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Borna Sturm Herwart legt im Landkreis Leipzig Bäume um und spielt mit Verkehrsschildern
Region Borna Sturm Herwart legt im Landkreis Leipzig Bäume um und spielt mit Verkehrsschildern
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13:20 30.10.2017
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Landkreis Leipzig

 Der dritte große Sturm in diesem Herbst heißt Herwart, und er hat auch den Landkreis Leipzig in weiten Teilen ordentlich durchgerüttelt. Polizei und Feuerwehr waren am Sonntag seit den Morgenstunden im Dauereinsatz, in einigen Gebieten fiel der Strom aus, weil Bäume oder Äste auf Leitungen gefallen waren.

Bei der neuen Rettungsleitstelle in Leipzig gingen so viele Meldungen ein, dass diese trotz voller Besetzung überlastet war und die Koordinierung der Einsätze teilweise auslagerte. So wurde am Morgen kurzerhand die Feuerwehr in Regis-Breitingen, die über ein modern ausgestattetes Einsatzfahrzeug verfügt, zu einer Art Unterleitstelle erklärt. Die Regiser, die selbst nicht ausrücken mussten, bekamen die Meldungen per Fax aus Leipzig und alarmierten von hier aus die Feuerwehren in Neukieritzsch, Lobstädt und Kahnsdorf.

Auch die Grimmaer übernahmen am Vormittag die Regie über Sicherungs- und Bergungsarbeiten. „Das ging um sechs los“, erzählte Thomas Knoblich, Chef der Freiwilligen Feuerwehr in der Muldestadt. Die Rettungsleitstelle leitete die Notrufe weiter, die Kameraden planten ihre Einsätze in Grimma und den Ortsteilen selbstständig.

Feuerwehreinsatz wegen eines umgeknickten Baumes in der Kesselshainer Straße in Borna. Quelle: Toni Winkler

Die meisten Einsätze im gesamten Gebiet des Landkreises hatten mit umgestürzten Bäumen zu tun. Dabei waren allein im Bereich des Polizeireviers Borna in mindestens drei Fällen Bäume auf Autos gefallen. In Kitzscher traf es einen Wagen, der in der Gartenstraße stand, laut Feuerwehr habe sich der Schaden aber in Grenzen gehalten. In Borna landete die große Krone eines Baumes in der Theodor-Storm-Straße gleich auf drei Autos. Personenschaden gab es zum Glück in keinem der Fälle. Andernorts blockierten umgestürzte Bäume den Autoverkehr. Am sogenannten Colditzer Kreuz bei Geithain kam ein Lastwagen wegen eines Baumes auf der Straße nicht weiter. Auch auf der B 176 bei Dittmannsdorf und auf der B 93 bei Borna aus Richtung Altenburg mussten die Feuerwehren die Fahrbahn freiräumen. In Borna hatten die Feuerwehrleute einige Mühe mit einem umgeknickten Baum in der Kesselshainer Straße, der in einem anderen Baum hing.

Auch für die nach der Eingemeindung Narsdorfs nun fünf Feuerwehren im Geithainer Stadtgebiet wurde es ein arbeitsintensiver Sonntag: „Alle Wehren waren im Einsatz. Der schwerwiegendste: In der Colditzer Straße hatte der Sturm das Dach eines Wohnhauses teilweise heruntergerissen“, sagte Stadtwehrleiter Jens Krznaric. Neunmal rückten die Kameraden aus. In der Louis-Petermann-Straße begrub ein Baum einen Pkw unter sich. Unter anderem waren die Bahnstrecken zwischen Geithain und Narsdorf und Geithain und Frohburg durch Bäume blockiert. „Wir haben die Einsätze von Geithain aus koordiniert. Das System der Landfunkstellen als Führungspunkte vor Ort hat sich bewährt.“

Umgestürzte Bäume sorgten beispielsweise auf der Bundesstraße 107 zwischen Grimma und Colditz dafür, dass der Verkehr das Nachsehen hatte. In Waldbardau war die Spitze eines Baumes in ein Wohnhaus gekracht und hatte mehrere Decken durchstoßen. Eine auf Gemeindegrund befindliche Weide hatte in Machern die Bewohner eines Einfamilienhauses in den frühen Morgenstunden aus dem Schlaf gerissen – die Feuerwehr sägte das Haus frei. In Grimma war nahe der Polizei ein Baum in ein Trafohäuschen gestürzt und hatte das Dach aufgerissen. Dabei begrub es ein Auto unter der Wucht der Äste. Auf der Verbindungsstraße zwischen Glasten-Ballendorf und Bad Lausick versperrte in Höhe des Kinderheims Waldfrieden ein umgestürzter Baum gestern Vormittag Autofahrern die Weiterfahrt. Auch andere Straßen waren von entwurzelten, über die Fahrbahn liegenden Bäumen betroffen. Zwischen Schönbach und Glasten war die Straße wieder frei, nachdem die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr einen Baum weggeräumt hatten. Entlang der Straßenzüge gab es etliche entwurzelte oder abgebrochene Bäume. „Wir haben großes Glück gehabt, dass niemand verletzt wurde“, so Knoblich. Auch bei den Räumarbeiten durch die Kameraden habe es keine Zwischenfälle gegeben.

Ein Baum versperrt die Straße zwischen Glasten und Bad Lausick. Quelle: René Beuckert

Mülltonnen und Verkehrszeichen wurden ebenfalls vielerorts zum Spielball des Windes. An der Baustelle der A 72 in Borna hatte der Sturm mehrere Absperrtafeln auf die Fahrbahn geweht. Polizeibeamte räumten die zunächst zur Seite und verständigten die zuständige Beschilderungsfirma.

Auffällig war im Raum Borna am Morgen, dass trotz des heftigen Sturms und seiner Folgen keine Sirenen zu hören waren. Bäume und Äste hatten offenbar auch Steuerleitungen der Alarmierungseinrichtungen in Mitleidenschaft gezogen, vermutete ein Feuerwehrmann. Wo genau es Stromausfälle gab, konnte eine Sprecherin der Enviam am Vormittag noch nicht sagen, auf Anfrage hieß es lediglich, dass Kunden im gesamten mitteldeutschen Versorgungsbereich betroffen seien und mit Hochdruck an der Beseitigung der Schäden gearbeitet werde.

Auch für die Feuerwehr war mit Einsetzen der Flaute noch lange nicht Schluss. In Zaschwitz musst ein Baum von einem Gebäude gehoben werden, was bei den Windböen bis Ende des Tages noch nicht erledigt werden konnte. Andere Einsatzorte seien für die Feuerwehr noch nicht begehbar, weil der Versorger noch daran arbeitete, den Strom von den Leitungen zu nehmen.

Von André Neumann/Birgit Schöppenthau

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