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Suchtarbeitskreis Borna warnt vor Cannabis: „Leben ist viel zu schön, um bekifft zu sein“

Drogen Suchtarbeitskreis Borna warnt vor Cannabis: „Leben ist viel zu schön, um bekifft zu sein“

Besuch bekam der Suchtarbeitskreis Borna. Zu Gast waren Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf (CDU) sowie Jörg Pietsch, Leiter des Arbeitsstabes der Bundesdrogenbeauftragten. Im Mittelpunkt stand die Legalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke. Eine Freigabe für Freizeitkonsum dürfe es nie geben, warnt Pietsch.

Jörg Pietsch vom Arbeitsstab der Bundesdrogenbeauftragten und die CDU-Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf (Mi.) besuchen den Suchtarbeitskreis Borna – hier Ursula Stötzner von der Jugendhilfe im Strafverfahren. Schwerpunktthemen sind die Volksdrogen Alkohol und Tabak sowie die Freigabe von Cannabis.

Quelle: Kathrin Haase

Borna. Zum Spaß mal einen Joint rauchen? Komasaufen auf der Party? 20 Stunden daueronline und gegen die Müdigkeit ein paar Pillen? Die Grenze zur Sucht ist schnell überschritten und die Konsumenten werden immer jünger. Eine Entwicklung, die der Bornaer Suchtarbeitskreis mit großer Sorge beobachtet und gegen die er seit fast 27 Jahren ankämpft.

Der ehrenamtliche Kreis aus Medizinern, Apothekern, Lehrern, Pfarrern und Sozialpädagogen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Aufklärungsarbeit zu leisten und ein festes Netzwerk im Kampf gegen die Drogen zu knüpfen. „In all den Jahren haben wir jede Schule im Landkreis besucht, manche sogar öfter wie die Gymnasien in Borna und Groitzsch“, berichtet Brigitte Schmidt. „Unser großes Ziel Prävention haben wir immer im Auge.“

Um die Bornaer in ihrer Arbeit weiter zu bestärken, hatte sich am Donnerstag Besuch aus der Hauptstadt angekündigt: die Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf (CDU) sowie Jörg Pietsch, Leiter des Arbeitsstabes der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche stand die Freigabe von Medizinalhanf für schwerkranke Patienten, um etwa chronische Schmerzen oder Symptome bei Multipler Sklerose, Krebs, Aids oder Alzheimer zu lindern.

Apothekerin Claudia von Rein begrüßt die Legalisierung im Sinne aller Betroffenen, hatte dazu auch schon einige Nachfragen von Ärzten und Patienten in ihrer Stadtapotheke. Doch sie warnt vor einer allgemeinen Freigabe. „Wir haben schon die legalen Drogen Alkohol und Tabak nicht im Griff. Ich habe Angst, dass uns die Welle auch beim Cannabis überrollt.“

Für Jörg Pietsch und die Bundesdrogenbeauftragte gibt es deshalb eine klare Linie: „Es darf keine Legalisierung des Freizeitkonsums geben. Wir brauchen nicht noch eine dritte Volksdroge“. Es dürfe niemals ein Signal ausgehen, dass Cannabis eine segensreiche Substanz sei. Dafür schockt er die Jugendlichen gerne mit drastischen Bildern: „Cannabis senkt den IQ, macht erwiesenermaßen blöd. Das Leben ist aber viel zu schön, um blöd und bekifft zu sein.“ Wenn manche Eltern ihren Kindern erzählen, dass sie früher auch mal einen Joint geraucht haben und keine Schäden davongetragen haben, kann man das mit heute nicht mehr vergleichen, warnt Pietsch vor einer Bagatellisierung. Der Wirkstoff von Cannabis habe sich durch Hochzüchtungen in den letzten 20 Jahren bis zu vervierfacht und verursache massivste Hirnschädigungen.

„Wir müssen unsere Jugendlichen einfach stark gegen Drogen machen, und das sollte fest im Lehrplan verankert sein“, sieht Claudia von Rein einen ersten Ansatz. Die Mitarbeiter des Suchtarbeitskreises sind sich einig, dass in die Schulen ein Unterrichtsfach zu diesem Thema gehöre. Wichtig sei laut Margitta Koch auch, die Akzeptanz der Lehrer und Schulleiter zu stärken und dass ihre Aufsichtspflichten nicht etwa am Zaun des Schulhofes enden. „Dann gehen die Schüler einfach davor zum Rauchen.“

Die Einführung eines neuen Unterrichtsfaches sieht Pietsch insofern problematisch, alsdass die Lehrer mit ihrer zur Verfügung stehenden Zeit schon jetzt an Grenzen stoßen. Lehrpläne seien zudem Ländersache. Den Bornaern riet er, möglichst viele Akteure vor Ort zu versammeln und die Kommunen ins Boot zu holen, etwa bei Testeinkäufen. „Ich weiß, die Städte wollen sich nicht mit ihren Gewerbetreibenden anlegen, das schafft eine schlechte Stimmung. Aber es geht um die Jugend.“ Ellen Buchmann findet den Gedanken durchaus interessant: „Man merkt in Borna, dass das Ordnungsamt mehr vor Parkautomaten als am Schulhof steht, wo geraucht wird.“

Von Kathrin Haase

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