prüfen ist. Bislang gibt es kein solches Papier. Die schöne Vision, den historischen Kinosaal zu beleben, hat Stüter aufgegeben. Nach einer Brandstiftung im Vorjahr, die einiges zerstörte. Stüter möchte, wenn er im Grundbuch steht, die Räume vermieten.

Saskia Grätz

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