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Borna Sturm und Stille beim Audigast-Open-Air
Region Borna Sturm und Stille beim Audigast-Open-Air
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00:32 31.05.2018
Audigast-Open-Air:Sarah Lesch spielt Keyboard, Gitarre und Ukulele. Quelle: Katja Senier
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Groitzsch/Audigast

Manchmal muss es einfach mal kurz aufhören, das wilde Toben, das Gitarrenschwingen, die betäubende Lautstärke. Wie eine Atempause im Sturm waren die Auftritte von Stefan Stoppok und Sarah Lesch mitten in das Bühnen-Line-Up des 27. Audigast-Open-Airs hineinkomponiert, das ansonsten ganz im Zeichen des handfesten Rocks stand.

Von Rock bis Liedermacherei – das Festival hatte auch dieses Jahr für jeden Musikgeschmack etwas im Repertoire.

Mittlerweile hat sich Audigast als völlig entspannter Treff für Rockfans einen Namen gemacht. Auch die Location tut das Ihre dazu: Nebenan stehen Pferde und Kühe, und es kommt auch mal vor, dass bei Regen ein Bauer einen Bandbus mit dem Schlepper aus dem Dreck zieht. So geschehen bei „Such A Surge“ 2004.

Von Stoppok bis Sara Lesch

Und obwohl – oder weil – das so anheimelnd sächsisch erscheint, zieht es Besucher aus ganz Deutschland und sogar einige aus der Schweiz hierher. Aber nicht jeder hat es so weit: Fred (38) kam aus Pegau mit ein paar Freunden angeradelt, „hauptsächlich, um Stoppok und Sarah Lesch zu sehen“.

Den Anfang machten am Freitag gegen 18 Uhr „BoBerry“ aus Halle mit gutem, altem Rock ’n’ Roll á la Chuck Berry. Es folgte „Ruff As Stone“ um den energiegeladenen Londoner Sänger Austin Howard, der in den 80ern mit der Band „Ellis Beggs & Howard“ ein paar Chart-Hits landen konnte. Am Schlagzeug saß übrigens Tobias Künzel von den „Prinzen“. Vom brettharten Blues-Rock-Sound ging es zum witzig-nachdenklichen Liedermacher-Genre des Stefan Stoppok, der nur mit Keyboarder die Besucher gelassen in seinen Bann zog. Nach den very britischen „The Lodger“ machte die Doors-Coverband „Backdoor“, die quasi schon zum Inventar des Open-Airs gehört, den Abschluss.

Irish Punkfolk bringen müde Festival-Besucher auf Zack

Das Thüringer Blues-Rock-Trio „Double Vision“ konnte am Samstagnachmittag das von der Hitze etwas breitgelaufene Publikum nur mit Mühe wieder versammeln, obwohl sie wie gewohnt eine beeindruckende Bühnen-Performance hinlegten. Die Leipziger Band „Dead Man´s Hand“ brachte mit kessen Sprüchen, zwei großen Wasserbällen, die sie ins Publikum warfen, und äußerst tanzbarem Irish Punkfolk die Leute wieder auf die Beine, bis dann endlich Sarah Lesch erschien, auf die viele schon warteten.

Der erste Gast 😎🖖

Gepostet von Audigast Open-Air am Montag, 21. Mai 2018

Die zierliche Sängerin mit den prächtigen, blonden Rastazöpfen begann ihre Show mit der Bitte, „doch drei Zigaretten weniger zu rauchen, wegen der Kinder“. Das nahm ihr keiner übel, und doch gestand sie nach dem Konzert, dass es sie Mut gekostet hätte. Ihre Suche nach Echtheit, gepaart mit Sprachwitz und Demut, machen die Anziehungskraft der Musikerin aus. Sehr zartfühlend kann sie auf der Bühne Geschichten aus ihrem Leben erzählen, die sich dennoch immer wieder einer erfrischenden Deftigkeit erfreuen. Mit ihrem wütenden Pro-Kinder-Song „Testament“ tritt sie wortgewandt in die Fußstapfen eines Reinhard May und legt den Finger auf die Wunden der unverstandenen Kinder.

Starfuckers aus Halle lassen Rolling Stones aufleben

Nach Sarah ging es mit den „Starfuckers“ wieder rockmäßig voll zur Sache. Die Stones-Coverband wirbt mit dem Slogan: „Die Rolling Stones könnt ihr euch nicht leisten? Es gibt eine Alternative!“ Recht haben sie, denn die Stimme Mike Kilians (vormals „Rockhaus“) ist der von Mike Jagger zum Verwechseln ähnlich. Kirsche & Co. machten schließlich am Samstagabend in der warmen Fast-Vollmondnacht in Audigast den Rausschmeißer.

Von Katja Senier

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